Eschensterben

Pilzbefall: In Warstein müssen Eschen fallen

Eschen an der Heinrich-Lübke-Straße im Legoland, von einem Pilz befallen.

Foto: Thorsten Streber

Eschen an der Heinrich-Lübke-Straße im Legoland, von einem Pilz befallen. Foto: Thorsten Streber

Warstein.   Das „Falsche Weiße Stängelbecherchen“, ein aus Asien stammender Pilz, lässt Eschen im Stadtgebiet sterben. Viele müssen gefällt werden.

Es ist ein Pilz, der den Eschen zu Leibe rückt, die zu Hunderten an den Straßen und Wegesrändern im Stadtgebiet stehen. Das „Falsche Weiße Stängelbecherchen“ sorgt dafür, dass die Eschen erkranken und die Kronen austrocknen. Ein weiterer Pilz sorgt dafür, dass sich das Holz dann lockert und zu Boden fällt.

Spätestens dann muss der Betriebshof tätig werden und den erkrankten Baum beseitigen, um der Verkehrssicherungspflicht zu genügen, erläutert dessen stellvertretender Leiter Ingo Schaup auf Anfrage der WESTFALENPOST.

Vor allem Belecke betroffen

Im Sommer vergangenen Jahres wurde die Krankheit an den Eschen auch verstärkt im Stadtgebiet festgestellt. Inzwischen sind vor allem in Belecke viele Bäume gefallen, weiß Schaup, aber auch in der Feldflur waren und sind viele Bäume nicht mehr zu retten. Man werde die befallenen Bäume sukzessive beseitigen. In größeren Beständen falle das kaum auf, wenn es aber beispielsweise um den großen Eschen-Baum im Park der Alten Kirche (Schaup: „Ein Riesentrümmer“) geht, sieht das anders aus.

Zumal dieser stattliche Baum nicht einfach gefällt werden kann. Schaup: „Hier müssen wir zunächst mit einem Steiger die Krone herausschneiden“. Ansonsten würden weitere, gesunde Bäume möglicherweise beschädigt – und das soll, gerade an so exponierter Lage, vermieden werden. Es ist aber nicht die erste wirklich große Esche, die es erwischt hat. Auch im Bergenthalpark musste ein Baum weichen – lediglich ein Baumstumpf ist noch da.

Dabei versuchen Schaup und seine Mitarbeiter, die befallenen Bäume so spät wie möglich zu beseitigen: „Oftmals können wir sie noch ein Jahr halten, aber wenn sie trocken sind, müssen sie weg.“ Denn bei „Gefahr im Verzug“ sei ein zeitnahes Handeln wichtig. Peu a peu werde man an den betroffenen Stellen nachpflanzen, allerdings nicht wieder Eschen, da diese nicht automatisch resistent seien: Interessanterweise seien nämlich nicht alle Eschen gleichermaßen befallen, das sei möglicherweise genetisch bedingt, mutmaßt der Betriebshof-Experte.

Typischer Straßenbaum

Die Esche sei für das Warsteiner Straßenbild typisch, das gelte auch am Rande der Feldflur. Etwa am Schorenkopf seien die Bäume auch jüngeren Datums.

Auch den Stadtwald hat das Eschensterben erreicht, berichtet Henning Dictus vom Sachgebiet Forst. Allerdings sei man nun froh, nicht viel des „Edellaubholzes“ im Bestand zu haben – Eschen machen weniger als ein Prozent des Baumbestandes aus. Der Hintergrund: Eschen haben „sehr hohe Ansprüche an die Nährstoffe im Boden. Die Böden haben wir so gut wie gar nicht.“ Gleichwohl habe er im Winter die dicken Eschen eingeschlagen, bei denen ein Befall erkennbar gewesen sei, um einen „noch recht guten Preis“ zu erzielen. Aktuell werden zwischen 100 und 140 Euro je Festmeter – je nach Qualität erzielt. Warstein hat „eine Lkw-Ladung voll“ verkaufen können. Ein besonders guter Stamm wird Ende März versteigert.

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