Prozess

Gefängnis: Warsteiner Reinigungskraft bestiehlt Familie

Eine Reinigungskraft aus Warstein hat die Familie bestohlen, für die sie geputzt hat.

Foto: David Ebener

Eine Reinigungskraft aus Warstein hat die Familie bestohlen, für die sie geputzt hat. Foto: David Ebener

Warstein.   Eine Warsteinerin hat ihren Job als Reinigungskraft ausgenutzt um eine Familie zu bestehlen – mehrmals. Sie gilt als psychisch labil.

Zehn Monate muss eine Warsteinerin nun ins Gefängnis. Die Reinigungskraft hatte sich unerlaubt Zugang zu der Wohnung ihrer Kundin verschafft und mehrmals Geld entwendet. Die Krux: Schon einmal hatte sie Geld einer Kundin geklaut – der Mutter des jetzigen Opfers.

Ihr fehlte das Geld für Strafbeträge

„Das bleibt ja in der Familie“, sagt die Richterin vor dem Amtsgericht Warstein und seufzt. Rund 200 Euro hatte die Putzfrau aus der Wohnung entwendet. Sie lebt von 250 Euro im Monat, musste noch Strafbeträge aus der vorangegangenen Verurteilung abbezahlen.

Ihr fehlte das Geld. Statt zu ihrer Bewährungshelferin zu gehen, eine Fristverlängerung zu beantragen, klaute sie den Betrag zusammen. „Ich will niemanden enttäuschen, lieber alles selber schaffen“, sagt die Mutter zweier erwachsener Kinder leise. „Da beißt sich die Katze doch selbst in den Schwanz“, sagt der Staatsanwalt. Er kennt die Frau schon aus einer früheren Verhandlung.

Psychisch labil durch Trauma in der Kindheit

Die Bewährungshelferin schildert indes dieselbe Version des Charakters der Frau. „Sie ist psychisch labil durch einen sexuellen Übergriff in ihrer Kindheit. Sie wirkt hilflos, will aber alles selbst machen. Sie hat mich nie um Hilfe gebeten, ich wusste nicht einmal, dass sie finanzielle Probleme hat.“ Der Diebstahl sei eine typische Panikaktion von Vorbestraften. „Sie sehen den drohenden Haftbefehl und wollen alles tun, um dem zu entgehen. Bis ich davon erfahre, ist das Kind meist in den Brunnen gefallen.“

Zehn Monate Gefängnis wegen Dreistigkeit

Der Staatsanwalt plädiert auf ein Jahr Freiheitsstrafe. „Ich kann ihr keine günstige Sozialprognose ausstellen.“ Ihr Verteidiger hofft, dass die Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. „Sie hat das Geld nicht für ihr Vergnügen geklaut.“ Die Richterin sieht das anders: Zehn Monate Gefängnis. „Ihre Taten zeugen von Dreistigkeit.“

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