Jugendkultur

Neues Leben für alte Warsteiner In-Kneipe

Wollen einen Raum für Kultur in der ehemaligen Piano-Bar schaffen: Andreas Pickhard, Jana Fricke, Dimitri Hegemann, Katinka Pilscheur, Annette Katharina Ochs, Thomas Schöne und Paul Heesch

Foto: Tanja Frohne

Wollen einen Raum für Kultur in der ehemaligen Piano-Bar schaffen: Andreas Pickhard, Jana Fricke, Dimitri Hegemann, Katinka Pilscheur, Annette Katharina Ochs, Thomas Schöne und Paul Heesch Foto: Tanja Frohne

Warstein.  In der ehemaligen Piano-Bar in Warstein könnte ein neuer Anlaufpunkt für Jugendliche entstehen – wenn sich die jungen Leute selbst engagieren.

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Neues Leben könnte schon bald in die Räume der ehemaligen Piano-Bar an der Franz-Hegemann-Straße in Suttrop einkehren. Einst die In-Kneipe für Jugendliche, stand die Gaststätte nun seit mehreren Jahren leer und wurde von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen schmerzlich vermisst.

Eben diese sind gefragt, soll das dort stattfindende Zukunftslabor (Future Lab) das im Rahmen des Projektes Jugend.Raum.Kultur.Warstein mit der Berliner Initiative Happy Locals stattfindet, keine Eintagsfliege bleiben. Denn wenn die Jugendlichen sich einbringen, könnte hier ein selbstverwaltetes Jugendzentrum als Treffpunkt für Kultur und Kreativität entstehen.

Jugendliche sollen sich ihre Stadt gestalten

„Wir wollen diejenigen ansprechen, die in ihrer Stadt etwas verändern wollen, die diese für ihre Altersgenossen lebenswerter machen wollen“, erläutert Dimitri Hegemann, der mit der Initiative Happy Locals langfristig an vielen Orten dezentrale Kulturarbeit in Gang bringen möchte. „Wir wollen Raum schaffen, wo Jugendliche experimentieren können“, hofft Hegemann mit einem Kreativzentrum einer Abwanderung junger Intelligenz entgegen wirken zu können.

„Wir suchen die, die sich heute vielleicht noch nicht trauen, selbst die Initiative zu ergreifen und eigene Impulse zu setzen. Wir suchen diejenigen, die ihre eigenen Räume und ihre Zukunft gestalten wollen.“ In der Zukunftswerkstatt sollen deren Ideen auf Machbarkeit geprüft werden.

Happy Locals als erfahrene Berater

Als Berater und Coaches – „wir wollen Erfahrungswerte bieten“ – sehen sich die Happy Locals, die davon überzeugt sind, dass es auch in Warstein kreative und engagierte Jugendliche zwischen 16 und 27 Jahren gibt, die sich für einen kreativen Treffpunkt einsetzen möchten. „Ein kontinuierliches Programm ist dabei wichtig“, betont Hegemann, der sich vorstellen könnte, dass alle zwei Wochen eine Band in den ehemaligen Gaststätten-Räumen auftritt, dort Programm-Kino stattfindet, es beispielsweise einen Veggie-Tag gibt. „Es sollen AGs gegründet werden, die sich je nach Interesse um verschiedene Schwerpunkte kümmern.“

Und das eigenverantwortlich. Die Happy Locals wollen den Warsteiner Jugendlichen nur das Rüstzeug mitgeben.“ Wenn es auch mal holpert und stolpert – das muss man aushalten“, müsse laut Hegemann nicht alles perfekt laufen. „Das wichtigste ist, dass Jugendliche zusammenkommen. Hier wird das Schräge zu Hause sein, ein bisschen Punk.“

Eigentümerin Beermann ist offen für Projekt

Sehr offen für das Projekt sei die Eigentümerin des Gebäudes, deren Ansinnen es sei, dass eine soziale Institution in die Räumlichkeiten einzieht. „Es ist toll, dass sie uns die Räume mietfrei zur Verfügung stellt“, freut sich Bürgermeister Thomas Schöne, der von dem Projekt der Happy Locals begeistert ist. „Hier bietet sich eine echte Chance, Raum für die Jugend zu schaffen. Es wäre toll, wenn sich junge Menschen im Jugendkulturbereich engagieren würden. Hier können sich Jugendliche konkret im Kulturbereich eine Heimat gestalten.“

Eine tolle Jugend-Location

Mit der ehemaligen Gaststätte habe man einen idealen Ort gefunden – wenn die Jugendlichen diesen annehmen. „Das war immer eine tolle Location hier, es ist spitze, dass wir darauf aufsatteln können. Der alte Geist ist noch da.“ Dass sich mit Infineon und der Warsteiner Brauerei zwei starke Partner gefunden haben, die die Initiative unterstützen, zeige, „dass es viele Menschen gibt, die an die Zukunft der Stadt glauben.“

Klappt es mit dem Kulturzentrum, soll dieses nicht der einzige Anlaufpunkt für Jugendliche bleiben. „Wir könnten uns viele kleine Zellen vorstellen“, erläutert Hegemann. Ein Ort, der ihm und seinen Mitstreitern Annette Katharina Ochs und Paul Heesch sofort ins Auge gefallen ist, ist die ehemalige Tankstelle an der Hauptstraße. Vielleicht kann man auch diese beleben.

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