Kanu-Slalom

Jasmin Schornberg verpasst Olympia in Rio nach Kanu-Krimi

Alles gegeben, aber trotzdem kein Ticket nach Rio erhalten: Jasmin Schornberg während des Rennens. Foto: Imago

Alles gegeben, aber trotzdem kein Ticket nach Rio erhalten: Jasmin Schornberg während des Rennens. Foto: Imago

Foto: dpa

Nach einem verpatzten ersten Wochenende der Olympia-Qualifikation im Kanu-Slalom drehte die Lippstädterin Jasmin Schornberg beim zweiten Teil auf. Sie siegte zweimal – und löste das Ticket nach Rio de Janeiro nur aus einem Grund nicht.

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Melanie Pfeifer, Franz Anton und Jan Benzien, Hannes Aigner und Sideris Tasiadis – sie vertreten Deutschland im Kanu-Slalom bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro in diesem Sommer. Besonders für eine Athletin endete die Olympia-Qualifikation im Kanupark Markkleeberg als Nervenkrimi und äußerst bitter: Jasmin Schornberg, 30-jährige Lippstädterin vom KR Hamm, verpasste im Kajak-Einer der Damen ihr zweites Olympia-Ticket nach 2012 trotz einer grandiosen Aufholjagd – auf Grund eines Bonuspunktes für ihre Konkurrentin Pfeifer.

1 Hallo Jasmin, wie sehr nimmt Sie dieses Paddel-Drama mit?

Ach, eigentlich hatte ich bereits nach dem ersten Qualifikations-Wochenende mit dem Olympia-Ticket abgeschlossen. Ich hatte mir nur vorgenommen, in Markkleeberg zwei gute Rennen zu fahren – und das ist mir mit zwei Siegen gut gelungen. Ich habe das Bestmögliche für mich erreicht und bin zufrieden.

2 Sie klingen erstaunlich sachlich. Das war direkt nach dem Olympia-Aus aber anders, oder?

Nach dem Sieg im ersten Rennen war ich wieder im Spiel. Natürlich habe ich mir neue Hoffnungen gemacht und war im ersten Augenblick traurig und enttäuscht. Ich habe die Qualifikation insgesamt gewonnen, fahre aber nicht nach Rio – wegen dieses Bonuspunktes.

3 Das klingt nicht so, als seien Sie eine Freundin des Systems.

Ich hätte in der Wertung nach zwei Siegen und einem vierten Platz trotz Punktgleichheit vor Melli gelegen, die einmal gewonnen hat und zweimal Zweite wurde. Aber auf Grund ihrer Medaille bei der WM im vergangenen Jahr wurde ihr dieser Bonuspunkt gutgeschrieben. Klar, die Ausgangslage war bekannt, aber für mich ist das immer noch ein Rätsel, warum es Bonuspunkte gibt.

4 Warum reichte es am ersten Qualifikations-Wochenende denn nur zu zwei vierten Plätzen bei Ihnen?

Das weiß ich auch nicht. Vielleicht hat mich das Hin und Her um eine Strafe beim ersten Rennen etwas aus der Bahn geworfen. Erst kurz vor dem Finale wurde sie zurecht zurückgenommen und es stand fest, dass ich mitfahren darf. Das war ein blöder Einstieg. Im zweiten Rennen wollte ich einfach zuviel.

5 Sie sprachen im Vorfeld von Urlaub, wenn die Qualifikation nicht gelänge. Wo geht es hin?

(lacht) Nun ja, das ist nicht so einfach, weil ich als Zweitplatzierte ja das Ersatzboot für Rio bin, falls Melli nicht starten kann. Zum Lehrgang nach Rio im Mai fahre ich deshalb auch. Aber am Donnerstag fliege ich erstmal für zwei Tage zu einem Fotoshooting nach Mallorca und überlege dann, wie ich EM, Weltcups und so weiter plane.

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