Kunstausstellung

So startet „Abstrakt bis Pop Art“ im Haus Kupferhammer

Die Kunstwerke von Ralf Grimm sind ausgefallen – und spielen seine Gefühle während des Malprozesses wieder.

Die Kunstwerke von Ralf Grimm sind ausgefallen – und spielen seine Gefühle während des Malprozesses wieder.

Foto: Rilana Teipel

Warstein.  Mit einer Matinée ist die Ausstellung „Abstrakt bis Pop Art“ im Haus Kupferhammer eröffnet worden. Künstler Ralf Grimm steht im Mittelpunkt.

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„Meine eigene Handschrift ist vielleicht, dass es keine gibt“, so beschreibt der Suttroper Künstler Ralf Grimm seine Arbeiten. Bereits im zarten Alter von 22 Jahren ist er der Kunst verfallen und nun bekam der in Duisburg-Meiderich geborene Künstler die Gelegenheit, seine besonderen Werke in den geschichtsträchtigen Räumen des Haus Kupferhammer auszustellen.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass sich so viele Besucher bei diesen Witterungen aus dem Hause trauen“, begrüßte Bernhard Enste als Vorsitzender der Freunde und Förderer des Haus Kupferhammer die Kunst-Interessierten am Sonntagvormittag zur Matinée. „Gleichzeitig lasse ich aber auch keine Entschuldigungen zu“, scherzte er mit Blick auf die wohl älteste Besucherin des Tages, die mit 90 Jahren dem Schnee trotzte und sogar aus dem rheinischen Euskirchen anreiste, um die Werke des außergewöhnlichen Künstlers zu bestaunen.

Als „kleinen Zufall“ bezeichnete der Vorsitzende die Begegnung mit Ralf Grimm, auf den er dank des Warsteiners Bernd Schrewe aufmerksam wurde. „Kennste Herrn Grimm?“, meinte dieser erst vor wenigen Wochen zu ihm und erzählte von den Werken des Suttroper Künstlers, welcher sich derweil weit über seinen beruflichen Bereich als Ergotherapeut hinaus einen Namen gemacht hat. Einige Zeit habe es gedauert, bis der Kontakt letztendlich hergestellt wurde und man Ralf Grimm, der über sich selbst behauptet „Ich bin kein akademischer Künstler“ und seine Werke in die „gute Stube Warsteins“ einlud.

Künstlerisches Elternhaus

Dass Grimm sich selbst nicht als ausgebildeten Künstler ansieht, sondern seine Werke in erster Linie aus innerer Überzeugung anfertigt, dürfte wohl nicht zuletzt seinem Elternhaus geschuldet sein. Als Sohn eines Fotografen-Meisters wurde sein ausgeprägter Sinn für Kunst, Design und Musik schon früh nachhaltig geprägt. Auf der Suche nach eigenen künstlerischen Ausdrucksformen machte er allerdings einen Umweg über die Punk-Musik, die Mitte der 1970er Jahre aus New York und London auch nach Duisburg kam. „Ralf Grimm war mit einer eigenen Band als erster mittendrin“, lieferte Bernd Schrewe einen Rückblick auf die Biographie des Suttropers.

Bis heute präsentiert die Musik eine große Leidenschaft seiner erstaunlichen Doppelbegabung, die mit Blick auf seine extravaganten Werke deutlich wird, wovon kein einziges dem anderen gleicht. Vielmehr ist es eine Dualität von Gegensätzen, die sich auf verschiedenste Art und Weise in seinen Kunstwerken erkennen lässt: Mal arbeitet Grimm in Großformaten, aber er beherrscht auch die kleinste Form.

Abstrakte Werke

Manche Werke präsentieren sich als gegenständlich, andere wiederum als abstrakt. Einige Bilder sind eindeutig Malerei, während einige Werke als Grafik definierbar sind. Die dargestellten Themen und Inhalte können zum Teil sehr privat sein, aber auch ausgesprochen politisch. „Wie geht das zusammen, wie kann ein einziger Künstler so eine Ausdrucksvielfalt schaffen?“, dürften sich die meisten Bewunderer seiner Werke dabei wohl fragen. Und darauf kann nur Ralf Grimm selbst eine Antwort geben. Eine Art „ich sehe was, was du nicht siehst“ spielt er in seinen Kunstwerken.

Wo die meisten Menschen wohl nur eine Sonnenbrille oder eine Schallplatte sehen, schaut Grimm weit über die profanen Dinge hinaus, kombiniert sie und fügt sie in einen unerwarteten Kontext hinein. „Ich male das, worauf ich Lust habe, ich muss keinen Markt bedienen“, sagt er. Das Ergebnis seiner eigenwilligen Kunst ist demnach ebenso vielfältig wie Grimm selbst: Mal setzt er auf Acryl, Pinsel und Farbe, mal gestaltet er die außergewöhnlichsten Objekte aus Engelsflügen und Totenköpfen, von denen wohl nur er selbst weiß, was sie darstellen sollen.

Doch genau diese Art von moderner Kunst schien bei den anwesenden Warsteinern auf Begeisterung zu stoßen, denn einige seiner Werke wurden bereits am Sonntag für die heimischen Wände reserviert.

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