Entwicklungskonzept

Möhnetaler wünschen Platz für soziale Begegnung

Ikek für Allagen und Niederbergheim

Foto: Tanja Frohne

Ikek für Allagen und Niederbergheim Foto: Tanja Frohne

Niederbergheim.  Ansprechende Dorfplätze und Treffpunkte stehen für die Bürger in Allagen und Niederbergheim an erster Stelle, ergab das Ikek-Forum.

Rege diskutiert wurde gestern Abend bei der Ikek-Konferenz für Allagen und Niederbergheim, wobei einige Besucher die Steilvorlagen, die das Planungsbüro IfR erarbeitet hatte, auch kritisch sahen. In beiden Ortschaften hatten sich die Mitarbeiter des Instituts umgesehen, Fragen für Bereiche formuliert, wo Handlungsbedarf gesehen wurde. Eine Antwort konnte Jens Steinhoff vom Institut für Regionalmanagement gestern mitnehmen: Was beiden Ortschaften unter den Nägeln brennt, ist das soziale Miteinander. Ansprechende Dorfplätze, Orte der Begegnung schaffen oder erhalten – wie Dorftreff oder Gaststätte – aber auch eine gut funktionierende Nachbarschaftshilfe.

Die Fragen

Vom äußeren Erscheinungsbild des Dorfes, über den demographischen Wandel und das Ehrenamt bis zu Nahversorgung reichte der Fragenkatalog.

Wie kriegt man es hin, dass junge Leute nach dem Studium wieder aufs Land ziehen möchten?

Ist ein demographisches Leerstandskataster sinnvoll, bei dem auch das Alter von Hausbesitzern erfasst wird?

Wie könnte man die Dorfplätze in den beiden Orten (noch) schöner machen?

Wären Kunstausstellungen in leer stehenden Gebäuden sinnvoll, um so die Ortskerne attraktiver erscheinen zu lassen?

Sollte man Projekte an den Schulen starten, die Alte und Junge zusammenbringen?

Ist eine Verschmälerung der Sauerlandstraße sinnvoll, um die Geschwindigkeit der Pkw zu mindern?

Fragen, die konstruktiv diskutiert wurden, auch wenn es einige Kritik gab. „Es ist schade, dass wir nur auf die Thesen reagieren können“, meinte eine Besucherin. „Hätte das Planungsbüro im Vorfeld mit den Leuten gesprochen, wären manche Fragen erst gar nicht aufgekommen.“ Kunstausstellung im Leerstand habe es beispielsweise bereits gegeben.

Die Antworten

Monatliche Dorfabende, Anlaufstellen für ältere Bürger, die Fragen haben und der Erhalt der Dorfkneipen liegen den Niederbergheimern am Herzen. Außerdem geht es ihnen darum, Neubürger zu akquirieren. „Flucht nach vorn“, nannte dies Christian Linnemann. Heißt: Die Attraktivität des Standortes hervorheben, nicht nur Baulücken schließen, sondern neue Baugebiete ausweisen. „Wir müssen einen Anreiz schaffen, im Dorf zu wohnen und zeigen, dass man hier gut und günstig leben kann.“

Gestaltungskonzepte für den Dorfplatz und für das Haus Dassel mit Dasselpark wünschen sich die Allagener. Auch ein Dorftreff ist auf der Agenda. „Seit wir keine Kneipe mehr haben, überlegen wir, welche Möglichkeiten es als Alternative geben könnte“, erläuterte Siegfried Kutscher.

Ebenfalls ein Thema: Die Umgestaltung der Dorfstraße und des Johannesplatzes als „Shared Space“, also als barrierefreien Raum, bei dem Fahrbahn und Bürgersteig ineinander übergehen. „Man muss sehen, wie sich das mit der Schule vereinbaren lässt.“ Andererseits wäre eine Befestigung entlang des Udenweges, hier gibt es nur Schotterwege, wünschenswert.

Ein Dorfbus, um die Mobilität der älteren Mitbürger zu gewährleisten – diesen könnte man sich beispielsweise mit dem TuS Allagen teilen –, ein Skywalk statt der Aussichtsplattform für die Lieth und eine Kooperation mit der Schule, um Kinder schon früh an die Vereine zu binden, waren weitere Punkte.

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