Bundestagswahl

„Schulz-Effekt“ bringt SPD auch in Warstein neue Mitglieder

Bringt Schwung in die SPD – auch in Warstein: Martin Schulz

Foto: Oliver Dietze

Bringt Schwung in die SPD – auch in Warstein: Martin Schulz Foto: Oliver Dietze

Warstein.   Die SPD in Warstein freut sich durch Martin Schulz über einige neue Mitglieder. In den anstehenden Wahlkämpfen steckt sie sich nun hohe Ziele.

Die Parteibücher gehen noch nicht aus. Aber nach der Ankündigung, dass Martin Schulz für die SPD als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf ziehen wird, hat die Partei auch in Warstein einige neue Mitglieder gewonnen, wie Stadtverbandsvorsitzender Holger Deimer im Gespräch mit der WESTFALENPOST erklärte. Der viel beschriebene „Schulz-Effekt“ ist damit auch in Warstein spürbar.

Von der Bekanntgabe Ende Januar bis zu diesem Wochenende, an dem Martin Schulz auch offiziell zum neuen Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten gewählt wurde, seien alleine im Ortsverein Möhnetal fünf Neuzugänge aufgenommen worden, freut sich Deimer, der neben dem Stadtverband auch dem Ortsverein vorsteht.

Die SPD wuchs damit in den Ortsteilen Mülheim, Sichtigvor, Waldhausen, Allagen und Niederbergheim von 47 auf 52 Mitglieder. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 war nicht ein einziges neues Mitglied im Möhnetal registriert worden. Die Zahlen für den gesamten Stadtverband lagen am Wochenende noch nicht vor.

Persönlichkeit des Kandidaten überzeugt viele

„Viele der neuen Mitglieder haben schon länger mit der Sozialdemokratie sympathisiert“, hat Deimer in Erfahrung gebracht, „jetzt wollen sie auch offen zeigen, dass sie für die Ziele der Partei eintreten.“

Vor allem die Persönlichkeit des Rheinländers überzeuge offenbar viele Menschen. „Sie können sich mit Martin Schulz identifizieren“, glaubt Warsteins SPD-Chef, der sich jetzt wünscht, dass auch mehr junge Leute den Weg in die Partei finden. „Den Effekt haben wir noch nicht.“

Für die bevorstehenden Wahlkämpfe seien die Beliebtheit des neuen Parteivorsitzenden, die Neueintritte in die SPD und die guten Umfragewerte viel wert, erklärt Holger Deimer. „Wir haben schon das Gefühl, dass wir nicht mehr – wie vielleicht noch vor vier Jahren – auf verlorenem Boden stehen“, sagt er.

Trommeln für Gabriel wäre schwerer gefallen

Wie viel der Personalwechsel an der Parteispitze bewirkt habe, merkt Holger Deimer etwa beim Gespräch mit Nachbarn oder Bekannten, die keine Parteimitglieder sind. Viele könnten sich vorstellen, in diesem Jahr erstmals oder seit langem mal wieder für die Sozialdemokraten zu stimmen. „So etwas zu hören, tut schon gut“, freut sich der Stadtverbandsvorsitzende, „da macht man dann auch gerne Wahlkampf.“

Für Sigmar Gabriel zu trommeln, wäre ihm auch persönlich deutlich schwerer gefallen, gesteht er ein. Auch wenn sich der jetzige Außenminister als Parteichef um die SPD verdient gemacht habe, „Martin Schulz kommt einfach authentischer rüber“.

Erste Wahlkampf-Aktionen bereits geplant

Holger Deimer zeigt sich optimistisch, dass die amtierenden SPD-Abgeordneten Marlies Stotz bei der Landtagswahl im Mai und Wolfgang Hellmich bei der Bundestagswahl im September gute Chancen auf die Direktmandate haben. Mit Jörg Blöming und Hans-Jürgen Thies treten beide gegen CDU-Bewerber an, die zum ersten Mal in die Parlamente einziehen wollen. „Wir werden unsere Kandidaten im Wahlkampf natürlich unterstützen“, seien die ersten Aktionen bereits geplant.

Doch Holger Deimer fordert von seiner Partei auch Demut. Bis zur Wahl im September vergehe noch viel Zeit. „Ich hoffe sehr, dass die Euphorie bis dahin anhält“, sagt er, „aber das weiß man jetzt noch nicht.“

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