Kultur

Lesenacht in Rüthen erlebt gelungene Premiere

Erste Lesenacht in Rüthen: Im Café Auszeit machen es sich die Zuhörer gemütlich, während Christof Helle, Gewinner des Lesewettbewerbes des Kreises Soest, seine Mutter Mechthild und Benedict Bäuerlein vorlesen.

Erste Lesenacht in Rüthen: Im Café Auszeit machen es sich die Zuhörer gemütlich, während Christof Helle, Gewinner des Lesewettbewerbes des Kreises Soest, seine Mutter Mechthild und Benedict Bäuerlein vorlesen.

Foto: Rilana Teipel

Rüthen.   Gelungene Premiere hatte am Wochenende die erste Rüthener Lesenacht. Zehn Vorleser an vier Orten begeistern mit Spannung und Humor.

Leseratten und Bücherwürmer wurden am Freitagabend zu Nachtschwärmern: Anlässlich des Tages des Vorlesens veranstaltete die Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) unter dem Motto „Rüthen liest“ erstmals einen Leseabend der ganz besonderen Art. An drei verschiedenen Orten lasen (nicht nur) Rüthener Bürger aus einem bunten Repertoire von Kinderbüchern über Romane bis hin zu Kurzgeschichten und Krimis.

Fesselnder Bestseller aus Schweden zum Einstieg

Den Einstieg machte Maria Koslowsky im Haus Buuck mit einem fesselnden Bestseller aus Schweden: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ lautete der Titel des Romans, der bei den Zuhörern dank einer irrwitzigen Geschichte, vielen Überraschungen und einer sympathischen Hauptfigur auf große Begeisterung stieß.

Maria Koslowsky erzählte die Geschichte von Allan Karlsson, der kurz vor seinem 100. Geburtstag beschließt, noch einmal von vorn anzufangen. Und obwohl der Kuchen ebenso wie seine Gratulanten im Altersheim schon bereit stehen, beschließt das Geburtstagskind, dass es noch zu früh ist, um sich auf die faule Haut zu legen. Und so macht er sich auf den Weg auf eine irrwitzige Reise die die Zuhörer im Haus Buuck mit viel Humor und fesselnden Wendungen fesselte.

Christof Helle liest als jüngster Teilnehmer

Über nicht weniger spannende und abenteuerliche Erlebnisse las Christof Helle währenddessen im Café Auszeit: Im Kinderbuch „Dirk und ich“ erzählt der sieben Jahre alte Ich-Erzähler Andreas von den vielseitigen Erfahrungen, die er mit seinem kleineren Bruder Dirk macht: Wo die beiden Brüder auftauchen, ist das Chaos vorprogrammiert: Ob als Spaghetti-Monster auf dem Kindergeburtstag, als Nikoläuse im Altersheim oder aber als spektakuläre Unfall-Fahrer beim Schlitten-Fahren: Bei den skurrilen Erlebnissen und typischen Alltagssituationen dürften sich nicht nur die kleinsten Zuhörer wiedergefunden haben.

Warsteinerin sorgt für Gänsehaut

In der Werbeagentur Wolff hingegen löste Monika Lange aus Warstein in der zweiten Runde Franz Kaps ab, der zuvor aus verschiedenen Kurzgeschichten gelesen hatte. Mit einem schaurigen Krimi ließ sie bei den Anwesenden echte Gänsehaut-Stimmung aufkommen. Und wer sich dem nicht gewachsen fühlte, fand bei Eckart Tannhäuser im Haus Buuck Zuflucht. In Herbert Rosendorfers Roman „Der Eiffelturm“ beschäftigte er sich mit der Geschichte des Pariser Wahrzeichens und dessen fiktiven Abtransport zur Münchener Olympiade, wo ihn niemand will, so dass er schließlich irgendwo in der Donau liegenbleibt und gestohlen wird.

Kindheitserinnerungen von „Omma und Oppa“

„Großmama packt aus“ hieß es währenddessen im Café Auszeit, wo Mechthild Helle als Großmutter ironisch, manchmal zynisch und witzig von der Verfolgung durch die Nazis, von der Flucht ihres Mannes über Frankreich in die USA und ihrer Tochter Renate sowie ihrer Enkelin Irene erzählte. Abgelöst wurde Mechthild Helle schließlich von Benedict Bäuerlein, der mit seiner Lesung aus „Radio Heimat – Geschichten von zu Hause“ einen erfrischenden, wahrhaft komischen und damit gelungenen Abschluss bildete. Mit Kindheitserinnerungen von „Omma und Oppa“ und einmaligen Erlebnissen aus seiner Jugend im Ruhrpott erzählte er aus der Komödie von Frank Goosen. Während Frauke Jörger aus dem „Osterfrieslandkrimi“ genau den Nerv der Adrenalin-Freunden traf, präsentierte Bernhard Dust eine Auswahl an gesammelten Werken und Notizen.

Lockerer Ausklang bei schwerer Kost

Gut 50 Zuhörer trafen sich zum gemeinsamen Abschluss im Alten Rathaus. Bürgermeister Peter Weiken hatte sich ein Buch ausgesucht, das zum Nachdenken anregte: „Selbst Denken. Eine Anleitung zum Widerstand“ von Harald Welzer. Nach der durchaus schweren Kost gab es einen lockeren Ausklang. Und so waren am Ende die Veranstalter, aber vor allem die Besucher zufrieden: „Wir freuen uns schon auf eine Wiederholung im nächsten Jahr“, hieß es.

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