Hochwasser

Das große Aufräumen nach dem Hochwasser in Soest

Wasser fließt durch die Soester Altstadt. Nach einem Starkregen sind am Freitag Teile der Innenstadt überschwemmt worden.

Wasser fließt durch die Soester Altstadt. Nach einem Starkregen sind am Freitag Teile der Innenstadt überschwemmt worden.

Foto: Rene Werner/dpa

Soest/Essen.  Teile der Soester Altstadt sind bei heftigen Regenfällen überschwemmt worden. Am Samstag musste die Feuerwehr noch einige Keller leerpumpen.

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Nach heftigen Überschwemmungen hat sich die Wetterlage in Nordrhein-Westfalen wieder deutlich beruhigt. In Soest pumpte die Feuerwehr am Samstag noch mehrere Keller leer, wie ein Sprecher mitteilte. "Ansonsten steht heute Großreinemachen auf dem Programm", sagte er.

Soest war am Freitag besonders von starken Regenfällen betroffen. Straßen wurden überflutet, zahlreiche Keller liefen teils bis zur Decke voll. Vor allem die Altstadt stand unter Wasser, sagte ein Feuerwehrsprecher. Am späten Freitagabend kam es dann noch zu Stromausfällen.

Bis zu 300 Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) waren den Angaben zufolge im Einsatz. Bereits am Nachmittag zählte die Feuerwehr etwa 500 Notrufe. Die Feuerwehr hat über die Warn-App "Nina" die Bürger vor dem Betreten vollgelaufener Keller gewarnt. Es bestehe Stromschlaggefahr.

Wetterlage über NRW beruhigt sich

Die kommenden Tage sollen trocken bleiben. Zwar gebe es reichlich Wolken, aus denen es aber nicht regnen solle, sagte Malte Witt vom Deutschen Wetterdienst in Essen. Stattdessen zeige sich immer wieder die Sonne über NRW. Die kommende Woche startet demnach ebenfalls freundlich mit 24 bis 26 Grad, Sonne und Wolken wechseln sich ab. "Hier und da ist mal ein Sprühregen möglich", sagte Witt, "von Gewittern und starken Schauern aber keine Spur." Erst zur Wochenmitte könnte es wieder etwas unsicherer werden.

Am Freitagmorgen hatten sich schwere Gewitter ihren ins Ruhrgebiet gebahnt. Stellenweise hätten sich weit mehr als 40 Liter Wasser pro Stunde und Quadratmeter ergossen, hieß es. In Düsseldorf war ein Rheintunnel nach einem Blitzeinschlag lahmgelegt. Keller und Tiefgaragen liefen voll. In Essen stand die Autobahn 40 zeitweise unter Wasser.

In Ennepetal rückte die Feuerwehr aus, um Keller leer zu pumpen. Von einem Feld seien massive Wasser- und Erdmassen auf die Straße geschwemmt worden, die auch in anliegende Häuser und Grundstücke drangen. Um die Häuser vor weiteren Schäden zu schützen, sei mit rund 3000 Sandsäcken ein künstlicher Deich gebaut worden, so die Feuerwehr.

Im Pumpspeicher-Kraftwerk Finnentrop flutete der Starkregen ein leeres Oberbecken. Da das Wasser in einen Reparaturbereich des Kraftwerks zu laufen drohte, musste die Feuerwehr es abpumpen.

Am Flughafen in Düsseldorf wurde wegen der starken Regenfälle zweimal die Abfertigung unterbrochen. Leichte Verzögerungen bei Starts und Landungen waren die Folge. "Aus Sicherheitsgründen lassen wir keine Mitarbeiter oder Passagiere aufs Vorfeld, wenn gerade eine Gewitterzelle über dem Platz ist. Dann stehen Busse, Tankwagen und Lotsenfahrzeuge kurzzeitig still", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Auch die Start- und Landebahn würde regelmäßig überprüft. "Aquaplaning kann die Griffigkeit herabsetzen. Wir checken laufend die Reibungswerte."

Große Schäden in Wuppertal

Vor allem am Dienstagabend hatten schwere Unwetter in Teilen Nordrhein-Westfalens große Schäden verursacht. Besonders betroffen war Wuppertal. Deshalb fordert die Stadt finanzielle Unterstützung vom Land Nordrhein-Westfalen. "Die Stadt erhofft sich Soforthilfen von der Landesregierung", sagte eine Stadtsprecherin. Die komplette Schadenshöhe sei derzeit aber noch unklar. Die Reparatur- und Sanierungsarbeiten werden womöglich aber noch lange dauern: "Das wird nicht in den nächsten Wochen erledigt sein", betonte die Sprecherin. (dpa)

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