Handwerk und Kunst

Rüthen startet Aktion für Hobby-Künstler

Skulpturen für den Klostergarten: Im Rahmen des Bauernmarktes können bis zu acht Hobbykünstler Figuren aus Rüthener Grünsandstein anfertigen. Beigeordneter Hubert Betten (links) und Initiator Jürgen Steinmetz stellen die Idee vor.

Foto: Armin Obalski

Skulpturen für den Klostergarten: Im Rahmen des Bauernmarktes können bis zu acht Hobbykünstler Figuren aus Rüthener Grünsandstein anfertigen. Beigeordneter Hubert Betten (links) und Initiator Jürgen Steinmetz stellen die Idee vor. Foto: Armin Obalski

Rüthen.   Handwerk und Kunst treffen bei der Rüthener Fachmesse (RüFa) aufeinander. Hobby-Künstler können sich im Klostergarten verewigen.

Acht Hobbykünstler haben die Chance, sich in Rüthen zu verewigen. Tätig werden sollen sie im Rahmen der Rüthener Fachmesse (RüFa), konkret des angegliederten Handwerker- und Bauernmarktes am Haus Buuck. Ihr Material ist Rüthener Grünsandstein. Ihren endgültigen Platz erhalten die Arbeiten später im Klostergarten. Jürgen Steinmetz, von dem die Idee stammt, und Hubert Betten, Beigeordneter der Stadt Rüthen, der das Vorhaben unterstützt, stellten den Plan an dem geschichtsträchtigen Ort vor.

Das Projekt

„Bei der RüFa bildet das Handwerk einen Schwerpunkt. Wir wollen ihm aber auch etwas Künstlerisches geben“, berichtet Betten. So entstand die Idee, die Rüthener Kreativtage, die im großen Rahmen wieder im Juli im Handwerkerdorf stattfinden und an denen Steinmetz schon selbst begeistert teilgenommen hat, im Kleinen auf die Hachtorstraße zu holen. Es gibt hier nur eine Möglichkeit, der handwerklich-künstlerischen Betätigung: Steinbildhauerei.

Hobbykünstler können Stein selbst aussuchen

Drei Tage Zeit haben die Hobbykünstler den Stein, den sie auf Wunsch selbst im Grünsandsteinwerk Kirsch aussuchen können, zu bearbeiten: Vom 20. bis 22. April. „Für die Besucher ist es sicher reizvoll zu beobachten, was sich tut“, glaubt Hubert Betten. Das ist die einzige Voraussetzung für die Hobby-Künstler: Die Bereitschaft, sich bei ihrem Tun zuschauen zu lassen. Ansonsten brauchen sie weder Vorkenntnisse, noch müssen sie sich um Material und Werkzeug kümmern. Mit Gabriele Zopp aus Wadersloh steht ihnen außerdem eine Expertin zur Seite. Den Kontakt hat der Kunstkreis geknüpft. Sie hilft in technischer Hinsicht, aber auch wenn es den Hobbykünstlern an Inspiration fehlen sollte. Eigentlich aber sollte der eigenen Fantasie freier Lauf gelassen werden. Und das Beste: Für die Teilnehmer ist die Aktion komplett kostenlos, sie müssen nur ihre Muskelkraft einbringen. Dies ermöglicht eine Förderung der Aktion durch die Rüthener Dr.-Tillmann-Stiftung.

Der Klostergarten

Nur eines müssen sie versichern: Dass sie ihr Werk der Stadt Rüthen zur Verfügung stellen, damit sie es später im Klostergarten aufstellen kann. „Angesprochen sind alle, die sagen, ‘da kann ich mich rantrauen und etwas für die Allgemeinheit schaffen’“, fasst Jürgen Steinmetz die Kriterien zusammen. Altersbeschränkungen gibt es keine, so dass auch Jugendliche sich gerne melden können. „Jeder, der Rüthen verschönern möchte, ist willkommen.“

Schönes Fleckchen ist etwas in Vergessenheit geraten

Werden die Werke nach der RüFa zunächst im Haus Buuck oder in einem leer stehenden Schaufenster gezeigt, ist ihr endgültiger Standort mit Bedacht gewählt. „Der Klostergarten ist so ein schönes Fleckchen, nur etwas in Vergessenheit geraten“, bedauert Steinmetz. Das könnte sich ändern, wenn der vor vielen Jahren von Wolfgang Macdonald geschaffene Mönch Gesellschaft durch acht andere Skulpturen erhält, die, weil aus Stein, sicher haltbarer sind als das Holzbildwerk Manfred Przybillas. Der Stadt zum 800-jährigen Bestehen durch den Kunstkreis geschenkt, ist davon nur noch das Fundament zu sehen.

Um einen Besuch im Klostergarten jetzt schon interessanter – und informativer – zu machen hat die Stadt gerade zwei Schilder aufgestellt, wie Klaus-Dieter Hötte vom Tourismusbüro berichtet. Stadtarchivar Friedhelm Sommer hat dafür die Geschichte des ehemaligen Kapuzinerklosters, zu dem der Garten gehört, sowie des Augustinerinnen- und Ursulinenklosters zusammengefasst. Dieses lag gleich nebenan und ist heute Geschäftsstelle der Volksbank. Insofern stellt der Klostergarten einen Teil des früheren Zentrums klösterlichen Lebens in Rüthens dar.

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