Politik

Rüthens Bürgermeister im Sommer-Gespräch

Auf der Stadtmauer: Bürgermeister Peter Weiken (links) begutachtet mit Beigeordnetem Hubert Betten die Ausbesserungsarbeiten. „Für eine Beleuchtung haben wir kein Geld“, betont Weiken – und so werden nur Kabel verlegt.

Foto: Armin Obalski

Auf der Stadtmauer: Bürgermeister Peter Weiken (links) begutachtet mit Beigeordnetem Hubert Betten die Ausbesserungsarbeiten. „Für eine Beleuchtung haben wir kein Geld“, betont Weiken – und so werden nur Kabel verlegt. Foto: Armin Obalski

Rüthen.   Den Bau eines vierten Kindergartens in Rüthen hält Bürgermeister Peter Weiken für überflüssig. Im Sommer-Gespräch erklärt er warum.

Zum Auftakt des WP-Sommergesprächs äußert sich Bürgermeister Peter Weiken zu Anregungen, Forderungen und Kritik aus Politik und Bürgerschaft, die in den vergangenen Tagen laut wurden. Den dunklen Anzug trägt er nur, weil er gerade ein Paar in den Stand der Ehe versetzt hat. Ansonsten ist er angesichts seines bevorstehenden Urlaubs ganz entspannt. Im feinen Zwirn und mit polierten Schuhen stiefelt er durch die Splitberge mit denen ein Teil des Weges auf der Stadtmauer erneuert wird, springt aus dem Stand auf einen Stapel aus Pflastersteinen. Womit wir beim ersten Thema wären ...

Stadtmauer

Hier läuft aktuell die Sanierung des Weges zwischen Soestweg und Schneringer Tor. Zum Teil wird die Decke aus Dolomitsand erneuert, damit sie wieder wasserdurchlässig ist, wo sich ständig Wasser sammelt, wird Pflaster verlegt. „Als auch von Beleuchtung die Rede war, haben einige das wohl in den falschen Hals gekriegt“, glaubt Weiken. Auf Facebook war auf unseren Bericht hin die Rede „von so einer Scheiße“ für die die Stadt Geld habe. Der Bürgermeister stellt klar: „Hier wird ausgebessert, wo Pfützen sind; wo einmal gebuddelt wird, bietet es sich an, ein Kabel mit zu verlegen, falls jemals eine Beleuchtung kommen sollte. Aktuell aber habe wir dafür kein Geld.“

Forderung nach Kindergarten

Die SPD-Fraktion hatte jüngst den Bau eines vierten Kindergartens in Rüthen gefordert, weil die Zahlen nach oben gehen, mobile Anbauten (Container) aber keine Lösung seien, um dem Raumbedarf gerecht zu werden. „Die Kinderzahlen sind im Moment sehr gut, wurden noch vor vier Jahren anders prognostiziert“, erklärt Peter Weiken. „Das zeigt, wie schnell sich die Zahlen ändern.“ Daher rate er dringend dazu, von einem Neubau Abstand zu nehmen. „Der demografische Wandel ist ja da und wer weiß, was in drei, vier Jahren ist – und dann haben wir hier ein Gebäude stehen, für das wir viel eigenes Geld in die Hand nehmen müssen, und das hohe Kosten verursacht.“

Mobile Anbauten, wie an den Kindergärten in Westereiden und zuletzt an St. Josef in Rüthen errichtet, seien daher die besser Lösung. „Sie werden zu einem großen Teil durch die Jugendamtspauschale finanziert – und wenn sie nicht mehr gebraucht werden kommen sie wieder weg.“

Wasserlieferungsvertrag

Während die SPD-Fraktion bedingt durch den neu abgeschlossenen Vertrag mit dem Lörmecke-Wasserwerk ab 2018 mit einer Preissteigerung von zehn Cent pro Kubikmeter Frischwasserbezug rechnet, kündigt der Bürgermeister eine pauschale Erhöhung von etwa 18 Euro pro Jahr und Zähler an. Begründung: „Es handelt sich überwiegend um Fixkosten, die durch die neue Qualitätssicherungsanlage der Lörmecke entstehen.“ Die städtische Gebührenkommission hat aber das letzte Wort.

Wirtschaft

„Der Stadt hat hier wenig Einfluss; wir können nur betonen, wie wichtig uns der Erhalt ist“, betont der Bürgermeister mit Blick auf die Turbulenzen um das Pflegezentrum und den Stillstand bei der Erweiterung des Aldi-Marktes. „Wenn die in Belecke einen adäquaten Standort finden würden, wäre sie weg“, befürchtet er angesichts des kleinen Einzugsbereichs. „Nur scheinen sie in Belecke nicht den passenden Standort zu finden; die Stadt hat jedenfalls signalisiert, wie wichtig Aldi für Rüthen ist – mehr können wir nicht tun.“

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