Drückjagd

Über 200 Jäger bei revierübergreifender Jagd in Warstein

Am Ende der Jagd wird die Strecke mit den „Totsignalen“ für die entsprechenden Wildarten, sowie „Ende der Jagd“ bzw. „Halali“ verblasen.

Foto: Edgar Rüther

Am Ende der Jagd wird die Strecke mit den „Totsignalen“ für die entsprechenden Wildarten, sowie „Ende der Jagd“ bzw. „Halali“ verblasen. Foto: Edgar Rüther

Warstein.  Mit über 200 Jägern fand die erste revierübergreifende Drückjagd im Warsteiner Forst statt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Es war ein Pilotprojekt, dessen Erfolg sich nicht nur in den Abschusszahlen widerspiegelt, sondern auch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Forstamt der Stadt Warstein und den heimischen Jägern zeigt: Erstmals fand eine revierübergreifende Drückjagd im Warsteiner Stadtgebiet statt. Ziel der Bejagung war die Senkung des Wildtierbestandes – insbesondere beim Schwarzwild – vor allem vor dem Hintergrund, die Schäden in Land- und Forstwirtschaft zu mindern.

Mehr als 1700 Hektar groß war das zu bejagende Gebiet, das Reviere in Hirschberg, dem Möhnetal und Warstein umfasste, und das von über 200 Jägern und zahlreichen Helfern bejagt wurde. Mit Erfolg. Die Jäger brachten über 80 Wildschweine zur Strecke, wobei nur die freigegebenen Tiere geschossen wurden. Die Jagdleiter gaben dazu vor der Jagd bekannt, welche Wildarten erlegt werden durften. Diese wurden spezifisch nach Alter, Geschlecht und Gewichtsklasse eingestuft. Dabei wurde ein hoher Anteil an Frischlingen bejagt. Ein Problem, entstanden auch durch den Klimawandel, ist nämlich, dass die Bachen nicht nur mehrmals im Jahr frischen, sondern die Jungtiere durch die milden Winter auch größere Überlebenschancen haben als noch vor einigen Jahren, die Population somit stetig anwächst.

Hundeführer aus ganz Westfalen

Um die Drückjagd erfolgreich durchführen zu können, hatten die Revierinhaber Hundeführer mit ihren Meuten aus ganz Westfalen engagiert mit der Bitte, diese bei der Jagd zu unterstützen. Auch Schweißhunde waren im Einsatz, wobei es nur wenige, kurze Nachsuchen gab.

Initiiert worden war die Drückjagd durch das Sachgebiet Forst. Edgar Rüther hatte bereits im Frühjahr erste Gespräche mit den Jägern wegen einer gemeinsamen, revierübergreifenden Jagd geführt. Mit eingebunden in die Vorbereitungsarbeiten waren die beiden Leiter der Hegeringe Warstein und Allagen, Bruno Poniwahs und Martina Lachmayer. Diese lobte den großen Erfolg der gemeinsamen Jagd.

Viel Überzeugungsarbeit nötig

„Alle Reviernachbarn für eine gemeinsame Jagd zu begeistern, ist nicht einfach.“ Hier sei viel Überzeugungsarbeit von Nöten gewesen, da viele Revierinhaber mit der Großjagd Neuland betreten hätten. „Ich freue mich riesig, dass wir das Neuland dank der Hilfe vieler erobert haben. Meine Hoffnung ist, dass wir auf dieses gute Ergebnis aufbauen können.“

Auch aus Sicht des Forstamtes wäre es wünschenswert, wenn die revierübergreifende Bejagung des Schwarzwildes zu einer Dauereinrichtung werden könnte, um so weiterhin den Bestand an Schwarzwild, aber auch an Sikawild, das im Stadtwald vorrangig für die Verbissschäden verantwortlich ist, in Grenzen zu halten.

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