Mobilität

Roter Bulli macht Rüthener mobil

Startklar: Christa Mertens, Alfons Levenig, Friedel Zimmermann und Bürgermeister Peter Weiken (von links) am Rüthen-Mobil. Aufschrift und Logo werden noch angebracht.

Foto: Armin Obalski

Startklar: Christa Mertens, Alfons Levenig, Friedel Zimmermann und Bürgermeister Peter Weiken (von links) am Rüthen-Mobil. Aufschrift und Logo werden noch angebracht. Foto: Armin Obalski

Rüthen.   Ehrenamtliche Fahrer bringen junge wie ältere Menschen aus allen Ortsteilen mit Neunsitzer ans Ziel. Leader-Programm ermöglicht 46 000 Euro teure Anschaffung.

Vierzehn Ortsteile verteilt über die flächengrößte Kommune des Kreises Soest: Nicht immer haben es Menschen, die nicht, nicht mehr oder noch nicht selbst fahren können, einfach, ans Ziel zu kommen. Das wird ihnen jetzt ein Stück weit erleichtert. Das Rüthen-Mobil dient dem Transport junger wie älterer Menschen von A nach B, soweit die Fahrt einen sozialen Hintergrund hat. Ein Taxi-Ersatz ist der rote Neunsitzer auf keinen Fall. Die Fahrer sind ehrenamtlich tätig, die Nutzung ist bis auf den verbrauchten Kraftstoff kostenlos.

Seit Donnerstag ist der Kleinbus, ein Sprinter der Marke mit Stern, offiziell im Einsatz. Erste Fahrten aber hat er bereits hinter sich. So steuerte Michael Schulenberg aus dem Kreis der ehrenamtlichen Fahrer ihn vormittags bereits voll besetzt mit älteren Mitbürgern zum „Kaufen und Klönen“ (K+K) von Oestereiden nach Rüthen. „Eigentlich brauchten wir noch mehr Plätze“, erklärte er im Rahmen der Einweihung schmunzelnd.

Das Interesse an den K+K-Fahrten ist groß. Und sie sind auch die Wurzel des gesamten, im Rahmen des Leader-Programmes umgesetzten Projektes „Rüthen mobil“, dessen Ergebnis das Rüthen-Mobil ist. Keiner kennt die Zusammenhänge so gut wie Alfons Levenig. Er ist Oestereidens Ortsvorsteher, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Leader-AG „5verBund“ und ehrenamtlicher Bulli-Chauffeur und übernahm daher bei der Einweihung auch Begrüßung und Vorstellung des Projektes.

Der Anstoß dafür erfolgte 2013, als in Oestereiden der Lebensmittelmarkt schloss. „Plötzlich liefen gerade die älteren Leute durch den Ort und wussten nicht wohin, um ihre Einkäufe zu erledigen“, berichtete Levenig. Die Caritas sprang in die Bresche und rief K+K ins Leben. Mit einem Bulli, es handelte sich bislang um ein bei der Feuerwehr stationiertes Werbefahrzeug, ging es wöchentlich zum Einkaufen mit anschließenden Kaffeeklatsch nach Rüthen. „Gerade die sozialen Kontakte spielen eine große Rolle“, berichtete Alfons Levenig.

Für alle Altersgruppen nutzbar

Die sollen nicht abreißen, auch wenn die Stadt das gesponserte Werbefahrzeug bald abgeben muss. Ganz im Gegenteil, sie sollen ausgebaut werden, so wie auch die Nutzung des Rüthen-Mobils auf alle Ortsteile ausgedehnt werden soll. Schwerpunkte der Nutzung sind Senioren-, Jugend-, Schul- und Sozialarbeit.

Einige Beispiele, zu welchen Zwecken der Bulli rollen könnte: Einkaufsveranstaltungen nach dem K+K-Vorbild, Transport ältere Mitmenschen zu Veranstaltungen wie „Urlaub ohne Koffer“ oder Seniorennachmittagen, Fahrten von Jugendlichen zu Freizeiten und Zeltlagern, Einsätze im Rahmen der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, Fahrten zu Ausbildungsveranstaltungen von Jugendfeuerwehr oder Musikjugend.

„Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass wir als Rat und Verwaltung das ehrenamtliche Engagement nach Kräften unterstützen“, betonte Bürgermeister Peter Weiken namens der Stadt Rüthen. Das Geld für den 46 000 Euro teuren Kleinbus kam zwar zu 65 Prozent über das Leader-Programm, weitere 12 000 Euro aus Kirchensteuermitteln des Erzbistums und 4000 Euro über ein Crowdfunding zusammen, die Stadt aber übernimmt die Trägerschaft.

Gute Zusammenarbeit

Sie trägt die Versicherungskosten inklusive einer Insassenversicherung. „Ich habe noch nie eine so gute Zusammenarbeit mit einer Kommune erlebt; ohne sie wäre das Projekt nicht zu schultern gewesen“, betonte Christa Mertens, Gemeindereferentin und Koordinatorin der Caritasarbeit im Pastoralverbund Rüthen, bevor Pfarrer Bernd Götze Fahrern, Fahrzeug und allen kommenden Passagieren den kirchlichen Segen erteilte.

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