Städtepartnerschaft

Mit Rüthener Hilfe entsteht Bildband über Partnerstadt

Besuch aus Egeln, um Bildmaterial für den Fotoband abzuholen (von links): Holger Lohmann, Eckart Zeidler und Torsten aus der Partnerstadt mit Alt-Bürgermeister Rolf Gockel und Rüthens früherem Stadtplaner Manfred Trüten.

Foto: Tanja Frohne

Besuch aus Egeln, um Bildmaterial für den Fotoband abzuholen (von links): Holger Lohmann, Eckart Zeidler und Torsten aus der Partnerstadt mit Alt-Bürgermeister Rolf Gockel und Rüthens früherem Stadtplaner Manfred Trüten. Foto: Tanja Frohne

Rüthen.   In Rüthens Partnerstadt Egeln entsteht ein Bildband über die Situation nach der Wende und heute. Manfred Trüten hilft mit Bildmaterial.

Blühende Landschaften. Die waren es, die Bundeskanzler Helmut Kohl seinerzeit den Bürgern der ehemaligen DDR versprochen hatte. Als der frühere Rüthener Stadtplaner Manfred Trüten 1990 erstmals in die Partnerstadt Egeln in Sachsen-Anhalt fuhr, war davon nichts zu sehen. Im Gegenteil. „Damals war alles grau in grau“, erinnert sich Trüten. „So einen Anblick war ich überhaupt nicht gewohnt.“ Trotzdem – oder gerade deshalb – machte Trüten bei seinen Besuchen in Egeln bis 2005 zahlreiche Fotos.

Ein Vierteljahrhundert der Veränderung

Über 1000 Dias hat er archiviert. Diese kommen nun einem Team um den ehemaligen Egelner Bürgermeister Eckart Zeidler zu Gute. Geplant ist in einem Buch die nach der Wende entstandenen Stadtansichten, heutigen gegenüber zu stellen. Denn in einem Vierteljahrhundert hat sich viel getan.

„Egeln war wirklich eine graue Stadt; es gab wenig Lichtblicke“, erzählt Zeidler, der mit Holger Lohmann, Inhaber der Druckerei, in der das Buch entstehen wird, und Torsten Müller bei Alt-Bürgermeister Rolf Gockel zu Gast in Rüthen ist, um Trütens Dias abzuholen. In Egeln werden sie digitalisiert. Eine Vorauswahl haben die Besucher aus der Partnerstadt bereits getroffen.

Rathaus wieder zum Schmuckstück geworden

Eines der Bilder wird auf jeden Fall das historische Rathaus Egelns zeigen. „Das Rathaus sah zu DDR-Zeiten fürchterlich aus. Wir haben gesagt: Wenn wir es restaurieren, dann mit Originalfarben.“ Ein Schmuckstück ist das Gebäude geworden, wie der gesamte Rathausplatz. „Das war ursprünglich eine Rasenfläche, auf der vor 1945 ein Denkmal der Germania und ein Springbrunnen stand“, erläutert Zeidler. „Jetzt ist es eine sehr schöne, gepflasterte Fläche.“ Auch der Brunnen sei umgestaltet worden. Markantestes Gebäude ist das Rathaus von 1896 mit seiner sehr schönen Fassade, das tatsächlich aufwändig restauriert wurde.

Manfred Trüten hat seine Spuren in der Partnerstadt hinterlassen. „Die Politik hatte damals beschlossen, das wir Egeln alle Hilfe zukommen lassen wollten, die möglich ist“, erklärt Rolf Gockel. So fuhr auch Trüten in die Partnerstadt, um dort die Sanierung von Straßen zu planen, wie den Breiteweg, Hauptstraße Egelns, oder die Klosterstraße.

Immer noch fehlt es an Geld für Renovierungen

Fertig ist noch immer nicht alles. „Die Gelder fehlen“, erläutert Zeidler. „Es ist uns nicht gelungen, den Breiteweg in Gänze zu sanieren. Ein Teil ist noch Kopfsteinpflaster. Wenn man darüber fährt, fallen einem die Zähne raus.“ Auch die Schloßstraße sehe verheerend aus, ergänzt Torsten Müller. Stelle man ein Bild aus den 1990ern der heutigen Ansicht gegenüber, könne man sehen, dass sich der Zustand sogar verschlechtert habe. „Aus Angst, dass Ziegel von den Dächern fallen, ist die ganze Straße gesperrt. Fast ganz Egeln ist unter Denkmalschutz und jetzt kommen wir da nicht mehr raus“, so Zeidler.

Städtische Mitarbeiter opfern ihre Freizeit

Positiv sieht er die Zusammenarbeit mit der Stadt Rüthen. „Wir sind nach der Wende ins Wasser geschmissen worden ohne schwimmen zu können.Die ganzen Vorschriften und Bestimmungen waren Neuland für uns.“ Umso höher sei die Hilfe Trütens, der sogar in seiner Freizeit in Egeln half, einzuschätzen. Auch der ehemalige Stadtdirektor Voß habe nach seiner Pensionierung drei Jahre in der Partnerstadt mitgearbeitet.

Das Buch ist nun eine weitere Arbeit, bei der Vertreter beider Städte Hand in Hand arbeiten. So sollen Rolf Gockel und Manfred Trüten Grußworte schreiben. Im Frühjahr 2018 soll es erscheinen.

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