Steinbruch

Interessengemeinschaft hofft auf schonende Sprengungen

Heidelberg Cement kündigt an, die Sprengarbeiten im Steinbruch Morgensonne wieder aufzunehmen. Anwohner befürchten Risse in den Häusern.

Heidelberg Cement kündigt an, die Sprengarbeiten im Steinbruch Morgensonne wieder aufzunehmen. Anwohner befürchten Risse in den Häusern.

Foto: Archiv Braukmann

Warstein.   Die angekündigten Sprengungen lösen Sorge bei den Anwohnern aus: Befürchtung neuer Risse in den Häusern ist groß.

Dass Heidelberg Cement bei den angekündigten Sprengungen im Steinbruch Morgensonne schonender zu Werke geht als einst das inzwischen insolvente Unternehmen Brühne, hoffen die Sprengbetroffenen aus dem Warsteiner Osten. „Wir haben furchtbare Erfahrungen mit Brühne gemacht – mit Heidelberg Cement noch nicht“, sagt Franz-Josef Mendelin, Sprecher der Interessensgemeinschaft (IG), auf Anfrage der WESTFALENPOST. „Die Hoffnung ist, dass sie vorsichtiger sind.“

Genehmigungen nicht angreifbar

Doch die Befürchtung, dass in den Häusern unterhalb des Piusbergs neue Risse entstehen könnten, ist groß. „Die Genehmigungen sind nicht angreifbar“, erklärt der Sprecher der Anwohner, „aber ärgerlich ist, dass diese Genehmigungen immer noch von einer Norm ausgehen, die für unsere Situation viel zu hoch ist.“

Denn die Bodenverhältnisse seien außergewöhnlich und daher eben nicht normgerecht. Neben dem massiven Kalkstein gebe es im Untergrund auch Hohlräume, in denen sich Wasser sammelt, und auch Lehmschichten. „Wenn ein Haus auf einer so inhomogenen Stelle steht, setzt es sich auf der einen Seite anders als auf der anderen. Das hat Auswirkungen auf die Statik.“

Deshalb fordert die IG der Sprengbetroffenen seit langem ein umfassendes Gutachten der geologischen Verhältnisse. „Da, wo abgebaut wird, wird der Untergrund genauestens von Fachleuten untersucht“, sagt Franz-Josef Mendelin, „da können die Unternehmen ausrechnen, welchen Umsatz sie machen.“ Eine umfassende Untersuchung im Wohngebiet habe bislang aber noch niemand bezahlen wollen.

Warten auf LANUV-Ergebnisse

Stattdessen maß das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) die Folgen der Spreng-Erschütterungen in zwei Häusern. „Die Ergebnisse sollten im Frühjahr vorliegen, jetzt ist Herbst“, wundert sich Franz-Josef Mendelin.

Eine Antwort des LANUV auf eine WP-Anfrage zu diesem Thema steht noch aus. „Einige unserer Mitglieder vermuten, dass das LANUV erst liefert, wenn die nächste Genehmigung erteilt ist“, erzählt er. „Da gehen mir langsam die Gegenargumente aus.“

Heidelberg Cement hatte die Brühne-Flächen im Steinbruch Morgensonne im Jahr 2014 erworben. Zunächst wollte das Unternehmen vor Beginn der Abbauarbeiten eine Vereinbarung über die dortigen städtischen Flächen schließen, die jedoch bis heute nicht zustande gekommen ist. Daher kündigte Heidelberg Cement nun an, „zeitnah“ mit Bohr- und Sprengarbeiten auf den Eigentumsflächen zu beginnen.

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