Justiz

Mit gefälschtem Ausweis eingekauft: Mann muss ins Gefängnis

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu fünf Monaten Freiheitsstrafe.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu fünf Monaten Freiheitsstrafe.

Foto: MÜLLER, Oliver

Warstein.   Das Amtsgericht Warstein verurteilt einen 41-Jährigen zu fünf Monaten Freiheitsstrafe. Es könnte um Bandenkriminalität gehen.

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Essen, Remscheid, Herten oder doch Gelsenkirchen? Ein 41-Jähriger Mann aus Rumänien sorgte vor dem Amtsgericht in Warstein für einige Verwirrung. So gab er anfangs an, in einem Dorf in Rumänien mit seiner Frau und den beiden Kindern zu leben. Später hieß es, er lebe in Herten, irgendwann waren es dann Essen und Remscheid.

„Das bringt ja nichts“, sagt die Staatsanwältin. Sie erhob Anklage, weil der 41-Jährige im März diesen Jahres mit einem gefälschten Ausweis versuchte, eine Wasch- und zwei Kaffeemaschinen aus einem Baumarkt in Warstein abzuholen. Eine Mitarbeiterin war stutzig geworden und hatte die Polizei alarmiert.

Angeblich war der Mann, der beruflich als Maler arbeitet, für drei Wochen in Essen, um Geld für seine Familie zu verdienen. In einer Bar habe er einen türkischen Mann getroffen, der ihn auf rumänisch ansprach und ihn bat, die Bestellung abzuholen. „Als ich den Ausweis gesehen habe, wusste ich schon, dass das ein Betrug wird“, lässt der 41-Jährige über seinen Dolmetscher erklären. Trotzdem machte er sich mit einem bekannten Pärchen von ihm auf den Weg nach Warstein. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Zahlreiche Bestellungen mit gefälschten Daten

Ein hauseigener Detektiv der Baumarktkette bestätigt im Zeugenstand, dass zahlreiche Bestellungen mit gefälschten Daten in dem Unternehmen eingehen würden: „Ich wusste schon vor der Abholung, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht.“

Nachdem eine Überprüfung der Daten keine Rückverfolgung auf den Besteller zugelassen hatte, war er extra zu der angegebenen Adresse gefahren. Dort wohnte aber niemand mit dem bei dem Kauf angegebenen Namen. „Wie kann das möglich sein, unter falschem Namen etwas zu bestellen?“, will die Richterin wissen. „Das geht mit einem speziellen Rechnungskaufverfahren“, antwortet der Detektiv.

Sechs Monate Gefängnis gefordert

Die Staatsanwältin plädiert auf eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, da der Angeklagte in Italien schon einmal im Gefängnis saß. Seine Rechtsanwälte halten dagegen: „Da der Betrug schon vorher aufflog, gab es zu keinem Zeitpunkt eine Rechtsgefährdung. Klar, das riecht ganz stark nach Bandenkriminalität, aber das kann nicht an diesem Mann festgenagelt werden.“

Die Richterin spricht den 41-Jährigen schuldig. Er muss nun für fünf Monate ins Gefängnis. Das Urteil ist rechtskräftig.

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