Wirtschaft

Königshof in Lippstadt in der Insolvenz

In der Insolvenz: Die Betreibergesellschaft des Königshofs in Lippstadt hat Insolvenzantrag gestellt. Die Feierlustigen müssen sich wohl eine andere Location suchen.

Foto: privat

In der Insolvenz: Die Betreibergesellschaft des Königshofs in Lippstadt hat Insolvenzantrag gestellt. Die Feierlustigen müssen sich wohl eine andere Location suchen. Foto: privat

Lippstadt.   Der Betreiber der Großraumdisco Königshof in Lippstadt hat Insolvenz beantragt. Doch der Laden könnte in anderer Form weiterlaufen.

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Viele Jahre war der Königshof trotz aller Betreiber- und Konzeptionswechsel eine feste Institution in der heimischen Partylandschaft. Selbst Wolfgang Clement, damals noch SPD-Mitglied und NRW-Ministerpräsident nutzte das Ambiente seinerzeit für einen Wahlkampfauftritt. Den Königshof in heutiger Form als Großraumdisco gibt es seit 2012. Jetzt droht das Ende: Die Betreibergesellschaft hat Insolvenz angemeldet. Laut Max Fox, Geschäftsführer der KÖ Gastro GmbH, könnte er aber als Veranstaltungsort für Events weiter bestehen.

Mehrere Gründe, warum es so weit gekommen ist

Ende Juli wurde der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Paderborn gestellt, das den Lippstädter Anwalt Wolfgang Köhler zum Insolvenzverwalter bestimmte. Warum es soweit gekommen ist, dafür nennt Fox mehrere Gründe: So seien die Kosten bei zurückgehenden Einnahmen immer weiter gestiegen. Verantwortlich für Ersteres nennt er die Zahlungen an die Gema sowie die Vergnügungssteuer, die in die Stadtkasse fließt, für Zweiteres das veränderte Ausgehverhalten der jungen Leute. Nicht nur in Discos, auch bei Feten und Festen ist zu beobachten, dass sie immer später Fahrt aufnehmen, weil die Gäste nach ausführlichem Vorglühen erst spät kommen, dadurch weniger Geld bei der eigentlichen Veranstaltung lassen.

Minus von 30 Prozent bei der Besucherzahl

Immer noch spielt laut Aussagen des Geschäftsführers auch das seit über vier Jahren in Nordrhein-Westfalen geltende Nichtraucherschutzgesetz eine Rolle und führt zu sinkenden Gästezahlen. Auf 30 Prozent beziffert er das dadurch entstandene Minus bei den Besuchern des Königshofs. Nachdem Versuche gescheitert seien, die Kosten noch weiter zu drücken, nennt Fox den Insolvenzantrag eine „Vorsichtsmaßnahme“. Seiner Darstellung nach würden bereits Verhandlungen über die Zukunft des Königshofes laufen.

Allerdings sieht es nach einer Abkehr von den regelmäßigen Öffnungen freitags, samstags und vor Feiertagen aus. Die 2000 Quadratmeter große Disco könnte aber für Veranstaltungen und Events gebucht werden. Somit dürfte der Abschluss des Jubiläumsjahres der Sparkasse Lippstadt gesichert sein: Sie will dort mit Mitarbeitern und Kunden am 24. November den letzten Höhepunkt des 175-Jährigen feiern.

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