Modernisierung

So will die Jugendherberge in Rüthen mehr Gäste anlocken

Innen komplett renoviert und umgestaltet: Impressionen aus der Jugendherberge Rüthen inklusive des neuen Außenbereichs.

Foto: Armin Obalski

Innen komplett renoviert und umgestaltet: Impressionen aus der Jugendherberge Rüthen inklusive des neuen Außenbereichs. Foto: Armin Obalski

Rüthen.   Nach einer umfassenden Renovierung eröffnet die Jugendherberge in Rüthen wieder – mit einem Konzept, das nicht nur Schulklassen begeistern soll.

Willkommen im „Mittelpunkt der Welt“. Wo? Na in Rüthen, in der Jugendherberge. Diese Aussage spiegelt nicht etwa Überheblichkeit wider, sondern steht auf den Punkt gebracht für das mit der kompletten Innenrenovierung des Hauses umgesetzte Konzept. Hier ist die Welt zu Hause. Jeder der fünf Wohnbereiche ist einem der fünf Erdteile gewidmet.

„Jeder Flur steht für einen Kontinent, was in der farblichen und bildlichen Gestaltung deutlich wird. In den Gruppenräumen werden Vegetationen und Esskulturen unterschiedlicher Länder dargestellt “, so Fabian Lange. Er ist seit Februar Leiter der Jugendherberge und versteht sich als Reiseleiter für die Gäste. Der 37-Jährige selbst greift dabei auf umfangreiche Erfahrungen zurück, die er u.a. als Betreuer von Jugendreisen sowie privat in Europa, Nepal und Thailand gesammelt hat.

„Jedes Haus hat sein eigenes Profil“, berichtet Beate Harsdorff, beim Landesverband Westfalen-Lippe für Qualität und Beratung der Jugendherbergen zuständig. „Unsere Hauptzielgruppe in Rüthen waren und bleiben Grundschulklassen“, betont sie, während andere der 29 Häuser, die der Landesverband unterhält, etwa auf Familien oder Tagungsbetrieb setzen.

Konzept am Grundschul-Lehrplan orientiert

Daher hat sie sich als Ideengeberin für das neue Konzept in Rüthen unter anderem am Lehrplan für Grundschulen orientiert, in dem etwa das Kennenlernen der Welt, der unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen eine Rolle spielt. Themen wie Integration, Toleranz und Verständnis füreinander sollen in den Räumen gelernt und gelebt werden.

Das spiegelt sich in der Gestaltung von Zimmern, Fluren und insbesondere der Tagesräume wider. Im Wohnbereich Asien etwa begrüßt ein großes, von hinten beleuchteter Pandabär die Gäste. Eine ganze Wand im Tagesraum im Amerika-Bereich nimmt ein Foto aus den Favelas in Rio ein. Noch Vision ist laut Beate Harsdorff, dass auch das Verpflegungsangebot diese Internationalität aufgreift.

Komfort und Aufenthaltsqualität gesteigert

In vier Monaten wurde die Jugendherberge innen komplett renoviert und modernisiert. 925 000 Euro ließ sich dies der Landesverband Westfalen-Lippe des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) kosten, wobei der Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL) als Fördergeber 192 000 Euro aus dem Landesjugendplan beisteuerte.

Mit dem Geld wurden auch Komfort und Aufenthaltsqualität gesteigert. So verfügen nun 15 der 30 Zimmer über eigene Bäder, elf weitere sind mit einem Waschbecken ausgestattet und auch die Gemeinschaftsbäder wurden erneuert. Im Bereich Europa gibt es jetzt eine Wohneinheit, die komplett rollstuhlgerecht ist. Für besagte Maßnahmen wurden Trennwände entfernt und versetzt neue gezogen, so dass sich die Bettenzahl von 135 auf 121 reduzierte.

Anteil an Familien unter den Gästen soll wachsen

Das Angebot mit Mehrbettzimmern und Gemeinschaftsbädern – allerdings mit jetzt separierten Duschkabinen – richtet sich vor allem an Schulklassen und Gruppen.

Durch die Zimmer mit eigenen Bädern erhofft sich Fabian Lange, die Nutzung durch Familien, deren Anteil bisher unter sechs Prozent liegt, zu erhöhen. Auch dies wäre ein Beitrag dazu, die jährliche Gästezahl, die bislang bei durchschnittlich 8000 lag, zu erhöhen. „Wir freuen uns, wenn wir die 10 000 knacken“, sagt Maike Braun, Pressesprecherin des Landesverbandes.

Fest steht die Größe des Teams: Inklusive Fabian Langes, der mit seiner Familie aus Paderborn in das zugehörige Haus gezogen und ganz begeistert von der Lage ist, zählt es vier fest Angestellte und drei Saisonkräfte.

Neue Spiellandschaften über dem Bibertal

Das Investitionsvolumen beinhaltet außerdem die komplette Neumöblierung, die Neuausstattung der Küche und den Einbau einer neuen Rezeption. Diese ist jetzt genauso offen, hell und freundlich gestaltet, wie das gesamte Haus.

Doch auch außen hat sich einiges getan, zwar nicht an den Fassaden, wohl aber im Spielbereich. Die Böschung Richtung Bibertal wurde nicht nur freigeschnitten, was endlich direkten Sichtkontakt ermöglicht, sondern terrassiert. Auf dem so entstandenen Absatz stehen jetzt drei Spiellandschaften für verschiedene Altersklassen.

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