Vortrag

Imker in Warstein: Wieso mehr Natur im Garten Bienen hilft

Einen Vortrag zur Bedeutung von Bienen hielt Imker Klaus Lindner im Warsteiner Haus Kupferhammer.

Einen Vortrag zur Bedeutung von Bienen hielt Imker Klaus Lindner im Warsteiner Haus Kupferhammer.

Foto: Johann Köhne

Warstein.   Arnsberger Imker Klaus Lindner erklärt den Warsteinern, wieso die Biene das drittwichtigste Nutztier auf der Erde ist.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Bienen sind für manche noch immer lästige Insekten, die einem schöne Sommertage im Park durch schmerzende Stiche verderben. Mit diesem Ansatz wird man diesen hochintelligenten Tieren aber in keinster Weise gerecht. Um dem Vorurteil, Bienen seien nutzlos für den Menschen und die übrige Natur, entgegenzuwirken, lud der Verein der Freunde und Förderer des Hauses Kupferhammer am Mittwochabend zu dem Vortrag „Bienen – Faszination und Bedeutung im Ökosystem“ von Imker Klaus Lindner ins Haus Kupferhammer. Bienenvölker sind bestens organisiert, so Lindner. Aufgaben sind strikt verteilt und Bienen helfen sich gegenseitig. Findet beispielsweise eine Biene eine ertragreiche Blüte, fliegt sie zu ihrem Volk zurück und teilt es ihm über Tänze mit, wo die Blüte zu finden ist.

Die Begattung der Königinnen findet an sogenannten Drohnensammelpunkten irgendwo in der Luft statt. „Um diesen Platz zu finden hat die Königin keinen Kompass, kein GPS, die findet den einfach, das ist doch faszinierend“, so Klaus Lindner.

Bienen umrunden einmal die komplette Erde

Auch die Flugleistung, die Bienen vollbringen, um uns unseren Honig auf dem Frühstücksbrot zu garantieren, ist beachtlich. Für ein Pfund Honig muss eine Biene, je nach Entfernung von Blüten, eine Flugstrecke zurücklegen, die einer Erdumrundung entspräche – „eine fliegerische Höchstleistung“, so Lindner.

Um die Ausbreitung von Bakterien und Krankheiten in den Waben zu verhindern, beschenkte die Natur die Bienen mit einem antibakteriell wirkenden ätherischen Öl. Doch so friedlich Bienen oft scheinen, so brutal kann es in den Waben zugehen. Die männlichen Drohnen werden beispielsweise, nachdem sie ihre Aufgaben erledigt haben, aus dem Bienenstock rausgeworfen. Falls sie sich wehren, so droht es ihnen, von den übrigen Bienen abgestochen zu werden. Um den Fortbestand der Art zu gewährleisten, werden mehrere künftige Königinnen in Eiern gleichzeitig herangezogen.

Imker Lindner fordert ein Umdenken

Doch nur die, die zuerst schlüpft, darf leben. Die übrigen werden von der neuen Königin vor dem Schlüpfen abgestochen. Doch Bienen sind nicht nur für den beliebten Honig da. Ihre eigentliche Aufgabe besteht darin, die Blüten, von beispielsweise Obstbäumen, zu bestäuben. „Ohne die Bienen gäbe es 80 Prozent weniger Ertrag bei Obstbäumen“, so Lindner. Das mache die Biene auch zum drittwichtigsten Nutztier.

Damit auch in Zukunft das Fortbestehen von Bienen und anderen Insekten gesichert werden kann, müsse in vielen Köpfen ein Umdenken stattfinden. In den vergangenen fünf Jahren ist die Anzahl der Insekten um etwa 75 Prozent zurückgegangen. Das liege vor allem an Pestiziden, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, so Lindner. Doch jeder könne etwas gegen das Sterben der Insekten tun. Vielen Arten wäre viel geholfen, wenn Gärten nicht mehr mit einer Nagelschere auf Ameisenhöhe gestutzt werden würden. Es würde viel bringen, seinen Garten ein bisschen mehr der Natur zu überlassen, so Lindner. Wilde Blumen und Sträucher bieten oft ideales Gebiet für verschiedenste Insekten. Es liegt also an allen, etwas für den Fortbestand der Insekten, etwas für den Fortbestand der intelligenten wie faszinierenden Bienen zu leisten.

Folgen Sie uns auch auf Facebook.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben