Waldkita

Kindergarten ohne Gruppenräume

Nicht immer, aber immer öfter: Als „Haus der kleinen Forscher“ propagiert auch der Kindergarten Altenrüthen das Naturerlebnis. In einem Waldkindergarten stünde es im Mittelpunkt der Betreuung.

Nicht immer, aber immer öfter: Als „Haus der kleinen Forscher“ propagiert auch der Kindergarten Altenrüthen das Naturerlebnis. In einem Waldkindergarten stünde es im Mittelpunkt der Betreuung.

Foto: Armin Obalski

Rüthen.   Helfen, die angespannte Situation bei den Kindergartenplätzen in Rüthen zu entschärfen, könnte eine neue Idee: Ein Waldkindergarten.

Gyso von Bonin (BG) hatte den Vorschlag in der jüngsten Sitzung des Schul- und Sozialausschusses vorgestellt. Dafür bedarf es keines Anbaus an bestehende Kindertageseinrichtungen, erst recht keines Neubaus. Es braucht Eltern, die für ihre Kinder während der Betreuungszeiten Naturerlebnis pur wünschen.

Pures Naturerlebnis für die Teilnehmenden

„Besteht in der Stadt Interesse, sich mit diesem Thema (Einrichtung eines Waldkindergartens) zu beschäftigen?“, lautete von Bonins zentrale Frage. Die einhellige Antwort: Ja! Politiker wie Verwaltung sind an Informationen über diese besondere Art der Kinderbetreuung interessiert. Dafür braucht es kein Gebäude mit Gruppenräumen, allenfalls einen Unterstand, ansonsten verbringen Kinder und Betreuer die Zeit komplett in freier Natur. An Infrastruktur ist nur ein überdachter Pausenplatz notwendig, ansonsten seitens der Kinder wetterfeste Kleidung und ein Rucksack.

Von Bonin bewirtschaftet das Gut Körtlinghausen, wo Maya Knobloch immer wieder in den Ferien Aktionen anbietet, die der Betreuung in einem Waldkindergarten gleichen. Die Kinder spielen in der Natur, wo sie auch ihr Spielmaterial finden – nach dem Motto Baumstämme statt Bauklötze.

„Es ist so, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder lieber draußen wissen als in beheizten Räumen“, berichtete Gyso von Bonin. Die Kinder würden jede Jahreszeit und das live kennen lernen. Als idealen Ausgangsort benannte er das Bibertal. Beispiele für Waldkindergärten gebe es in Brilon, Büren und Eversberg. Er selbst habe eine Woche an einem solchen Projekt teilgenommen. Das Ergebnis: „Ich war fasziniert, wie die Kinder aufgeblüht sind und mit welcher Begeisterung sie ihre natürliche Umgebung wahrgenommen und überhaupt erst entdeckt haben.“

Angebot nicht auf die breite Masse ausgerichtet

Ausgerichtet ist ein solches Angebot nicht auf die breite Masse. Von zehn bis zwölf Kindern sprach von Bonin. In Brilon beispielsweise gebe es schon seit Jahren sogar eine Warteliste. In der Regel fungiere eine Verein aus Eltern, Großeltern und Erzieherinnen als Betreiber, der von der Kommune und dem Waldeigentümer wohlwollend begleitet und gefördert werde. „Das Projekt hätte Vorteile für die Kinder und die Stadt; es könnte ein Leuchtturm sein“, so Gyso von Bonin, der sich zugleich anbot, den Prozess als Pate zu begleiten.

Informationsveranstaltung Anfang kommenden Jahres

Nicht nur Bürgermeister Peter Weiken räumte ein, dass er mit dem Begriff Waldkindergarten, bisher habe wenig anfangen können. „Das Interesse an mehr Informationen ist geweckt“, betonte er. So erging es parteiübergreifend auch den Ausschussmitgliedern.

Bei einer Informationsveranstaltung Anfang kommenden Jahres wollen Gyso von Bonin und Stadtverwaltung interessierte Mitbürger genauer informieren und mit Erfahrungen aus einem der genannten Orte versorgen. Ausschussvorsitzender Jürgen Augustinowitz nannte das Vorhaben „eine interessante Idee“ und brachte das Waldschiff im Bibertal als Ausgangspunkt für Waldkindergarten-Kinder ins Spiel.

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