Jubiläum

Lagerromantik bei Pfadfinder-Geburtstag in Rüthen

70 Jahre Pfadfinderstamm Rüthen: Zum Jubiläum wird das Stammeslager um die Nikolauskirche aufgeschlagen inklusive einer Jurte, dem typischen Pfadfinderzelt.

70 Jahre Pfadfinderstamm Rüthen: Zum Jubiläum wird das Stammeslager um die Nikolauskirche aufgeschlagen inklusive einer Jurte, dem typischen Pfadfinderzelt.

Foto: Rilana Teipel

Rüthen.   Vor 70 Jahren gründete sich der Rüthener Pfadfinderstamm. Das Jubiläumslager wird mitten in der Stadt aufgeschlagen.

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Es riecht nach Rauch, Feuer knistert, Lieder werden angestimmt. Eigentlich alles wie immer – stünde das Pfadfinderzelt des Rüthener Stammes Graf Folke Bernadotte nicht mitten auf dem Vorplatzes der St.-Nikolaus-Kirche. Doch am Sonntag hatten die Pfadfinder ihre Zelte nicht ohne Grund im Zentrum der Bergstadt aufgeschlagen, schließlich gab es einen triftigen Grund zum Feiern: „Heute feiern wir unser 70-jähriges Bestehen“, begrüßte Lisa Wulff als Stammesvorsitzende bei bestem Geburtstagswetter Freunde und Gäste vor dem Rüthener Pfarrheim.

Und wie es sich für einen runden Geburtstag gehört, feierten die Pfadfinder ein großes Fest – mit leckerem Essen, spannenden Spielen für Jung und Alt und zahlreichen Gratulanten. Dazu zählten auch die ehemaligen Pfadfinder, darunter Gründungsmitglieder, Stammesführer und Kurat Pastor Stefan Gosmann, der den feierlichen Tag bereits am frühen Morgen mit einem gemeinsamen Gottesdienst eingeleitet hatte.

Namenspatron mit großer historischer Bedeutung

Den nahmen die Pfadfinder gleichzeitig zum Anlass, um auf die Geschichte ihres beinahe historischen Stammes zurückzublicken: Gut drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen heimatvertriebene Jungen aus Breslau über Recklinghausen in das St.-Canisius-Internat Rüthen. Unter der damaligen Leitung von Dr. Paulus Tillmann legten einige der Jungen den Grundstein für den heutigen Stamm, der noch immer nach ihrem Namensgeber und Idol Graf Folke Bernadotte benannt ist. „Als Vizepräsident des Schwedischen Roten Kreuzes nutzte er sein diplomatisches Geschick, um zahlreiche Juden aus den Klauen der Nazis zu retten“, blickten die Jugendlichen auf das Wirken ihres Namenspatrons zurück.

Angebote in allen Altersstufen

Einander helfen, jeden Tag eine gute Tat vollbringen und stets zusammenhalten, das haben sich die aktuell rund 100 Pfadfinder des Rüthener Stammes zu ihrer Aufgabe gemacht. Und selbst in einer Zeit des raschen technischen Fortschritts und der sich wandelnden Gesellschaftsstrukturen tragen die Pfadfinder bis heute einen bedeutenden Teil zur Gestaltung des Rüthener Lebens bei: Mit seinen Angeboten in allen Altersstufen, von den Wölflingen über die Juffis und Pfadis bis hin zu den ältesten Rovern, erreicht der Pfadfinderstamm die Kinder und Jugendlichen der Bergstadt und gilt damit als größter Träger kirchlicher Jugendarbeit.

Was das Pfadfinderleben bis heute reizvoll macht

Dass Geselligkeit bei diesem Stamm ganz groß geschrieben wird, davon konnten sich die Besucher am Sonntag überzeugen: Vom klassischen Stockbrotbacken am Lagerfeuer und dem gemeinsamen Singen traditioneller Pfadfinder-Lieder bis hin zu Gesellschaftsspielen im XXL-Format und dem Basteln von Stammes-Buttons hatte der 70. Geburtstag für die junge als auch für die ältere Generation jede Menge zu bieten. Doch auch die Begegnung stand am Sonntagnachmittag im Vordergrund: So erzählten sich die Generationen von Abenteuern in Zeltlagern, von spannenden Wanderungen und eben allem, was das Pfadfinderleben bis heute reizvoll macht.

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