Brauerei-Percherons

Percherons der Warsteiner-Brauerei finden neues Zuhause

Klein neben dem "Weißen Riesen": Sonja und Heiner Wilke zusammen mit dem schon am Nacken 1,88 Meter hohem Hengst Tavis.

Foto: Figge, Wilhelm

Klein neben dem "Weißen Riesen": Sonja und Heiner Wilke zusammen mit dem schon am Nacken 1,88 Meter hohem Hengst Tavis. Foto: Figge, Wilhelm

Usseln/Warstein.   Die Percherons der Warsteiner-Brauerei sind mittlerweile verkauft worden und haben im Großraum Westfalen neue Besitzer gefunden.

1,88 Meter misst Hengst Tavis im Stockmaß am Nacken – und dann kommen noch Hals und Kopf. Drei Pferde der Rasse Percheron haben bei der Wilke-Mühle in Willingen-Usseln eine neue Heimat gefunden, nachdem die Warsteiner-Brauerei ihre Zucht aufgegeben hat. Tavis ist der größte des Trios, das die anderen Pferde im Bestand von Svenja und Heiner Wilke weit überragt.

Die auch als „weiße Riesen“ bekannten Tiere werden Teil des Kutschbetriebs und des berittenen Fanfarenzugs. Tavis, Skara und Slash ragen selbst unter großen Pferden heraus, und das sind die Alt-Oldenburger der Wilke-Mühle die es auf ein Stockmaß vom 1,70 bis 1,75 Metern bringen – winzig im Vergleich zu dem großen Tavis. Seit gut zwei Wochen sind die mächtigen Tiere der Rasse Percheron in Usseln heimisch.

Die Pferde hängen sehr aneinander, schildert Heiner Wilke: Alle drei wurden in Warstein geboren und stammen aus den Ställen der dortigen Brauerei. 28 Jahre lang züchtete der Betrieb sie, die Pferde traten als repräsentatives Gespann bei Volksfesten auf, zogen Hochzeitskutschen und beeindruckten bei Sportereignissen. Auch beim Korbacher Freischießen waren Tavis und Skara, die beiden älteren der drei Percherons, schon zu Gast.

Die Größten gesichert

In den vergangenen Wochen hat die Brauerei die kostenintensive Zucht aufgegeben, am 15. Oktober hatten sie ihren letzten Auftritt in Warstein. „Wir haben früh genug davon erfahren und konnten uns die größten sichern“, berichtet Heiner Wilke. Seit über 30 Jahren werden in der Wilke-Mühle Alt-Oldenburger gehalten.

Die hohen, eleganten Kaltblüter aus Warstein ergänzen künftig den Kutschbetrieb. Das kennen sie von ihren Präsentationsfahrten schon gut, neu wird für sie der Pferdeschlitten und der Einsatz im berittenen Fanfarenzug – Reitlehrerin Svenja Wilke wird sie daran gewöhnen, Menschen auf dem Rücken zu tragen.

„Percherons bringen viel mit“, schildert ihr Mann Heiner: „Sie sind ausgeglichene, hellwache, fröhliche Pferde.“ Der Hufschmied habe indes seinen Respekt gezeigt und musste eine Nummer größer arbeiten.

Rasse aus der Normandie

Ursprünglich stammt die Rasse aus der Perche in der Normandie. Die Brauerei besorgte sich nach ersten Einkäufen in Düsseldorf Stuten direkt aus Frankreich. In Usseln leben nun die 13-jährige Skara, der zwölfjährige Tavis und der fünfjährige Slash.

Gesellschaft haben sie unter anderem von drei anderen Schimmeln. Zudem hatte die Wilke-Mühle schon mal ein Kutschpferd mit einem der „Weißen Riesen“ gekreuzt: Renaldo, Kesselpauken-Pferd des berittenen Fanfarenzugs, ist ein halber Percheron.

„Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir weiterzüchten, aber immer im Verbund mit den Alt-Oldenburgern“, gibt Heiner Wilke einen Ausblick auf die Zukunft der Pferde.

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