Offene Moschee

So war der Tag der offenen Moschee in Belecke

Jörg Lewe vom Jugendamt, Hassan Fikri vom Moscheeverein, Ortsvorstehern aus Belecke Elke Bertling, Bürgermeister Thomas Schöne und Pastor Markus Gudermann

Foto: Alexander Lange

Jörg Lewe vom Jugendamt, Hassan Fikri vom Moscheeverein, Ortsvorstehern aus Belecke Elke Bertling, Bürgermeister Thomas Schöne und Pastor Markus Gudermann Foto: Alexander Lange

Belecke.   Die islamische Glaubensgemeinschaft Annour lädt zum Tag der offenen Moschee in Belecke – wieso das für Diskussionen sorgte.

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Sich gegenseitig kennenzulernen, Respekt und Anerkennung zu entwickeln und die Möglichkeit, Einblick in fremde Kulturen zu bekommen – aus diesem Grund öffnete der Belecker Moscheeverein Annour am Dienstag Tür und Tor.

„Auf gute Nachbarschaft“, freute sich auch Bürgermeister Thomas Schöne, Gast in den Gebets- und Unterrichtsräumen zu sein.

Der Gründer freut sich auf eine offene Diskussion

Hassan Fikri, der den Verein vor zwei Jahren gründete, freute sich auf eine „offene Diskussion“, zu der nicht nur Pastor Markus Gudermann und Ortsvorsteherin Elke Bertling gekommen waren, sondern auch zahlreiche Mitbürger, Belecker und Interessierte aus der Umgebung – auch viele Christen.

Fikri und die Männer und Frauen des Moscheevereins wollen dabei nicht nur Sprachrohr für Muslime, sondern für alle sein – ob Christen, Männer oder Frauen, Heimische oder Migranten.

Von außen ist das Haus unscheinbar

Von außen ist kaum zu erkennen, was sich hinter dem Wohnhaus mit der Adresse „Lanfer 94“ versteckt. In der zweiten Etage befinden sich neben Büro, Küche und Bad zwei Gebetsräume sowie ein Unterrichtszimmer für den muslimischen Nachwuchs.


„Fühlen Sie sich wie Zuhause“, lud Hassan Fikri ein und erklärte in Kürze einige Wegweiser der muslimischen Kultur.

Die Schuhe müssen vorher ausgezogen werden

Nicht nur, dass in Moscheen und Wohnhäuser von Muslimen die Schuhe ausgezogen werden, auch Schweinefleisch sowie Produkte vom Schwein wie Gelantine seien – ebenso wie Alkohol – verboten. Gebannt lauschten die vielen Besucher, fragten und hakten nach.


Inzwischen kämen weit über 50 Muslime zum wöchentlichen Freitagsgebet – anfangs seien es knapp 15 gewesen, so Avdo Colakovic vom Moscheeverein Annour.

Damals seien Ramadan-Gebete in Schützenhallen oder in der Schule abgehalten worden, nun freuen sich die Muslime, ihre eigenen Räumlichkeiten gewonnen zu haben.

Schultafeln, Buchstaben und Verse auf Arabisch, Hadithe, also Überlieferungen des Propheten, zieren die Wände.

„Wir wollen, dass sich hier Muslime gemeinsam fühlen“

„Wir wollen, dass sich hier alle Muslime gemeinsam fühlen“, so Colakovic. Ein Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten werden nicht gemacht. „Gemurmelt wird natürlich viel“, kommen zwei Besucherinnen mit Avdo Colakovic und Elke Bertling ins Gespräch.

Der Bogen zwischen Islam und Terror ist schnell gespannt, Colakovic und die Mitglieder des Moscheevereins wollen aber klare Kante zeigen: „Wir helfen jedem Muslim, der Probleme hat. Aber sobald wir jemanden erkennen, der sich radikal zeigt oder ähnliches, ist er nicht mehr willkommen. Damit wollen wir nichts zu tun haben.“

Bewusst will Annour sich nicht abgrenzen, sondern Teil Beleckes und der Bevölkerung sein.

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