Gericht

Schwerer Raub in Warsteiner Villa: Geständnis angekündigt

Der Angeklagte Sokol S. mit seiner Verteidigerin. Ihm wird vorgeworfen, mit einem Komplizen in eine Warsteiner Villa eingedrungen zu sein und dort eine Haushälterin überwältigt zu haben.

Foto: Patrick Schlos

Der Angeklagte Sokol S. mit seiner Verteidigerin. Ihm wird vorgeworfen, mit einem Komplizen in eine Warsteiner Villa eingedrungen zu sein und dort eine Haushälterin überwältigt zu haben. Foto: Patrick Schlos

Arnsberg/Warstein.   Nach einem Einbruch in ein Haus in Belecke hat nun der Prozess gegen die mutmaßlichen Räuber begonnen. Den Angeklagten drohen fünf Jahre Haft

Vor dem Landgericht Arnsberg hat gestern der Prozess gegen zwei mutmaßliche Räuber begonnen. Den beiden 23 und 40 Jahre alten Männern wird vorgeworfen, im April dieses Jahres in zwei Wohnhäuser in Remscheid und in Belecke eingebrochen zu sein. Bei dem Einstieg in eine freistehende Villa in dem Warsteiner Ortsteil sollen die beiden Angeklagten zudem eine Frau bedroht und gefesselt haben. Zum Prozessbeginn wollten sich die beiden Beschuldigten nicht zu den Vorwürfen äußern, für den kommenden Verhandlungstermin haben beide allerdings eine umfassende Einlassung angekündigt.

Haushälterin wurde mit Pistolen bedroht

Laut Anklageschrift sollen die beiden Albaner am 10. April eine Haushälterin eines in Warstein lebenden Ehepaares überfallen haben. Gegen 8.50 Uhr waren die beiden Männer dazu zunächst über einen etwa zwei Meter hohen Zaun geklettert und hatten dann ein Fenster der Villa eingeschlagen, um sich Zutritt zu verschaffen.

Im Haus sollen die Beschuldigten dann die Haushälterin mit Schreckschusspistolen bedroht, sie gefesselt und ihr den Mund zugeklebt haben. Laut Staatsanwaltschaft zwangen die Beschuldigten die Frau zwischenzeitlich auch dazu, eine Sicherheitstür im Keller zu öffnen, bevor sie ihr Opfer letztendlich erneut an einen Stuhl fesselten und mit Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von rund 26 000 Euro flüchten konnten. Die Angeklagten wollten sich - auch auf anraten ihrer Verteidiger, allerdings nicht zu diesen Vorwürfen äußern. Einzig ihren Namen, ihr Alter und ihre Herkunft gaben beide auf Nachfrage des vorsitzenden Richters Klaus-Peter Teipel zu Protokoll.

Kammer lehnt Handel der Verteidigung ab

Stattdessen versuchte die Verteidigung, der Kammer und dem Vertreter der Staatsanwaltschaft eine Verständigung vorzuschlagen: Gegen die Zusicherung, den Einbruch trotz des Einsatzes der Schreckschusspistolen nur als minderschweren Fall zu werten - und damit noch knapp unter dem Mindeststrafmaß von fünf Jahren für schweren Raub verbleiben zu können - würden sich ihre Mandanten umfassend äußern.

Eine frühe Einlassung wirkt strafmildernd

Dagegen sperrten sich Anklage und Kammer allerdings gleichermaßen. Stattdessen legte Richter Teipel den Angeklagten nahe, lieber auf ein strafmilderndes Geständnis zu setzen: „Eine frühe Einlassung wirkt sich in der Regel erheblich auf das Strafmaß aus.“ Eine Freiheitsstrafe von weniger als fünf Jahren sei nach Aktenlage für das Gericht nicht realistisch. Der Vertreter der Anklage forderte mindestens sechseinhalb Jahre. Nach einer längeren Beratung kündigten die Verteidiger daraufhin eine „umfassende Einlassung“ ihrer Mandanten für den nächsten Verhandlungstag an.

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