Kupferhammerkonzert

Kristóf Baráti und Gábor Farkas gastieren in Warsteins Wohnzimmer

Duo-Abend mit Kristóf Baráti (Violine) und Gábor Farkas (Klavier)

Foto: Tanja Frohne

Duo-Abend mit Kristóf Baráti (Violine) und Gábor Farkas (Klavier) Foto: Tanja Frohne

Warstein.  Atemberaubendes Zusammenspiel bei romantischen und dramatischen Werken. Einige Stücke stellen besonders hohe Anforderungen an die Künstler.

Es war schier atemberaubend, dieses Zusammenspiel von Kristóf Baráti (Violine) und Gábor Farkas (Klavier), die einen virtuosen und ausdrucksstarken musikalischen Hochgenuss beim Duo-Abend im Haus Kupferhammer boten. Mit Werken von Beethoven, Brahms, Ysaye und Ravel boten sie ein Programm, das die Zuhörer in der guten Stube des Museums nicht nur fesselte, sondern von dem sie sich zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen ließen.

Beethoven bringt Dramatik

Eröffnet wurde der Abend mit der dramatischen Sonate Nr. 4 in a-moll von Ludwig van Beethoven, die einen Gegensatz zu der gleichzeitig entstandenen „Frühlingssonate“ bildet, in deren Schatten sie heute zumeist steht. Zu unrecht. Entfaltet diese Violinsonate doch bereits im ersten Satz, der von den beiden Musikern mit Leidenschaft intoniert wurde, ihren besonderen Reiz.

Eine Atempause bot das Andante scherzoso piu allegretto den Zuhörern, der durch die versetzt einsetzende Violine Stabilität erhält. So wob Baráti einen Klangteppich über das perlende, heitere Spiel des Pianisten Farkas. Mit Spannung trugen die beiden Musiker den finalen Satz vor, der durch die gleiche Dramatik und Dynamik bestach wie der erste Satz. Ein virtuoses Meisterwerk.

Liebenswürdige Sonate

Bezaubern konnten die beiden Musiker auch bei Beethovens Sonate Nr. 2 A-Dur, der „Thuner Sonate“ – einer „Liebes- und Lieder-Sonate“ wie der Biograf Max Kalbeck schrieb. So hat Beethoven den ersten Satz auch mit Allegro amabile überschrieben und liebenswürdig war es, was Baráti und Farkas im Haus Kupferhammer präsentierten. Sanfte und schwebende Klänge griffen ineinander, die Instrumente schienen sich im Zwiegespräch heiter zu necken.

Sanfte und schwebende sowie tänzerisch-leichte und schwebende Klänge wechselten sich im zweiten Satz ab, bevor der dritte Satz mit seinem lebhaften Charakter und seinem drängenden Sehnen in einem furiosen Finale endete.

Federleichtes Musizieren

Bei Tschaikowskys dreisätziger Sonate „Souvenir d’un lieu cher“ (Erinnerung an einen lieben Ort) gelang es den beiden Musikern, höchste technische Akrobatik mit federleichtem Musizieren zu verbinden. Besonders in der Méditation kam dabei das melancholische Sehnen nach dem Landsitz von Tschaikowskys Gönnerin Nadeshda von Meck zum Ausdruck.

Mit der Tzigane – die Rhapsodie gilt als eines der anspruchsvollsten Stücke der Violin-Literatur – führte der Komponist Maurice Ravel die Virtuosität des Solisten bis an die Grenzen des physisch Möglichen.

Feuer und Temperament

Mit Feuer und Temperament intonierten Kristóf Baráti und Gábor Farkas dieses Zigeunerklischees romantisierende Werk, die Luft schien ob der Spannung zu vibrieren, als die Musiker ihren Instrumenten sphärische Klänge und eine tänzerische Melodie – mit Dynamik vorgetragen – entlockten.

Mit Trampeln und Jubel dankte das Publikum den Musikern für dieses Werk ebenso wie es zuvor der Sonate für Solo-Violine von Eugène Ysaye atemlos gelauscht hatte. Diese stellte an Baráti höchste Anforderungen, der seinem Instrument die verschiedensten Stimmungen entlockte. Ein Werk, das eine seltsame Faszination ausübte.

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