Erbbaurecht

Schloss Mülheim: Durchbruch bei Zwangsversteigerung

Das Schloss Mülheim: Hier will Detlef Gründer Wohnungen errichten

Das Schloss Mülheim: Hier will Detlef Gründer Wohnungen errichten

Foto: Thorsten Streber

Sichtigvor.  Der Erbbauzins beim Schloss Mülheim ist vom Tisch. Damit dürfte die Zwangsversteigerung am Montag erfolgreich abgeschlossen werden.

„Ney wusste, dass er das Gebäude nicht mehr retten kann.“ Der Lippstädter Geschäftsmann Detlef Gründer ist zufrieden. Nachdem er bei der Zwangsversteigerung im Oktober ein Gebot für das Erbbaurecht am Schloss Mülheim abgegeben hatte, hat der Erbbaugeber – die Mainstart UG mit Liquidator Maximilian Wels, einem Stiefsohn Joachim Neys – inzwischen den Verzicht auf den Erbbauzins erklärt.

Beim Verkündungstermin am Montag soll das auch offiziell bekannt gegeben werden. Wohnen im Schloss – dieser Traum könnte damit bald Wirklichkeit werden, sollen in dem Gebäude doch mehrere Wohnungen entstehen.

Mehrere Wohnungen in historischem Gebäude geplant

Im Namen der Firma Gründer & Tönjes Invest aus Rheda-Wiedenbrück, die spezialisiert ist auf die Entwicklung und Vermarktung von Immobilienprojekten, hatte Detlef Gründer 40.200 Euro geboten, genau die Hälfte des ermittelten Verkehrswerts von 80.400 Euro und damit das Gebäude – ohne Grundstück – ersteigert.

Die Mainstart UG stimmte nun zu, dass der Erbbauzins – monatlich 2000 Euro für eine Dauer von 89 Jahren – erlischt. „Das war eine 180-Grad-Wende“, ist Detlef Gründer froh, dass das Erbbaugrundbuch nun lastenfrei übergeben werden kann. Andernfalls hätte ein womöglich jahrelanger Rechtsstreit gedroht.

Treffen mit Vertretern des Denkmalamtes

Maximilian Wels verkündet die erfolgreiche Abwicklung des Schlosses auch auf der Internetseite des Klosters Mülheim. „Neuer Eigentümer, Zuschlag 40.200 Euro, Erbbauzins entfällt“, heißt es da kurz, es gibt aber auch die Ankündigung „Schadensersatzklagen folgen“ – gegen wen bleibt auf der Homepage unklar.

Für Detlef Gründer, der auch bereits das Gespräch mit den Gläubigern gesucht hat, ist der Montagstermin am Amtsgericht wichtig, noch entscheidender ist allerdings ein Ortstermin an dem ortsbildprägenden Gebäude am Dienstag – dann trifft er sich mit Vertretern des Denkmalamtes. „Für Wohnungen ist es wichtig, dass man auch Balkone errichten kann“, erläutert Gründer. „Ohne ist das schon schwierig mit der Wohnnutzung.“

Unsichtbare Lösung für Balkone möglich

Kontakte aufgenommen hat er bereits zu Metallbauern, die verschiedene Vorschläge gemacht haben. „Möglich wäre, dass man die Balkongeländer historisch darstellt, oder es gibt unsichtbare Balkone.“ In diesem Fall wäre zwar die Bodenplatte, die in das Mauerwerk eingelassen wird, aus Metall, die Wände allerdings aus Glas. „In Lipperbruch wurden solche Balkone trotz Denkmalschutz verwirklicht“, erklärt Gründer.

Für ihn ist als nächstes die Zwangsversteigerung des Grundstücks rund um das Kloster interessant. „Da muss erst noch ein Wertgutachten erstellt werden, das kann sich noch mehrere Monate hinziehen.“

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