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Spiritualität als wichtiger Baustein für das Leben

Freut sich auf das Symposion zum Thema Spiritualität: Initiator und Referent Daniel Gerte.

Freut sich auf das Symposion zum Thema Spiritualität: Initiator und Referent Daniel Gerte.

Foto: Tanja Frohne

Warstein.  Den Spiritualitäts-Begriff von seinen esoterischen Zügen befreien will Daniel gerte mit dem Symposium „Herr, entrümple meinen Geist.“

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Hektik und der ständige Blick auf die Uhr bestimmen den Alltag vieler Menschen. Überforderung, Anspannung und Stress sind die Folge. Diesem entgegen zu wirken, hilft Spiritualität. „Sie bringt das positive Beziehungsgeschehen des Menschen zu sich selbst, zu anderen Menschen und zu Gott zum Ausdruck – und sie verbindet so Religion, Ethik und Gesundheit“, erläutert Dr. phil. Daniel Gerte aus Belecke, der mit dem Symposium „Herr, entrümpele meinen Geist“ den Spiritualitäts-Begriff von seinen esoterischen Zügen befreien will. „Aufgabe des Symposiums ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten.“ Dieses findet statt am Samstag, 12. März.

Denn Spiritualität umfasse eigentlich alles, was lebensförderlich sei und zu einem positiven Beziehungsgeschehen beitrage. „Alles, was aus einem positiven Geist entspringt und so zur Verbesserung des eigenen Lebens und der Welt beiträgt, sehe ich erst einmal als Spiritualität an.“ Spiritualität komme ohne Gott nicht aus. „Als Christ ist es mir wichtig, dass wir von der Kraft Gottes ausgehen.“

Dies ist jedoch nur ein Aspekt des Begriffes. Seine Vielschichtigkeit ist mit der Hauptgrund dafür, dass Daniel Gerte ein Symposium zu diesem Thema anbietet. „Wenn ich fächerübergreifend als Theologe arbeiten möchte, kann ich das sehr gut mit dem Spiritualitäts-Begriff.“ Dieser tangiert neben der Religion auch die philosophische Ethik und die Medizin. Unterschiedliche Perspektiven, die er während des Symposions vereinen möchte.

Unterstützer in Kirche und Klinik

Im Vorfeld hat Gerte daher Kontakt zu den beiden Leitern der Pastoralverbünde Warstein und Möhnetal aufgenommen sowie mit Dr. Josef Leßmann, Ärztlicher Leiter der LWL-Klinik – und stieß auf fruchtbaren Boden. „Ich habe hier drei Unterstützer gefunden, die das Projekt mittragen.“

Als Referenten werden diese jedoch nicht fungieren. Der religiöse Bereich wird von Daniel Gerte selbst abgedeckt, der zum Thema „Am Anfang war der Sinn – Religion und Sinnstiftung“ sprechen wird. Er erlebt immer wieder, dass besonders

viele Jugendliche in einer Sinnkrise stecken. „Sie fragen sich: Wozu bin ich eigentlich da? Was will ich? Wo geht es mit mir hin?“

Seine These bei dem Vortrag ist, dass Religion, wie wir sie heute kennen, eine Folge dieser Sinnsuche ist. Durch Geschichten, wie die Schöpfungserzählungen, haben Menschen schon immer nach Erklärmodellen dafür gesucht, warum etwas so ist, wie es sich darstellt. „Es geht darum, durch Religion seinen Platz in der Welt zu suchen und zu finden. – Religion ist so grundsätzlich im Menschen vorhanden wie kaum etwas anderes.“

Fächerübergreifender Austausch

Den Bereich Medizin und Gesundheit beleuchtet Dr. Ewald Rahn, stellvertretender Ärztlicher Leiter der LWL-Klinik und Chefarzt der Abteilung Allgemeine Psychiatrie, während Prof. Dr. Peter Schallenberg, der den Lehrstuhl für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn inne hat, den Bereich Ethik abdecken wird (siehe Infokasten).

„Ich will mit diesem Symposium auch zeigen, dass Religion mehr ist als das Beten in der Kirche und die Gemeindearbeit vor Ort“, so Gerte. „Es ist mir wichtig zu zeigen, dass Religion nicht in einer Nische zu suchen ist, wo sie häufig reingedrängt wird, sondern dass Religion zum Leben dazu gehört.“ Gleichzeitig gehe es darum, die Theologie aufzubrechen, sie fruchtbar zu machen für andere Bereiche und umgekehrt diese Bereiche durch die Religion zu befruchten. „Das ist ein fächerübergreifender Austausch. Wie kann man ein Angebot formen, das viele Menschen anspricht und Grundlagen vermittelt? – Das geht am besten über solche Veranstaltungen“, hofft Gerte.

Stößt das Symposium auf gute Resonanz, soll es Anschlussprojekte geben. „Ich würde mich bereit erklären, daran mitzuarbeiten.“ Vorstellen könnte er sich auch, über sein kirchliches Wirken hinaus Fortbildungen zu organisieren für berufsafine Felder in Medizin und Wirtschaft. „Dadurch, dass die Sinnsuche komplexer wird, werden wir auch hier eine Nachfrage haben.“

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