Infrastruktur

Rüthen setzt massiv auf barrierefreie Bushaltestellen

15 Bushaltestellen sollen noch dieses Jahr barrierefrei umgebaut werden. Am Schulzentrum Maximilian-Kolbe-Schule wird neben den Bussteigen auch der Parkplatz erneuert. Außerdem soll ein weiteres Stück des Schlangenpfades ausgebaut werden.

15 Bushaltestellen sollen noch dieses Jahr barrierefrei umgebaut werden. Am Schulzentrum Maximilian-Kolbe-Schule wird neben den Bussteigen auch der Parkplatz erneuert. Außerdem soll ein weiteres Stück des Schlangenpfades ausgebaut werden.

Foto: Armin Obalski

Rüthen.   Ein Viertel der rund 60 Bushaltestellen in Rüthen soll noch in diesem Jahr barrierefrei werden. Fördermittel machen es möglich.

Ein Viertel der rund 60 Bushaltestellen im Stadtgebiet soll noch in diesem Jahr so umgebaut werden, dass die Fahrgäste barrierefrei in die Busse einsteigen können. Dieses Ziel nannte im Bauausschuss Andreas Janning, Fachmann für den Tiefbau bei der Stadtverwaltung. Größtes Objekt ist die Haltestelle am Schulzentrum vor der Maximilian-Kolbe-Schule.

90 Prozent Fördermittel vom Zweckverband

Für das ehrgeizige Vorhaben, 15 Bushaltestellen umzubauen, hat die Stadt einen Förderantrag an den Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe gestellt. Dieser hat ein Förderprogramm aufgelegt, aus dem die Kommunen bis 2022 jährlich Mittel abrufen können. Der Verband übernimmt pro Maßnahme 90 Prozent der Kosten. Für das Großprojekt an der Maximilian-Kolbe-Schule sind 530 000 Euro veranschlagt, die Stadt hätte davon wegen einiger Sonderwünsche 60 000 Euro Eigenanteil zu tragen. „Man sollte mitnehmen, was man mitnehmen kann“, warb Janning um die Zustimmung der Ausschussmitglieder.

Barrierefrei bedeutet nicht ebenerdig. Stattdessen werden die Borde der Bussteige so erhöht, dass sie mit der Neigetechnik, über die die meisten Busse verfügen, korrespondieren. Der Einstieg ist gleich ob mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl ohne Hindernis möglich.

Leitsystem weist Weg direkt zum Buseinstieg

Wie die Umsetzung am Schulzentrum erfolgen soll und was dort darüber hinaus geplant ist, erläuterte Bernd Helfmeier vom beauftragten Planungsbüro aus Oelde. Dort sollen die Hochborde gegen die speziellen Busborde ausgetauscht werden. Ein taktiles Leitsystem aus den bekannten Noppen- und Gitterplatten weist den Passagieren mit Handicap den Weg direkt zum Buseinstieg.

Im Zuge der Baumaßnahmen, für die laut Helfmeier sowieso zum Teil, in die Asphaltfläche eingegriffen werden muss, soll auch der Parkplatz neu gestaltet werden, was zum Teil auch Bestandteil des Förderantrags sei. So ergebe sich ein Gesamtkonzept, dessen Bestandteil auch der Ausbau des Mittelteils des Schlangenpfades vor dem Schulzentrum sein soll. „Wir wollen das Vorhaben ganzheitlich betrachten“, so Andreas Janning.

Planer muss auf Politikerwunsch umdenken

Nicht alles, was Bernd Helfmeier bislang geplant hat, stieß im Bauausschuss auf Zustimmung. Um die Zahl der Parkplätze zu erhalten, schlägt er das Neuanlegen einiger Stellplätze parallel zur Straße vor. Konsequenz: Der Gehweg und der rote Multifunktionsstreifen (u.a. für Radfahrer), wie er aus dem neu gestalteten Teil des Schlangenpfades fortgeführt werden soll, würden Richtung Schulgebäude verschwenkt. Im Weg wäre dabei der Grünstreifen bisheriger Art und Breite. Die Folge: Es müssten Bäume gefällt werden.

Lieber mehr Bäume, dafür weniger Parkplätze

Das missfiel nicht nur Jürgen Augustinowitz (CDU): „Das sind in 20, 30 Jahren gewachsene Schattenspender, die unbedingt erhalten werden müssen.“ Fraktionskollege Friedhelm Thomas sah es ebenso: „Lieber zwei Bäume mehr und dafür drei Parkplätze weniger.“ Bürgermeister Peter Weiken gab Helfmeier als Auftrag: „Planen Sie mal so, dass die Bäume erhalten bleiben.“

Die Zeit für die Umsetzung drängt: Nach dem Kreisschützenfest, das im September in Rüthen gefeiert wird und bei dessen Logistik der Schlangenpfad und das Schulzentrum eine bedeutende Rolle spielen, sollen laut Andreas Janning unmittelbar die Bauarbeiten beginnen. „Wir müssen nach den Förderrichtlinien noch in diesem Jahr fertig sein.“ Gleiches gilt auch für den Umbau der anderen 14 Haltestellen.

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