Schule

Rüthener Gymnasium bietet G9 als Regel, G8 als Ausnahme

G8 oder G9? Am Friedrich-Spee-Gymnasium ist dies kein Gegensatz. Das Abitur nach neun Jahren soll die Regel werden. Für leistungsstarke Schüler ist der Abschluss aber auch nach acht Jahren möglich.

Foto: Ingo Otto

G8 oder G9? Am Friedrich-Spee-Gymnasium ist dies kein Gegensatz. Das Abitur nach neun Jahren soll die Regel werden. Für leistungsstarke Schüler ist der Abschluss aber auch nach acht Jahren möglich. Foto: Ingo Otto

Rüthen.   Das Rüthener Friedrich-Spee-Gymnasium kehrt zum Abitur nach neun Jahren zurück. Doch es gibt auch Ausnahmen.

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Grundsätzlich dauert es am Rüthener Friedrich-Spee-Gymnasium zukünftig wieder neun Jahre bis zum Abitur (G9). Wer aber glaubt, schon nach acht Jahren reif für das Reifezeugnis zu sein, der hat auch dazu die Möglichkeit. So sehen es die Überlegungen vor, die Schulleiter Heinfried Lichte dem Schul- und Sozialausschuss vorstellte. Diese basieren auf umfangreichen Beratungen in der Schulgemeinschaft.

Die Ausgangslage

Auch wenn die Umstellung auf G9 erst mit dem Schuljahr 2019/2020 beginnt, ist es schon jetzt an der Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. „Die Frage G8/G9 betrifft auch die jetzigen Viertklässler, für die im nächsten Februar die Entscheidung zur Anmeldung am Gymnasium ansteht“, betonte Lichte. Denn: Die Umstellung im Schuljahr darauf umfasst die Jahrgänge 5 und 6.

Er kritisierte, dass es noch keine Novelle des Schulgesetzes, keine neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung gebe. „Es gibt keine Informationen zu Struktur, Fächerkanon und Stundentafel. Alles wird hinter verschlossenen Türen beraten.“

Die Perspektive

In dieser unklaren Situation hat die Schulgemeinschaft eine eigene Perspektive entwickelt. Diese bedeutet die Rückkehr zu G9, „da die Gesamtentwicklung in der Bildungsregion mit berücksichtigt werden muss“, wie der Schulleiter begründete. „Wir können hier kein Leuchtturmprojekt starten.“ Die Option bestünde, denn die Landesregierung überlässt den einzelnen Schulen die Entscheidung.

„Es wird garantiert kein altes G9 mehr geben“, betonte Heinfried Lichte. In den neuen, neunjährigen Weg zum Abitur sollen auch positive Erfahrungen eingebunden werden, die mit G8 gesammelt wurden. Die Umsetzung des achtjährigen Bildungsganges sei sowohl fachlich als auch pädagogisch erfolgreich vorgenommen worden. „Über die Zeit haben wir eine Menge an Instrumenten entwickelt, die die Schüler fördern, aber auch fordern.“ Als Beispiele nannte der Schulleiter Neigungs- und Förderbänder sowie Projektkurse. „Alle diese Instrumente gab es vor 2005 nicht.“ Hinzu kommen im Regelunterricht kooperative Lernformen und individuelle Fördermaßnahmen. So viel wie möglich von diesen Errungenschaften soll erhalten werden.

Auch bisher schon gibt es die Möglichkeit für leistungsstarke Schüler, ein Schuljahr zu überspringen. Dies soll bei G9 am FSG weiter möglich sein, aber unter ganz neuen, genau definierten Voraussetzungen. Lichte beschrieb sie als „planmäßig und passgenau“. Für solche Schüler werde es eine individualisierte Begleitung in Form eines Förder- und Vorbereitungskonzeptes geben. Die Entscheidung soll dann in der Sekundarstufe I erfolgen.

Die Reaktionen

„Das Gymnasium ermöglicht es jedem, der kann und will in acht Jahren zum Abitur zu gelangen“, fasste Ausschussvorsitzender Jürgen Augustinowitz (CDU) zusammen. „G8 und G9 sind an dieser Schule kein Gegensatz.“ Ob der Übergang von anderen Schulen auf das Gymnasium mit G9 erleichtert werde, was Ellen Postler (SPD) wissen wollte, nannte Heinfried Lichte „Spekulation, so lange die Lerninhalte nicht feststehen“. Allerdings betonte Augustinowitz, sei es auch nicht Intention, mehr Schüler für das Gymnasium zu gewinnen.

„Was wir als Eltern gelernt haben, ist sehr spannend“, berichtete Gyso von Bonin (BG). Er kennt als Vater von fünf Kindern, die das FSG absolviert haben beide Systeme. Welches er generell für das bessere hält, ließ er aber offen.

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