Pfarrgemeinderatswahl

Keine Kandidaten für Drewer und Oestereiden

Wahlen zum Pfarrgemeinderat stehen an. In Drewer und Oestereiden gibt es keine Kandidaten.

Foto: Armin Obalski

Wahlen zum Pfarrgemeinderat stehen an. In Drewer und Oestereiden gibt es keine Kandidaten. Foto: Armin Obalski

Rüthen.   Nicht in allen Orten gibt es für die Pfarrgemeinderatswahlen Kandidaten. Drewer und Oestereiden haben keine PGR-Kandidaten gefunden.

Wenn am 11. und 12. November die Katholiken im Pastoralverbund Rüthen aufgerufen sind, ihre Pfarrgemeinderäte zu wählen, bleiben Drewer und Oestereiden außen vor. In Drewer erstmals, in Oestereiden erneut haben sich keine Kandidaten gefunden, die – jenseits der Verantwortung für die Finanzen, die bei den Kirchenvorständen liegt – aktiv das Gemeindeleben mitgestalten wollen. Demnach wird es von neun möglichen nur sieben tatsächliche Räte geben.

Überraschung in Langenstraße

Dies berichtet auf WP-Anfrage Pastoralverbundsleiter Pfarrer Bernd Götze. Doch es gab auch eine positive Überraschung: In Langenstraße, wo es in der letzten vierjährigen Wahlperiode ebenfalls keinen Pfarrgemeinderat gibt, haben sich noch Kandidaten gefunden, nachdem Ende September auch die erste, die reguläre Nominierungsphase endete. Nachmeldungen aber bleiben möglich (siehe Info-Box).

„Wenn die Pfarrgemeinderatswahlen im Jahr 2017 überschrieben sind mit ‘Jetzt staubt’s! Kirche vor Ort ist im Umbruch’, dann soll damit einerseits ehrlich auf diese Situation geschaut werden. Andererseits soll aber auch dazu ermutigt werden, die Veränderungen zu gestalten und Dinge in die Hand zu nehmen.“ Damit hatte der Pastoralverbund um Kandidaten und eine größere Bereitschaft geworben, das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten. In Kirchen und an anderen öffentlichen Orten, etwa in Geschäften, waren Boxen aufgestellt. Darin konnten Zettel mit den Namen von Menschen eingeworfen werden, die Gemeindemitglieder für geeignet für die Aufgabe halten. Es konnten sich aber auch Menschen selbst bewerben.

Leute melden sich nicht freiwillig

Die Resonanz auf diese vom Erzbistum angestoßene Aktion war kaum messbar, soweit überhaupt vorhanden. „Die Leute melden sich nicht freiwillig“, hat Pfarrer Götze festgestellt. „Deshalb gab es auch so gut wie keinen Rücklauf über die Boxen.“ Mehr indirekt, indem durch die entsprechende Berichterstattung auf die Pfarrgemeinderatswahlen aufmerksam gemacht wurde, habe die Aktion Erfolg gehabt. Vor allem die persönliche Ansprache sei gefragt. „In den meisten Gemeinden haben wir Kandidaten genug“, so Götze. Was etwa in Menzel erst nicht so ausgesehen habe.

In Drewer dagegen hören die bisherigen Mitglieder des Pfarrgemeinderates auf. Zu den Gründen mag er sich nicht äußern, ebenso nicht, warum es in Oestereiden zum wiederholten Mal keine Kandidaten gibt. „Das ist nicht ganz ersichtlich“, meint der Pfarrer. Dem Vernehmen nach liegt es am Priester vor Ort – nur ist das der selbe wie auch in Langenstraße. Ob es bis zum 14. Oktober Nachmeldungen gibt? Götze hofft, zweifelt aber zugleich. In vielen Dörfern sei das Potenzial an Menschen, die sich engagieren zu gering. „Überall müssen Vorstandsposten auch in den Vereinen besetzt werden“, hat der Pastoralverbundsleiter durchaus Verständnis.

Ziel lautet mehr Gemeinsamkeit

Das kann Birgit Voß, die bisher für Drewer im Pfarrgemeinderat tätig ist und nicht wieder kandidiert, nur bestätigen. „Leute für die Kirchenarbeit zu finden, ist generell nicht einfach. Viele, die sich engagieren würden, sind schon in anderen Gruppierungen aktiv und daher besetzt.“ Sie selbst werde sich etwa weiterhin in der Kommunion-Vorbereitung engagieren. Davon, Leute zu überreden, hält sie nichts. „Jemanden auf Biegen und Brechen in ein Amt zu zwängen, ist nicht gut. So etwas sollte man mit Freude tun.“

Ein Hemmnis, sich zur Verfügung zu stellen, sieht Götze außerdem in der Entwicklung auf den großen Pastoralen Raum hin. „Es gibt noch ein gerüttelt Maß an Kirchturmdenken“, findet Götze. Aber: „Was in Jahrhunderten gezüchtet wurde, lässt sich auch nicht in wenigen Jahren über Bord werfen.“ Bei der letzten Sitzung des Pastoralverbundsrates – in ihm sind Mitglieder aller Pfarrgemeinderäte vertreten – dieser Wahlperiode, die Mittwochabend stattfand, aber habe es eine einhellige Meinung gegeben: „Es bewegt sich etwas von Ort zu Ort mit dem Ziel zu mehr Gemeinsamkeit.“

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