Konzert

Gregorianische Gesänge begeistern in St. Pankratius Kirche

Gregorian Voices Konzert St. Pankratius Kirche

Gregorian Voices Konzert St. Pankratius Kirche

Foto: Lisa Klaus

Warstein.   Bulgarischer Männerchor zu Gast in Warstein. Stehende Ovationen für Versionen mittelalterlicher Stücke und moderner Pop-Songs.

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Die St. Pankratius-Kirche ist nahezu dunkel, nur hinter dem Altar leuchtet ein purpurnes Licht. Von der Seite schreiten acht Männer, gehüllt in Mönchskutten und mit Kapuzen über den Köpfen, vor die zahlreichen Zuschauer. Es herrscht absolute Stille, bis die klare, tongebende Stimme von Chorleiter Ivan Uzunov ertönt und die „Gregorian Voices“ die Kirche mit ihrem Gesang erfüllen.

Mit drei stehenden Ovationen quittierten die Zuschauer am Donnerstagabend die Darbietung des Vokaloktetts aus Bulgarien. Mal hell und klar, mal tief und voluminös und immer wieder wechselnd zwischen kraftvoll und zart ließen die Stimmen der acht klassisch ausgebildeten Sänger zu keinem Moment instrumentale Begleitung vermissen und entführten ihr Publikum in die Welt der mittelalterlichen Klöster.

Mittelalterliche Klänge

Gregorianischer Choral ist der einstimmige, unbegleitete liturgische Gesang der katholischen Kirche in lateinischer Sprache. Bereits seit frühesten Zeiten begleitete er das geistliche Leben, die Lieder sind daher von geistlicher Tiefe geprägt. Den ersten Teil des Konzerts füllten die Sänger mit den Klängen einstimmiger gregorianischer Choräle wie „Ave maris stella“ (9. - 12. Jahrhundert), „Salve Regina“ (9. - 12. Jahrhundert) oder „Adoro Te devote“ (9. - 12. Jahrhundert) aus der Blütezeit der Gregorianik, in der die in Klöstern und Kathedralen gepflegt wurde.

Im Verlauf dieser Jahrhunderte wurde der gregorianische Gesang verschiedenen Geschmäckern, Dialekten und Glaubensrichtungen angepasst – so konnte sich eine große musikalische Vielfalt entwickeln, die auch das Publikum in der St. Pankratius-Kirche zu hören bekam.

Zusätzlich stimmten die Sänger orthodoxe Gesänge und Lieder der Renaissance und des Barock an und ließen die Zuhörer an ihrer gesanglichen Vielfältigkeit teilhaben.

Mönche stürmen die Charts

Zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert nahm die Bedeutung der gregorianischer Choräle in den Gottesdiensten immer weiter ab – eine ungeahnte Renaissance erfuhr der Gesang jedoch Mitte der neunziger, als er unter anderem mit „Ameno“ von Era die Charts stürmte. Eben dieses Stück war es dann auch, mit dem die Sänger den zweiten Teil des Konzerts einleiteten und dem Motto des Abends, „Gregorianik meets Pop“ treu blieben.

Es folgten weltbekannte Nummern wie Frank Sinatras „My way“, Simon and Garfunkels „Sound of Silence“, Rod Stewarts „Sailing“ oder Leonhard Cohens „Hallelujah“. Bei dem ein oder anderen Lied wurden auch Handys in die Höhe gereckt, um den Moment für später zu konservieren. Mit „Knocking on Heavens Door“ von Bob Dylan erinnerten die Sänger zeitweise gar an die Version von Guns’n’Roses und bewiesen, dass in einigen von ihnen auch Rockröhren stecken. Mit den Stücken „We are the World“ von Michael Jackson und „Thank you for the Music“ von Abba entließen die Sänger ihre Zuhörer in den Abend.

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