Kunstprojekt

So versucht die Liobaschule den Hauptschul-Flair loszuwerden

Die Schüler der Lioba-Grundschule präsentieren stolz ihre Mosaik-Kunstwerke, die sie im Rahmen des NRW Landesprogramms Kultur und Schule anfertigen.

Die Schüler der Lioba-Grundschule präsentieren stolz ihre Mosaik-Kunstwerke, die sie im Rahmen des NRW Landesprogramms Kultur und Schule anfertigen.

Foto: Kevin Kretzler

Warstein/Suttrop.   Mit zwei Kunstprojekten ist Künstlerin Julija Ogrodowski an beiden Standorten in Warstein eingebunden. Schüler freuen sich über dreckige Hände.

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Ganz im Namen der Kunst arbeiteten Kinder an beiden Standorten der Liobaschule in diesem Schuljahr. Ziel ist dabei vor allem die Verschönerung der beiden Gebäude.

Liobaschule Warstein

Wer durch die Lioba-Grundschule in Warstein geht, bemerkt sie, die unterschiedlichen Farben der Tür- und Fensterrahmen. Mal weiß, mal gelb. Zwei Farben, die für verschiedene Zeiten in dem Gebäude stehen. Auf der einen Seite die Hauptschule in weiß, auf der anderen die Grundschule, die sich farbenfroher auf dem Gelände präsentiert. Dieser Trend soll sich fortsetzen, wenn es nach Schulleiterin Karin Scheithauer geht. Sie treibt diese Entwicklung daher voran. „Das hat hier noch Hauptschul-Charakter, aber es soll wie eine Grundschule bunt sein“, erklärt sie die Marschroute. Um diesem Ziel näher zu kommen, fand im Schuljahr 2017/18 das Projekt „Kunstobjekt an der Schulfassade“ statt.

Die Schüler der Klassen drei und vier erstellten im Rahmen des NRW-Landesprogramms Kultur und Schule Mosaik-Kunstwerke. Hilfe bekamen die 35 Kinder von der Künstlerin Julija Ogrodowski. Damit die Schüler vernünftig arbeiten konnten, bildeten zwölf von ihnen jeweils eine Gruppe, die für mehrere Monate je eine Doppelstunde in der Woche an dem Projekt arbeiteten. Zunächst musste eine Idee her. „Eigentlich sollten die Schüler einen Schriftzug kreieren, aber die Schüler halten wohl nichts von Buchstaben“, sagt Karin Scheithauer und lacht. Die Idee musste also weichen, denn Porträts fanden die jungen Künstler viel spannender. Scheithauer und Ogrodowski ließen sie gewähren.

Es folgte der praktische Teil. Zu dritt oder viert skizzierten und portraitierten sie einander und brachten ihre Entwürfe auf Papier zur Geltung. Der neuartige Spaß der Kunst-AG wich aber schon bald einem Alltagsgefühl. „Nach drei Tagen ist den Schülern dann klar, dass es Arbeit ist und die mögen sie nicht. Dann muss ich die Kinder auch mal laufen lassen“, beschreibt Künstlerin Julija Ogrodowski den Balanceakt zwischen konzentrierter Arbeit und Freiraum.

Im nächsten Schritt legten die Schüler eine Folie über das Papier und darauf ein Netz. Es folgte ein weiterer spaßiger Teil: mit Kleber die Mosaiksteine auf dem Netz befestigen. „Das Kleben hat richtig Spaß gemacht. Da konnten wir uns die Finger dreckig machen“, schwärmt Celine Thomassen aus der 4b. Ihre Partnerin Zoe Nölting zeigte sich nicht weniger begeistert: „Mit Beton arbeiten ist schon besonders. Der klebt einfach alles fest. Das ist so cool.“

Die fertigen Portraits zeigen die kreative Seite der Nachwuchskünstler. Eine Gruppe entschied sich dafür, einen Kopf mit zwei unterschiedlichen Gesichtshälften zu kreieren. Ein anderes Bild zeigt beispielsweise ein Mädchen mit einer 3D-Brille. Die fertigen Werke sollen im Herbst an der Fassade der Schule angebracht werden.

Teilstandort Suttrop

Ähnlich ging es auch am Standort in Suttrop zu. Das privat finanzierte Projekt „Mus-e“ fand zum dritten Mal in Folge statt und wurde in den Kunstunterricht integriert. Mit dabei war auch wieder Julija Ogrodowski, die mit 28 Kindern aus der Klasse 4d zusammen ein Kunstwerk kreierte. Auch hier geht es darum, unschöne Flecken zu beseitigen. Durch Brandschutzmaßnahmen leidet die Optik in der Schule derzeit etwas. Das ändert sich mit zwei circa 1,2 Meter hohen Figuren, einem Mädchen und einem Jungen. Während das männliche Pendant mit einer Krone ausgestattet wurde, nahmen sich die Kinder auch viel Zeit, um der weiblichen Figur Zöpfe zu geben. Mit dem neuen Schuljahr sollen die Werke dann auch im Gebäude ausgestellt zu sehen sein.

Scheithauer freut sich über die kompetente Unterstützung, die mittlerweile zum zweiten Mal ein „Mus-e“-Projekt begleitet: „Es ist gewinnbringend für die Schüler, wenn sie mit einer Künstlerin zusammenarbeiten können.“ Sie hofft auch in Zukunft, den Kunstunterricht durch Fachkräfte ergänzen zu können.

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