Eiserne Hochzeit

Verliebt: Warsteiner Ehepaar seit 65 Jahren verheiratet

Damals wie heute: Marlies und Ernst Korsch aus Warstein Seite an Seite (mitte). Dabei: Landratsvertreter Börskens, Bürgermeister Schöne, Ortsvorsteher Lange.

Foto: Fabiana Regino

Damals wie heute: Marlies und Ernst Korsch aus Warstein Seite an Seite (mitte). Dabei: Landratsvertreter Börskens, Bürgermeister Schöne, Ortsvorsteher Lange. Foto: Fabiana Regino

Erntedankfest 1948 in Warstein: Marlies und Ernst Korsch begegnen sich zum ersten Mal. 65 Jahre später sind sie immer noch gemeinsam glücklich.

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Warstein. Zwei Tage nachdem das ganze Land den Tag der Deutschen Einheit feierte, feiert ein besonderes Ehepaar aus Warstein ihre ganz persönliche Einheit.

Es ist 65 Jahre her, dass Marlies und Ernst Korsch sich im Warsteiner Standesamt das Jawort gaben. „Der Bund für’s Leben“. Eine Bezeichnung, der heute leider nur die wenigsten Eheschließungen gerecht werden. Diese Ehe tut dies aber allemal. Die eiserne Ehe zwischen der gebürtigen Warsteinerin und dem Ostpreußer, der als jüngster von acht Kindern während des Zweiten Weltkriegs in Ungarn verwundet worden ist, hat ihren Ursprung auf dem Erntedankfest, das 1948 im Kolpinghaus Warstein stattfand.

Mit einem Tanz fing alles an zwischen ihnen

Die damals 17-Jährige Marlies imponierte dem vier Jahre älteren Ernst gleich mit ihren Tanzkünsten, verrät er auf die Frage, wie sich das Ganze überhaupt zwischen ihnen anbahnte. Anfangs zögerte der damals 21-Jährige noch. „Sie war schüchtern und ja noch nicht mal mit der Schule fertig.“, schildert er schmunzelnd. Aber ein kleiner Schubs seines ebenfalls anwesenden Freundes, sie doch nun mal zum Tanz aufzufordern, überzeugte den begeisterten Tänzer schließlich. „Dann habe ich sie mir einfach geschnappt“, fügt er noch lächelnd hinzu. Vier Jahre später wollte das bereits verlobte Paar zusammenziehen. Um Anspruch auf die gewünschte Wohnung zu haben, war ein Trauschein erforderlich.

Bräutigam konvertierte für den mütterlichen Segen

Um den Segen der Brautmutter für die Eheschließung zu bekommen, konvertierte der Bräutigam vorher extra noch von der evangelischen zur katholischen Konfession. Im engsten Kreise ließ sich das Paar am 5. Oktober 1952 dann endlich trauen. Weitere vier Jahre später folgte dann der erste Sohn. Mittlerweile sind es zahlreiche Kinder, Enkel und Urenkel, wie die Dame des Hauses Korsch mit leuchtenden Augen erwähnt. Sie alle sind dabei, wenn die eiserne Hochzeit heute im Warsteiner Lindenhof gefeiert wird.

Während sie von ihrer gemeinamen Zeit erzählen, tauscht das Ehepaar nicht bloß schwärmende Blicke aus, sie schwärmen auch vom starken Rückhalt ihrer Familie, der sie festigt. Auf die Frage, welches Rezept die beiden für eine solch langanhaltende und glückliche Ehe verwendet haben, antwortet das Paar mit „Zusammenhalt und Kompromissbereitschaft“. So fühlt sich die Liebe nach 65 Jahren immer noch an „wie am ersten tag“, offenbart der eiserne Ehemann lächelnd. Man sei „so froh, dass man sich noch hat“, fügt seine Frau hinzu.

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