Kunst

Vinylgöttin und Waldgeist im Kupferhammer in Warstein

Der Suttroper Künstler Ralf Grimm mit seiner zweiten Version des „Waldgeists“ und der „Vinylgöttin“ an der Wand.

Foto: Sebastian Hahn

Der Suttroper Künstler Ralf Grimm mit seiner zweiten Version des „Waldgeists“ und der „Vinylgöttin“ an der Wand.

Suttrop.   Der Suttroper Ralf Grimm stellt im Haus Kupferhammer aus. Wie er einst eine der ersten Punk-Bands am Niederrhein gründete.

In den Augen von Ralf Grimm spiegeln sich Erinnerungen, wenn er seinen „Waldgeist“ anschaut. „Das Holz habe ich damals vom Ufer des Möhnesees mitgenommen“, sagt der gelernte Schreiner. Aus dem morschen Nadelholz bastelt er eine skurrile Skulptur, samt Pappmaché-Maske und Sonnenbrille.

Bei der Ausstellung „Retrospektive“ des Suttropers im Haus Kupferhammer wird sie ab dem 20. Januar allerdings fehlen. „Dafür geht beim Transport immer zu viel kaputt – und die abgebrannten Äste hinterlassen nach all den Jahren auch immer noch Ascheflecken im Auto“, sagt Grimm schmunzelnd.

Abstrakt

Abstrakt arbeitet Ralf Grimm bereits seit 30 Jahren. Sein Vater bringt ihn bereits in der Kindheit zur Malerei. „Das war natürlich noch längst nicht ausgereift – aber irgendwie bin ich nie wieder davon weggekommen“, erzählt der gebürtige Duisburger. Als Jugendlicher interessiert er sich für verschiedene Subkulturen, gründet mit Freunden die Band „Ruhestörung“ – eine der ersten Punk-Bands am Niederrhein. „Ich war ein Rebell und wollte mich ausprobieren“, blickt der 56-Jährige auf seine Jugend zurück.

Nach einer Schaffenspause zieht er 1987 nach Hamm – und entdeckt als Mitglied einer Künstlergruppe seine Liebe zur Malerei wieder. „Ich habe Seminare besucht, bin in meiner Kunst wieder abstrakter geworden. Seitdem bin ich nie wieder davon losgekommen“, berichtet Grimm. Zu dieser Zeit entwirft er auch den ersten „Waldgeist“ - mit besonderem Blick auf die Pappmaché-Maske. „Dafür habe ich extra ein Seminar belegt. Das ist nicht mal eben ein wenig Kleister und Zeitungspapier“, sagt Grimm, während er durch sein Atelier schreitet – eine Zeitreise durch die Lebensabschnitte des Künstlers.

Intuitiv

Intuitiv schwingt Grimm, hauptberuflich Ergotherapeut an den nahegelegenen LWL-Kliniken, fortan den Pinsel – und nennt seine Werke „Spiegelbilder“. „Sie beschreiben, wie ich mich während der Malphase gefühlt habe. Manchmal blicke ich dann auf die Werke zurück und frage mich: ‘Warum hast du so viel Schwarz verwendet? Warst du so unglücklich?’“, erklärt Grimm.

Dabei entstehen nicht nur abstrakte Skulpturen wie der „Waldgeist“, sondern auch Gemälde, die auf mehreren Leinwänden entstehen und dann zusammengefügt werden.

Pop Art

Pop Art führt Grimm, der seit sechs Jahren in Suttrop lebt, zurück in die „strukturierte“ Kunst. „Ich habe mich vor allem an den amerikanischen Größen Keith Haring und Andy Warhol orientiert, also eigentlich ganz klassisch“, beschreibt Grimm seine Einflüsse. Ganz von seiner Intuition kann er sich aber nicht lösen: „Natürlich sind meine Werke immer noch abstrakt – aber nicht mehr ganz so wie früher. Über 30 Jahre habe ich mich als Künstler ja auch weiterentwickelt.“

So hängt hinter den gelben Hockern für Gäste ein Panda mit pinkem Kopf – direkt gegenüber von einem Marylin Monroe-Pop-Art.

Heimat

Heimat spielt für Bernhard Enste, Vorsitzender der Förderer und Freundes des Museums Haus Kupferhammer, bei der Auswahl der Künstler eine wichtige Rolle: „Wir wollen heimische Künstler gerne in den Fokus stellen. Als uns ein Suttroper auf Ralf Grimm aufmerksam gemacht hat, waren wir natürlich sehr daran interessiert, seine Werke auch ins Haus Kupferhammer zu bringen.“

In den kommenden Tagen werden die Werke aus dem Atelier ins Haus Kupferhammer gebracht – bis zu 40 Stück könnten es werden. Ralf Grimm packt die Gelegenheit beim Schopf: „Das hat natürlich eine ganz andere Strahlkraft als meine Tage des offenen Ateliers, die ich alle zwei Monate veranstalte. Und ich kann ohne Kunst nicht leben. Ich brauche sie, um mich auszudrücken.“

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