WIM

Mit dem Oldtimer durch Warsteiner Bierpaletten navigieren

Beim ADAC Zurich Westfalen Klassik

Beim ADAC Zurich Westfalen Klassik

Foto: Georg Giannakis

Warstein.   80 Oldtimer krönen den Warsteiner WIM-Besuch mit einem spannenden Wettstreit auf dem Unternehmensgelände. Wir sind mitgefahren.

Das aus dem Jahr 1930 stammende Gefährt, rollt auch 87 Jahre später immer noch majestätisch über die Straßen der Republik. Das leise, dezente Brummen des Motors, der nur über 3,5 Kubikmeter Hubraum und charmanten 50 Pferdestärken verfügt, attestiert dem „Tourer 6 Chevrolet“ aus dem Hause General Motors Australia einen absolut „gesunden“ Zustand. Während die Zuschauer das nostalgische Fahrzeug fotografisch ablichten und seine bevorstehende Abfahrt Richtung Brauerei-Gelände mit Beifall schmücken, betätigt Peter Arnold die inmitten seines Holzlenkrades verankerte Hupe und erwidert die Grüße der forschen Beobachter mit einem krächzend klingenden Signalton.

Rund 80 Oldtimer besuchen die WIM

Unsere Zeitung hat den gestrigen WIM-Besuch der 80 Oldtimer begleitet und durfte dabei sogar als Insasse in einem der schmucken Autosan an der Rallye durch das Gelände der Warsteiner Brauerei teilnehmen. Das Mitfahrprotokoll und die besten Bilder:

Dicht hintereinander aufgereiht stehen die Fahrzeuge auf dem Gelände der Warsteiner Internationalen Montgolfiade (WIM). In kurzen Abständen erteilen die unweit des WIM-Festzeltes stehenden und in neongelben ADAC-Warnwesten gekleideten Helfer jedem einzelnen Fahrzeug die Erlaubnis in Richtung Startareal zu fahren, welches im hinteren Bereich des Warsteiner Besucherzentrums liegt.

Bei der grünen Null darf man losheizen

Dennis Jühe vom Warsteiner Oldtimer Team und ein weiterer Kollege nehmen die Rallye-Teilnehmer dort in Empfang und machen jeden Einzelnen darauf aufmerksam, dass nach Ablauf der digitalen Startzeitvorgabe, die Fahrt hinab ins Brauerei-Gelände erlaubt sei. „Wenn die grüne Null da steht, dann dürft ihr losheizen“, informieren Jühe nun auch Peter Arnold, der mit seiner Gattin und Beifahrerin Doris die bevorstehende Gleichmäßigkeitsprüfung in Angriff nehmen wird.

Noch drei – zwei – eins – und null. Die Rallye beginnt.

Doch von „losheizen“ kann nun wirklich keine Rede sein. Mit maximal 20 km/h bewegt sich der nostalgische fahrbare Untersatz gen Außengelände des Brauerei-Produktionsstandortes. Der Wind pfeifft vor allem dem hinteren Insassen aber gehörig um die Ohren. Denn Fenster gibt es keine. Lediglich im vorderen Trakt ist eine faltbare, durchsichtige Kunststoffhülle an der Karosserie befestigt worden und bietet den beiden Oldtimer-Piloten

entsprechenden Schutz.

Ideales Fahrttempo nach Gefühl

Die ersten, zu großen Türmen aufgestapelten Paletten mit Bierkästen und Bierfässern sind schon in Sicht. Einen fast zwei Kilometer langen Parcours haben die Brauerei-Mitarbeiter im Vorfeld aufgebaut, durch den sich der fahrenden Tross bewegen soll. Von rasanten Vorbeifahrten ist indes keine Spur. Langsam und gemütlich fahren die Teilnehmer durch die Parcours-Landschaft, schließlich sollen die Fahrer im Idealfall möglichst nah an der vorgegebenen Zeit von sechs Minuten das Ziel passieren.

Peter Arnold kontrolliert immer wieder das Tempo, gibt manchmal richtig Gas und drückt dann wieder die Bremse. „Ich habe keine normale Tachoanzeige. Die zeigt mir nur Meilen an“, wirft der Oldtimer-Pilot, der seit nunmehr 15 Jahren im Besitz eines „alten Schätzchens“ ist, ein und ergänzt: „In der Ruhe liegt die Kraft. Ein Oldtimer ist ein einzigartiges Kunstwerk. Man muss jeden Moment des Fahrens genießen“.

Das Ziel ist in Sicht, die Zeit wird gestoppt

Beifahrerin Doris Arnold stoppt mit ihrem Mobiltelefon die Zeit. „Langsam, langsam. Und geschafft. 5,50 Minuten“, lautet das Resultat für den dunkelroten Oldtimer mit der Startnummer 4.

„Das war ein tolles Erlebnis. Wir kommen gerne wieder“, resümieren sie.

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