Windkraft

Verwirrung um Windpark im Arnsberger Wald

Ein Planungsbüro aus Dortmund arbeitet an einer neuen Visualisierung eines Windparks am Rennweg – hier die Aussicht vom Margarethenring in Sichtigvor. Über den Hintergrund gehen die Meinungen auseinander.

Ein Planungsbüro aus Dortmund arbeitet an einer neuen Visualisierung eines Windparks am Rennweg – hier die Aussicht vom Margarethenring in Sichtigvor. Über den Hintergrund gehen die Meinungen auseinander.

Foto: Projekt Windpark Rennweg

Warstein.   Warum Ortsheimatpfleger Hecker fürchtet, dass Investoren nach Anfrage zu neuer Visualisierung das Projekt trotz Landesplanung weiter verfolgen.

„Windkraft-Investoren geben noch nicht auf“, schreibt Willi Hecker. Der Ortsheimatpfleger aus dem Kirchspiel Mülheim ist aufgeschreckt, nachdem er von der Stadt Warstein um eine Stellungnahme gebeten wurde. Demnach arbeitet ein Planungsbüro aus Dortmund derzeit an einer neuen Visualisierung des möglichen Windparks im Arnsberger Wald. Die Ortsvorsteher und Ortsheimatpfleger wurden nun gebeten, die Standorte, von denen die Aussicht auf die geplanten Windkraftanlagen dargestellt werden soll, zu bestätigen.

Die neue Anfrage bestätigt Stadtplaner Meinolf Kreggenwinkel auf Anfrage der WESTFALENPOST. Doch die Einschätzung, welche Folgen sich daraus für die Windpark-Planungen ergeben, könnten unterschiedlicher nicht sein.

Das sagt der Windpark-Gegner

„Der Bau 230 Meter hoher Windräder im Sichtigvorer und Allager Wald scheint den Betreibern trotz erschwerter Bedingungen durch die neue Regierung in Düsseldorf immer noch möglich zu sein“, warnt Willi Hecker, der sich auch der Bürgerinitiative gegen den möglichen Windpark

angeschlossen hat. „Die Windkraftinvestoren vertrauen offensichtlich auf eine noch bestehende Gültigkeit der seinerzeit von der rot-grünen Regierung gewährten Privilegien hinsichtlich Windkraftbau in Wäldern.“

Der Ortsheimatpfleger fürchtet, dass die Betreibergesellschaft mit der neuen Initiative eine Baugenehmigung anstrebt, bevor der neue Landesentwicklungsplan verabschiedet wird. Die Pläne der schwarz-gelben Landesregierung sehen unter anderem einen deutlich größeren Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnbebauung vor.

Das sagt der Stadtplaner

Deutlich entspannter blickt Meinolf Kreggenwinkel auf die Anfrage des Dortmunder Planungsbüros. Zwar habe sich die Rechtslage seit dem Regierungswechsel noch nicht geändert, doch von einer neuen Initiative der möglichen Windpark-Betreiber geht er nicht aus.

Vielmehr sei eine Visualisierung eine der Bedingungen, die der Kreis Soest bzw. die Bezirksregierung Arnsberg von den Investoren gefordert hatte, um das Vorhaben überhaupt zu prüfen. Die Position der Stadt Warstein sei weiterhin eindeutig, betont Kreggenwinkel zudem: „Wir haben das gemeindliche Einvernehmen für diesen Windpark verweigert.“

Die Investoren hatten ein Ende der Windpark-Planungen im April gegenüber der WP nicht ausgeschlossen. Mit Blick auf die geplanten Änderungen des Landesentwicklungsplans, die das Vorhaben deutlich erschweren würden, sagte Heinrich-Wilhelm Tölle: „Für mich hat die Landesregierung damit die Chance komplett vertan, Windkraftanlagen fernab vom Menschen zu errichten.“ Ein Abbruch der Planungen sei „im Rahmen des Möglichen. Wir warten jetzt erstmal ab.“

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