Alte Kirche

Orgel in Warsteins Alter Kirche wird überholt

Freuen sich über die Renovierung der Orgel in der Alten Kirche: Jürgen Kösters, Heinz-Helmut Schulte, Pfarrer Markus Gudermann und Klaus Schrewe

Foto: Georg Giannakis

Freuen sich über die Renovierung der Orgel in der Alten Kirche: Jürgen Kösters, Heinz-Helmut Schulte, Pfarrer Markus Gudermann und Klaus Schrewe Foto: Georg Giannakis

Warstein.   Die Orgel der Alten Kirche in Warstein bleibt für zwei Monate stumm. Die Orgel wird generalüberholt.

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Seit 1987 sorgt die prachtvolle und dem barocken Zeitalter nachgebildete Orgel für die musikalische Begleitung der Gottesdienste in der Warsteiner Alten Kirche. Nach 30 Jahren intensiver Nutzung im liturgischen und konzertanten Bereich wird das mit zwei Manualen ausgestattete Instrument derzeit gereinigt und generalüberholt.

Die in den vergangenen Jahren dramatisch anwachsende Problematik der Luftfeuchtigkeitszunahme im kleinen Gotteshaus zwang die Mitglieder des Kirchenvorstandes nun zum zügigen Handeln. Eine Betriebsstörung des Instrumentes gab es in den vergangenen drei Dekaden derweil nicht zu verzeichnen. Einzig und allein vor Feuchtigkeits- und Schimmelbefall wollten die Verantwortlichen des Pastoralverbundes das sakrale Instrument schützen und entschlossen sich deshalb zur Durchführung von Grundreinigungsmaßnahmen.

Orgel massiv Witterung ausgesetzt

„Die Kirche steht an exponierter Stelle, so dass das Gebäude massiv der Witterung ausgesetzt ist. Aber auch die sich verändernden klimatischen Bedingungen haben bereits sichtbare Spuren hinterlassen. Die zunehmende Luftfeuchtigkeit in der Kirche ist ein großes Problem“, beschreibt Klaus Schrewe das Dilemma. Zehn Liter Wasser pro Tag zogen die aufgestellten Entfeuchtungsgeräte noch vor Kurzem aus der Räumlichkeit – viel zu viel, um einen einwandfreien Erhalt der Orgel auch künftig gewährleisten zu können. Mittlerweile sind es (nur) noch drei Liter Wasser pro Tag, die im Gotteshaus aufgefangen werden.

„Es wurde Zeit, etwas zu unternehmen. Die Mechanik hätte sich sonst weiter vollgesaugt. Und wer weiß, wie lange die Orgel dann ihre Funktionalität noch behalten hätte“, unterstreicht Kirchenmusiker Heinz-Helmut Schulte die Notwendigkeit eines restauratorischen Einschreitens.

Vorhaben wird bewilligt

Sowohl das Generalvikariat als auch das Erzbistum Paderborn standen dem Anliegen des Kirchenvorstandes von Beginn an durchweg positiv gegenüber und bewilligten letztlich das Vorhaben. Das Kostenvolumen beläuft sich dabei auf rund 33 000 Euro, woran sich das Erzbistum finanziell zur Hälfte beteiligt. Die verbleibenden 50 Prozent steuert die Kirchengemeinde aus Eigenmitteln bei.

Durchgeführt werden die Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten sowie die abschließende Intonierung der Orgel von der Firma Stockmann aus Werl, die im Jahr 1987 das Instrument in der Alten Kirche auch erbaute. 1000 Pfeifen montierten die Fachmänner in den vergangenen Tagen ab. Die längste Pfeife weist dabei eine stolze Höhe von sage und schreibe 2,40 Metern auf. Die kürzeste Pfeife ist etwa drei Zentimeter groß.

Register aus dem Jahr 1904

Einen erhöhten Aufwand bei der filigranen und akribischen Reinigungsprozedur stellen zudem die rein mechanischen Spiel- und Registraturen dar. Die Pfeifenorgel besitzt 20 klingende Register, wobei das älteste aus dem Jahr 1904 stammt.

Nicht nur die hölzernen und metallischen Pfeifen, sondern ebenso das aus Eichenholz bestehende Orgelgehäuse mit den daran aufgebrachten Schnitzereien aus Lindenholz werden gleichzeitig aufpoliert. Auch der auf der Orgelbühne vorhandenen Brüstung haben sich die Spezialisten gewidmet und konnten das hölzerne Geländer bereits in frischem Glanz erstrahlen lassen.

Der Gottesdienst, der in der Warsteiner Alten Kirche immer dienstags um 19 Uhr gefeiert wird, wird bis zum Ende der Arbeiten teils A-Cappella gesungen, teils mit Flöten und E-Piano begleitet. Freuen dürfen sich die Gottesdienstbesucher derweil auf die Inbetriebnahme der Orgel in gut zwei Monaten. Eigens dazu haben die Funktionäre des Pastoralverbundes Warstein ein Orgelkonzert für Familien mit Kindern geplant. Dabei wird das restaurierte Tasteninstrument sowohl kindgerecht vorgestellt, als auch zur vollen musikalischen Entfaltung gebracht. Zu Gast wird Dekanatskirchenmusiker Harald Gokus aus Rheda-Wiedenbrück sein.

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