Geselligkeit

Neue Unterstützung für Senioren in Rüthen durch die Caritas

Macht Spaß: Die Caritas-Konferenz Rüthen bietet jetzt auch Senioren in Rüthen die Aktion "Kaufen und Klönen" an. Fünf Frauen im Alter zwischen 81 und 92 Jahren sind am ersten Einkauftag dabei.

Foto: Armin Obalski

Macht Spaß: Die Caritas-Konferenz Rüthen bietet jetzt auch Senioren in Rüthen die Aktion "Kaufen und Klönen" an. Fünf Frauen im Alter zwischen 81 und 92 Jahren sind am ersten Einkauftag dabei.

Rüthen.   Bei der Premiere von „Kaufen und Klönen“ trafen sich fünf Frauen und nutzten den Service. Wie das Ganze funktioniert und wo die Vorteile liegen.

Irgendwie trauen sich die Männer scheinbar nicht vor die Tür, wenn es um das Einkaufen geht und so sind es fünf rüstige Rüthenerinnen im Alter zwischen 81 und 92 Jahren, die bei der Premiere von „Kaufen + Klönen“ in der Kernstadt in das Rüthen-Mobil steigen und sich zum Einkaufen fahren lassen. Ein Problem haben alle fünf Frauen: Sie sind nicht mehr so gut zu Fuß und ein Auto haben sie nicht mehr. So ist es schwierig Wasserkisten und andere schwere Einkäufe zu tätigen und ins Haus zu bekommen.

Der Vereinsamung entgegenwirken

Die Caritas hilft. Was seit einigen Jahren bereits in Oestereiden läuft, rollt jetzt auch in Rüthen an. Dabei geht es nicht nur um das schiere Einkaufen, wie der Name schon sagt, sondern auch um ein Stück Geselligkeit. „Die Leute geben Stück für Stück ihre Selbstständigkeit auf“, weiß Caritas-Koordinatorin Christa Mertens. Und: „Immer mehr ältere Menschen vereinsamen. Beidem wollen wir entgegenwirken.“ Wie das Beispiel der „Jungfernfahrt“, wie Christa Mertens die Premiere nennt, beweist, scheint dies zu gelingen.

Gut gelaunt kommen Ida Diemel, Ingeborg Schulte, Gisela Flormann, Ursula Wiecek und Ida Sachse aus dem Edeka-Markt. Der Reihe nach sind sie mit dem Mobil abgeholt worden, haben ab zehn Uhr ihr Einkäufe erledigt. Schwer schleppen brauchen sie nicht. Das Ein- und Ausladen übernehmen die Männer vom Fahrdienst. An diesem Tag ist es Horst Rüntker, der neben Manfred Kooke und Josef Arens diese Aufgabe ebenso ehrenamtlich wie gerne übernimmt.

Wege zu Fuß sind zu weit

„Wir nutzen das Angebot sehr gerne, weil wir kein Auto mehr haben“, berichtet Ida Diemel. Ingeborg Schulte hat ihres gerade vor 14 Tagen verkauft. „Warum macht ihr das nicht auch in Rüthen?“, hatte Ida Diemel bei der Caritas angefragt, ob das Oestereider Modell nicht übertragbar sei. Aus Meiste war sie in die Kernstadt gezogen. „Auf dem Dorf da gibt es ja nichts; da ist man ohne Auto aufgeschmissen“, gibt sie unumwunden zu.

Ein Auto hat sie nach einem Unfall nicht mehr. Noch aus dem Krankenhaus heraus habe sie den Umzug nach Rüthen klar gemacht. Nur: Auch wenn sie, wie alle fünf alten Damen, in der Innenstadt wohnt, sind auch hier die Wege lang, wenn die Beine nicht so recht wollen. „Um Kleinigkeiten unter der Woche zu besorgen schafft man es noch bis Netto, aber bis hierhin ist es zu weit“, sagt Ida Diemel.

Umso dankbarer sind alle für die Hilfe beim Großeinkauf. Und auch für die Zeit danach. Denn wenn alles erledigt ist, ist das zweite K – das Klönen – dran. „Wir müssen doch wenigstens ein Tässchen Kaffee trinken und uns unterhalten“, betont Gisela Flormann. Alle fünf Frauen kannten sich schon vorher, sollte aber jemand Unbekanntes dazu kommen – immerhin bietet der Bulli Platz für acht Passagiere – Berührungsängste gibt es keine. „Wir sind doch nicht auf den Mund gefallen“, lacht Ida Diemel.

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