Licht- und Elektronikkonzern

Hella aus Lippstadt wächst stärker als der Markt

Modernste Scheinwerfertechnik ist eines der wesentlichen Erfolgsrezepte der Lippstädter. Hier ein mit verschiedenen Partnern entwickelter LCD-Scheinwerfer, der 2020 in Serie gehen soll.

Foto: Ralf Rottmann

Modernste Scheinwerfertechnik ist eines der wesentlichen Erfolgsrezepte der Lippstädter. Hier ein mit verschiedenen Partnern entwickelter LCD-Scheinwerfer, der 2020 in Serie gehen soll.

Lippstadt.   Der Licht- und Elektronikkonzern Hella meldet einen außergewöhnlichen wachstumsschub im ersten Geschäftshalbjahr. Die Aktie stieg auf Rekordhoch.

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Der Licht- und Elektronikkonzern Hella aus Lippstadt befindet sich mit Vollgas auf der Überholspur. „Wir wachsen in allen Bereichen stärker als der Markt“, sagt Vorstandschef Rolf Breidenbach und präsentiert hoch zufrieden die Zahlen des ersten Geschäftshalbjahres. Bleibt das Unternehmen in der Spur, dürfte im Sommer erstmals die sieben Milliarden Umsatzgrenze gerissen werden.

Neue Kooperationen

Entscheidend ist, dass dabei auch die Profitabilität steigt und Hella sich ganz offenbar nicht auf erreichten Erfolgen auszuruhen gedenkt. Das Unternehmen will seine Stellung als Technologieführer behaupten, wenn nötig auch in Kooperation mit Partnern in der Zulieferindustrie, wie jüngst mit ZF Friedrichshafen beim Thema Kamera- und Radartechnologie, wie sie bereits in Oberklassefahrzeugen verwendet wird und bald mehr und mehr zum Standard in Autos werden wird. Breidenbach kündigt für 2018 „weitere Kooperationen in wesentlichen Feldern“ an, also Projekt bezogene Zusammenschlüsse mit Partnern, um bei der enormen Geschwindigkeit, mit der die Digitalisierung im Automotivebereich vorangetrieben wird, Schritt zu halten – oder lieber noch das Tempo vorzugeben.

Mit der Entwicklung immer neuer Produkte sind mittlerweile weltweit über 7 000 Hella-Mitarbeiter beschäftigt. Knapp zehn Prozent des Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung, auch in neuen Geschäftsfeldern. „Das waren im ersten Halbjahr rund 28 Millionen Euro“, beziffert Finanzchef Bernard Schäferbarthold das Invest in die Zukunft.

IT-Spezialisten in Tempelhof

Bei der Hella Tochter Aglaia mit Sitz in Berlin sind rund 300 IT-Spezialisten mit Softwareentwicklung beschäftigt, die für autonomes Fahren unerlässlich ist. Spur-, Verkehrszeichen- oder Fußgängererkennung gehören beispielsweise dazu. Auf 500 Beschäftigte soll die „Denkfabrik“ im Ullsteinhaus in Berlin-Tempelhof noch wachsen. „Es ist eine Herausforderung, gute neue Mitarbeiter zu finden. Aber mittlerweile haben wir als Arbeitgeber einen sehr guten Ruf“, befindet Breidenbach. Und dies nicht nur in Deutschland. Insgesamt stieg die Mitarbeiterzahl weltweit auf knapp 40 000, ein Plus von zwölf Prozent, zu dem Amerika einen erheblichen Anteil beisteuerte. Hier wuchs die Belegschaft um sagenhafte 45 Prozent auf gut 7000. In Nord-, Süd- und Mittelamerika fanden die Produkte des Lippstädter Zulieferers seit letztem Sommer geradezu reißenden Absatz (plus 18 Prozent). „In Amerika gab es Nachholbedarf. Hier haben wir sehr viel neues Geschäft mit LED-Scheinwerfertechnologie, Sensorik und Radartechnik gemacht“, erläutert Breidenbach.

Entsprechend investiert Hella in allen Wachstumsmärkten in neue Fabriken. „Es geht um großflächigen Ausbau der Kapazitäten“, kündigt der Vorstandschef an. In den USA wird ein neuer Verwaltungsstandort gebaut. In Mexiko soll in den nächsten Wochen ein neues Elektronikwerk die Serienproduktion beginnen. Bestehende Werke wurden 2017 erweitert. Ende letzten Jahres startete ein neues Lichtwerk im Nordosten Chinas die Produktion. Mitte dieses Jahres soll im Elektronikwerk in Shanghai die Kapazität verdoppelt sein. Indien steht auf dem Plan. In Kürze startet das Elektronikwerk in Litauen die Produktion. Auch in Deutschland wird investiert. In Lippstadt wird ein Besucher-, Verwaltungs- und Ausstellungszentrum gebaut (Eröffnung 2019) und 2020 ein neues Forschungs- und Innovationszentrum gemeinsam mit der Hochschule vor Ort.

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