Schule und Politik

Schülerparlament tagt erstmals im Rüthener Rathaus

Treffen an ungewohntem Ort: Die Schülervertretung des Friedrich-Spee-Gymnasiums tagt auf Einladung von Bürgermeister Peter Weiken (Mitte) im Rathaus.

Foto: FSG

Treffen an ungewohntem Ort: Die Schülervertretung des Friedrich-Spee-Gymnasiums tagt auf Einladung von Bürgermeister Peter Weiken (Mitte) im Rathaus. Foto: FSG

Rüthen.   Regelmäßige Sitzungen sind für die Schülervertretung des Rüthener Gymnasiums Alltag. Jetzt aber tagte sie im Rathaus – und mit dem Bürgermeister.

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Regelmäßige Sitzungen der Schülervertretung (SV) in den Räumen ihrer Schule – das ist längst Alltag für die gewählten Klassen- und Stufensprecher des Friedrich-Spee-Gymnasiums. Eine Sitzung im Rathaus der Stadt Rüthen kann – im Gegensatz dazu – als außergewöhnlich bezeichnet werden.


Entsprechend erfreut waren die SV-Mitglieder, als dies jetzt auf Einladung von Bürgermeister Peter Weiken möglich wurde und er den Schülern aus erster Hand einen Einblick in die finanzpolitischen Themen von Stadt und Schule gab. Zu Stande kam die Sitzung auf Initiative des SV-Mitglieds Leon Kutscher, der auch im Jugendbeirat der Stadt aktiv ist.

Schule kostet Stadt jedes Jahr 720 000 Euro

Insgesamt habe die Stadt Rüthen im Jahr 2018 voraussichtlich 22 Millionen Euro an Ausgaben, so Weiken. In Bezug auf vergangene und gegenwärtige Investitionen und Baumaßnahmen in der Schule gab der Rüthener Bürgermeister einen ausführlichen und differenzierten Überblick darüber „was in der letzten Zeit passiert ist“. So wurden beispielsweise 750 000 Euro für die energetische Sanierung des Schulgebäudes im Jahr 2009 fällig. Die im Anschluss erfolgte Sanierung der Toiletten im Altbau schlug mit 120 000 Euro zu Buche. „Insgesamt kostet die Schule die Stadt Rüthen etwa 720 000 Euro jährlich“, machte Weiken deutlich. Ihm sei bewusst, dass nach wie vor an einigen Stellen Baustellen bestünden, „doch am Ende fehlt leider gegenwärtig das Geld“, stellte er ehrlich fest.

Um trotzdem ein modernes Schulleben zu ermöglichen, sei die Stadt auf Förderprogramme wie z.B. „Gute Schule 2020“ angewiesen. 2018 erhalte die Stadt daraus 220 000 Euro. Damit solle beispielsweise die digitale Infrastruktur der Schule noch stärker ausgebaut werden, was eine Neuanschaffung von weiteren Tablet-PC, Beamern und Computern mit moderner Software am FSG bedeutet. Am Ende seiner Präsentation erklärte Weiken, dass letztlich der Rat entscheide, welches Geld in welche Projekte fließe.

Offene Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister

Anschließend folgte eine offene Gesprächsrunde zwischen Bürgermeister und SV-Mitgliedern. Ein zentrales Anliegen der Schüler war die Sanierung der Toiletten im Neubau, deren Zustand SV-Vertreter Leon Kutscher als schlecht bezeichnete. Weiken zeigte Verständnis für den Unmut der Schüler, allerdings sei für eine Sanierung derzeit „einfach kein Geld da“. Man müsse bei den Investitionen Prioritäten setzen. „Das Problem ist, dass uns nur 220 000 Euro für alle Schulen des Stadtgebiets Rüthen zur Verfügung stehen.“ Priorität habe zunächst die Renovierung des Lehrschwimmbeckens, da es von zahlreichen Vereine und Gruppen genutzt werde. Kostenpunkt für dessen Komplettsanierung: 450 000 Euro.

Bushaltestellen sind nicht mehr zeitgemäß

Weiken versicherte den Schülern, dass ihm bewusst sei, dass die Bushaltestellen am Schulzentrum mitsamt Gittern „definitiv nicht mehr zeitgemäß sind“. Außerdem hatte der Bürgermeister Neuigkeiten zu verkünden: Aktuell arbeite die Stadt an der Stellenausschreibung für einen Computerexperten, der sich intensiv auch um die IT-Belange der Schulen kümmern solle.

Eine Erhöhung der Gewerbesteuer, wie sie zum Teil in anderen Kommunen vorgenommen wird, schloss Weiken aus, um „die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Rüthen für lokale Unternehmen zu erhalten“. Auch sei die Schließung des kostenintensiven Freibads „keine Option, da davon auch alle Bewohner profitieren“, betonte Weiken die Rolle dieser Einrichtungen.

Mit „Ich-will-Gehabe“ keine Vorhaben zu realisieren

Am Ende der Gesprächsrunde hatte er dann noch eine Bitte an die SV: „Mit einem Ich-will-Gehabe kann man keine Vorhaben realisieren. Investiert Herzblut und gesundes Engagement in eure Anliegen, dann können auch aus finanzieller Sicht schier unmögliche Projekte realisiert werden“, so sein ermutigender Appell.

Mehr als zufrieden waren im Anschluss alle Beteiligten und nahmen sich vor, die Kooperation zwischen Stadt und Schülervertretung weiter zu intensivieren.

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