Ministerin-Besuch

Hendricks zeigt sich in Rüthen gut informiert

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) informiert sich auf Einladung von Landtagsabgeordneter Marlies Stotz im Rüthener Wald.

Foto: Manfred Böckmann

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) informiert sich auf Einladung von Landtagsabgeordneter Marlies Stotz im Rüthener Wald. Foto: Manfred Böckmann

Langenstraße/Rüthen.   Bundesumweltministerin Barbara Hendricks besucht den Rüthener Wald und informiert sich aus erster Hand über das Thema Einheitsforstverwaltung.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks kennt sich aus mit den Anforderungen an einen ökologisch gut geführten Wald. Beim Besuch im Wald bei Langenstraße fachsimpelte die SPD-Politikerin mit dem Leiter des Regionalforstamtes Soest-Sauerland, Forstdirektor Edgar Rüther.

Im NRW-Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft war sie seit 1991 auch mit dem Thema Wald beschäftigt. Insofern kannte sie sich auch mit dem Thema Einheitsforstverwaltung aus, das Rüther sogleich ansprach, nämlich dass der Regionalforst für den Landesforst zuständig ist, hoheitliche Aufgaben wahrnimmt und zugleich als Dienstleister für die privaten Waldbesitzer agiert.

Gerade da gibt es Wettbewerbsbedenken, weil es eine gemeinsame Holzvermarktung gibt und auch für Privatbesitzer der Forst verwaltet wird, was ja auch Privatunternehmen machen könnten. „Wir leben sehr gut mit der Einheitsverwaltung“, betonte Rüther; Betreuung sei „vorbeugende Hoheitsaufgabe“.

Der für die Region zuständige Mitarbeiter Andreas Wittgen erläuterte der Ministerin und den übrigen Besuchern die Situation vor Ort. Im Wald in Langenstraße, der besuchte Bereich war Kirchenwald, gibt es 150-jährige Eichen- und 90-jährige Buchen-Bestände. Man sei dabei, die Eiche zu bevorzugen, da sie eine gute Qualität habe.

Einige Tothölzer sollen bewusst im Wald bleiben anstatt sie zu ernten. Die Besitzer erhalten eine bis zu 100prozentige Entschädigung. Der Natur- und Artenschutz werde berücksichtigt, betonte Edgar Rüther.

Holz liefere schließlich einen hohen Beitrag zum Klimaschutz, schließlich speichere der Rohstoff CO2; es sei daher sinnvoll, das Holz stofflich zu verwenden und nicht gleich zu verbrennen. Wichtig sei daher auch die Ernte. Rüther: „Wir wollen das Holz auch nutzen“. Vorteilhaft sei es, wenn es „kurze Wege“ bis zum Sägewerk gebe.

Wie wichtig der Wald auch in Sachen Arbeitsplätze ist, zeigte Rüther an einer Zahl auf: Statistisch sicherten 100 Kubikmeter Holz einen Arbeitsplatz (quer durch alle beteiligte Branchen).

10 Prozent sich selbst überlassen

Ministerin Hendricks sprach das Thema an, dass 10 Prozent des Waldes sich selbst überlassen werden soll. Allerdings wollten viele Privatwaldbesitzer dies nicht – was auch an mangelnder ausreichender Förderung liege: „Wir brauchen bessere Angebote.“ Einen ersten Ansatz in diese Richtung biete die Förderung von entsprechenden Baumgruppen, ergänzte Edgar Rüther.

Die Buche sei übrigens derzeit das „Sorgenkind“ im Forst, da der Absatz seit über zehn Jahren schrumpfe und daher schwierig sei. Auch wenn er die regionale Vermarktung bevorzuge – Buchenholz werde derzeit auch in Containern nach China verschifft.

Marlies Stotz freute sich am Ende als Resümee über den „Crash-Kursus“. Sie habe „einen guten Einstieg, wie groß die ökologische, aber auch ökonomische Bedeutung des Waldes ist“, erhalten, „das war mir gar nicht bewusst.“ Hendricks betonte abschließend nochmals die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz. Wozu auch das Fällen gehöre: „Wir dürfen die Natur nutzen, wenn auch in nachhaltiger Weise“. Der Begriff Nachhaltigkeit habe übrigens seinen Ursprung in der Forstwirtschaft. Und das gelinge gut mit der Einheitsforstverwaltung, „weil man dann die Professionalität behält“.

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