Auslandstrip

Svenja Fischer kehrt von Finnland-Jahr nach Hirschberg zurück

Svenja Fischer ist zurück in ihrer Heimat Hirschberg.

Foto: Elisa Sobkowiak

Svenja Fischer ist zurück in ihrer Heimat Hirschberg. Foto: Elisa Sobkowiak

Hirschberg.  10 Monate Revue passieren lassen: Hirschbergerin erzählt von ihren Erlebnissen im Ausland. Ein Ereignis bleibt ihr besonders im Gedächtnis.

Vor rund einem Jahr wurden die letzten Vorbereitungen getroffen, die letzten Gespräche mit der Einsatzstelle geführt. Nun – 10 Monate später – ist Svenja Fischer zurück. Zurück von ihrem Freiwilligendienst im Land der tausend Seen, im Gepäck ein Haufen voll mit Erinnerungen, Eindrücken, Erfahrungen. Im Gespräch mit der WESTFALENPOST zieht sie ein persönliches Fazit über ihr Auslandsjahr in Finnland, während dem sie zunächst einen schwer erziehbaren Jugendlichen betreut und anschließend in einer Behindertenwerkstatt gearbeitet hat.

Gelernt

„Ich bin grundsätzlich einfach viel lockerer geworden. Was das Reisen angeht, alleine Flüge buchen zum Beispiel oder die ganzen Busverbindungen in Finnland raussuchen. Und die Verständigung, trotz dass man die Sprache noch nicht kennt. Diese Angst vor Unbekanntem konnte ich ein wenig ablegen und traue mir selbst mehr zu als vorher. Und: Die Finnen sind nicht so verschlossen, wie man immer denkt. Wenn man eine Freundschaft schließt, dann ist darauf auch zu 150% Verlass.“

Gesehen

„Neben der persönlichen Entwicklung war es mir besonders wichtig, auch die Länder Skandinaviens besser kennen zu lernen. Oft waren wir vor allem in Helsinki, weil das nur eine Stunde von unserer Einsatzstelle entfernt war. Die Atmosphäre dort ist einfach etwas ganz Besonderes. Außerdem waren wir zusammen mit unserem Freiwilligen-Trupp in der Hauptstadt Estlands, Tallinn, und haben Stockholm einen klassischen Touri-Besuch abgestattet. Toll war auch der Road-Trip nach Lappland an der schwedischen Grenze entlang bis zum 3-Länder-Eck an die Grenze Norwegens. Dass wir dort die Polarlichter gesehen haben, war mein absolutes Highlight.“

Mitgenommen

„Schnapsgläser. Die sammle ich von jedem Ort, wo ich bislang gewesen bin. Mein Regal hat sich also gut gefüllt in diesem Jahr. Aber mitgenommen vor allem: Freundschaften. Freundschaften für’s Leben.“

Gedacht

„Ich hätte selber nie geglaubt, dass ich einmal mit Behinderten zusammen arbeiten könnte. Aber so finde ich es umso trauriger, dass in der Gesellschaft oft so separiert wird. Ich konnte so viel lernen von den „Dörflern“, die wir betreut haben. Sie sind oft viel offener, direkter und unkomplizierter als so manch anderer Mitmensch. Das war wirklich ein Geschenk, das so zu erleben und diese Toleranz versuche ich auch so in mein Umfeld mitzunehmen.“

Vermisst

„Schützenfest! Ganz klar. Weil ich das eben mit Freunden, Familie und Heimat verbinde. Nachdem ich wieder hier war, habe ich echt überlegt, ob ich direkt wieder auf’s Schützenfest gehe. Da konnte ich mich aber einfach nicht zurückhalten.“

Verändert

„Besonders gemerkt habe ich an meinem Zimmer, wie viel sich eigentlich verändert hat. Als ich nach Hause kam und in meinem Zimmer stand, habe ich gemerkt: Das ist an dem Punkt stehen geblieben, wo ich vor einem Jahr war. Also habe ich nicht als erstes meinen Koffer ausgeräumt, sondern meine gesamten Möbel umgestellt. Klingt verrückt, aber anderen Freiwilligen ist es bei ihrer Rückkehr teilweise ähnlich ergangen.“

Geplant

„Ich werde ab Oktober in Mönchengladbach Kulturpädagogik studieren. Spätestens am finnischen Unabhängigkeitstag am 6. Dezember aber werde ich nochmal richtig an meine Zeit in Finnland zurück denken.“

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik