Schlittenhunde

Mit Schlittenhunden auf die Piste

Starkes Rennen in Köln: Beim ersten Cologne Media Cup belegte das Team aus Ense den zweiten Platz in der Sechs-Hunde-Klasse.

Starkes Rennen in Köln: Beim ersten Cologne Media Cup belegte das Team aus Ense den zweiten Platz in der Sechs-Hunde-Klasse.

Foto: Holger Eichner

Kreis Soest.   Oliver Becker aus Ense misst sich bei schnellstem Sprint-Etappenrennen der Welt und übt auf Rädern.

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Die Hunde lieben den Schnee und auch „Musher“ Oliver Becker hat sich längst mit der weißen Pracht angefreundet. Weil Schnee in heimischen Gefilden aber zu den eher seltenen Erscheinungen zählt, hat die Schlittenhunde-Gemeinde aus der Not eine Tugend gemacht. Die sechs Huskies werden zu Hause in Ense mit dem Quad trainiert, das Fahrzeug wiegt stattliche 170 Kilo. In den Wettkampf geht es mit einem nur 55 Kilogramm schweren Rennwagen.

Der wird natürlich wieder mit dem Schlitten getauscht, wenn es im Januar in die Alpen und Anfang März in den hohen Norden geht und sich Oliver Becker einen Herzenswunsch erfüllt. Gemeinsam mit einem „Musher“-Kollegen nimmt er am Norway-Trail teil. Hier kommen die besten Schlittenhundeführer der Welt in Norwegen zusammen, gefahren werden 55 Kilometer. „Ein Mitteldistanz-Rennen und eine Herausforderung für mich als Sprinter“, freut sich Becker auf die Reise. Bis dahin sind noch viele Trainingseinheiten zu absolvieren, aber es geht auch ohne Schnee ins Wettkampfgeschehen.

Tolles Rennen in Köln

Im Dezember belegte der Zimmermann aus Ense beim ersten Cologne Media Cup den zweiten Platz in der Sechs-Hunde-Klasse. „Dabei habe ich mit meinem Team die drittschnellste Zeit aller Teilnehmer erreicht, die mit reinrassigen Schlittenhunden angetreten sind. Das ist ein sensationelles Ergebnis für mich und meine Huskys!“

Geschlagen hat der hochzufriedene „Musher“ damit auch Welt- und Europameister sowie Sportkollegen, die mit zehn Hunden gefahren sind. Und: Einer seiner Huskys hatte sich leicht verletzt. „Ich konnte zum zweiten Rennen nur mit fünf Hunden auflaufen und habe trotzdem so super abgeschnitten. Der Abstand zum ersten Platz in meiner Klasse beträgt gerade eine Sekunde!“ Der Cologne Media Cup am Otto-Maigler-See war für den Spitzensportler ein tolles Erlebnis. „Die Strecke um den See ist schnell und schön zu fahren“, lobt er den Rahmen der Veranstaltung.

Start in den Alpen

Optimale Voraussetzungen und Motivation für die beginnende Schneesaison wurden dabei gesammelt: Nun fuhr Oliver Becker mit seinen Siberian Huskys ins Trainingslager nach Belgien, im Januar tritt er im Salzburger Land bei der Deutschen Meisterschaft an, im Februar bei der Alpirace Sprint Trophy in den Alpen – sie gilt als schnellstes Schlittenhunde-Sprintetappenrennen der Welt.

Bis dahin werden seine vierbeinigen Partner, die zwischen sechs Jahren und 15 Monaten alt sind, noch weiter an ihrer Kondition arbeiten. „Schon jetzt sind meine Jungs in Topform.“

Zu Hause warten zehn weitere Hunde aus eigener Zucht, die erst ab der Saison 2018 eingesetzt werden. „Dann gibt es bei uns noch zwei Rentner.“ 14 und 15 Jahre alt, die im Haus leben, ihren wohlverdienten Ruhestand genießen. „Wir geben keinen Hund ab, wenn er zu alt für die Rennen ist“, sagt Elke Becker. Die Ehefrau und „Doghandlerin“ ist immer mit vor Ort. „Ohne meine Frau läuft nichts. Rennen sowie Beruf könnte ich ohne sie nicht kombinieren“, bekennt der erfolgreiche „Musher“. Um die beiden älteren Tiere kümmert sich übrigens die Nachbarin, wenn Beckers mal wieder unterwegs sind.

Training mit dem Quad

In Hürth haben die Tiere die 5,4 Kilometer vor einem Trainingswagen absolviert. „Der bringt es lediglich auf 55 Kilo, da haben meine Hunde natürlich noch mehr Speed entwickelt.“ Bis zu 38 Stundenkilometer können sie erreichen. Und dann hat Oliver Becker das Rennen als Sichtungslauf genutzt – gecheckt, wie stark die Konkurrenz ist. „Mit dem Trainingsstand meiner eigenen vierbeinigen Teampartner bin ich natürlich mehr als zufrieden.“

Mit in Hürth waren auch zwei seiner jungen Hunde. Mit gerade einmal fünf Monaten lernen die Tiere schon einmal die Atmosphäre bei einer Veranstaltung kennen. „Zuschauer, Lautstärke, Musik, andere Hunde – daran müssen sie sensibel gewöhnt werden. Nur dann werden sie später eigene Rennen souverän meistern.“

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