Wolf-Sichtung

Landwirte sorgen sich vor Wolf-Ansiedlung im Kreis Soest

Die Sichtung des Wolfs bei Rüthen sorgt für Aufregung bei Landwirten.

Die Sichtung des Wolfs bei Rüthen sorgt für Aufregung bei Landwirten.

Foto: Patrick Pleul

Rüthen.   Dass in Rüthen ein Wolf gesichtet wurde, sorgt im ganzen Kreis Soest für Aufregung. Besonders Landwirte mit Weidetieren zeigen sich besorgt.

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Die Sichtung eines Wolfs bei Rüthen sorgt für Aufregung unter Landwirten im Kreis Soest. „Die Ankunft des Wolfes bereitet uns Sorgen“, sagt Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest.

„Die Wiederansiedlung des Wolfes birgt eine hohe Gefahr für Weidetiere wie Schafe, Ziegen, Rinder oder Pferde“, so Josef Lehmenkühler. Für Jungtiere, also Lämmer, Kälber oder Fohlen sei das Risiko besonders groß.

Furcht vor Verletzungen, Fehlgeburten und Ausbrüchen

Werde eine Herde von Wölfen angegriffen, bestehe nicht nur die Gefahr, dass Tiere gerissen würden, auch Verletzungen, Fehlgeburten und Ausbrüche seien die Folge. Ausgebrochene, in Panik geratene Tiere stellten zudem eine Gefahr für den Straßenverkehr dar.

Das Argument, dass der Wolf kein Problem für die Landwirtschaft darstelle, da gerissene Tiere entschädigt würden, ärgere ihn massiv, so Josef Lehmenkühler. „Unsere Landwirtsfamilien kümmern sich 365 Tage im Jahr um ihre Tiere. Sie wollen keine Entschädigung. Sie wollen ihre Tiere unversehrt wieder in den Stall bringen“, sagt er.

Wer leidende, durch den Wolf verletzte, aber noch lebende Tiere einmal gesehen habe, bekomme diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Zudem sei bei Wolfsrissen die Beweislast auf Seiten der Landwirte und werde nur bei zum Teil nicht praktikablen Präventionsmaßnahmen (Herdenschutzhunde, Schutzzäune) gezahlt.

Verband fordert sinnvolles Wolfsmanagement

Zum Schutz der Weidetiere sei ein sinnvolles Wolfsmanagement notwendig. Das müsse auch vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass der Wolf weltweit nicht vom Aussterben bedroht sei. So müsse man sich beispielsweise darüber unterhalten, wie man mit verhaltensauffälligen Wölfen umginge oder wie man in Gebieten mit einem hohen Anteil an Weidetieren, wie dem Süden des Kreises Soest, verfahre.

Der heimische Landtagsabgeordnete Jörg Blöming (CDU) fordert nach der Wolfssichtung: „Die Sicherheit der Menschen und der Nutztiere im Kreis Soest hat aller oberste Priorität!“ Er forderte, dass sich der Kreis darauf einstellen und gegebenenfalls als Wolfsgebiet ausgewiesen werden solle.

Ausweisung eines Wolfsgebiets nicht in Sicht

Die Abteilung Umwelt, Natur- und Landschaftsschutz des Kreises Soest stellte auf Blömings Anfrage aber klar, dass die Ausweisung eines Wolfsgebiets nur bei einer festen Ansiedlung von Wölfen geschehen kann, daher, wenn ein Wolf über die Dauer von einem halben Jahr mehrfach in einem Gebiet nachgewiesen wurde. Das erklärte der Politiker in einer Pressemitteilung.

„Wir müssen die Situation nun genauestens im Auge behalten und ggf. schnell reagieren, sollte die Anwesenheit des Wolfes für Probleme sorgen“, mahnt Jörg Blöming.

Anfang dieser Woche hatte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) gemeldet‚ dass auf Fotos, die am 20.April nachts an einem Feldrand bei Rüthen gemacht wurden, ein Wolf zu sehen sei. Die Aufnahmen einer Wildkamera wurden vom LANUV begutachtet und der Beobachtungsort von einer Wolfsberaterin identifiziert.

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