Amtsgericht

Warstein: Flaschenwurf führt zur Geldbuße

Foto: David-Wolfgang Ebener

Warstein.   Auf einer Karnevalsfeier in Belecke im Februar hatte ein Gast einem andereneine Flasche an den Kopf geworfen. Dafür verhängte das Gericht nun eine Strafe.

Nach dem Rausch folgte der Kater: Mit den unschönen Nachwehen einer Karnevalsfeier in Belecke musste sich gestern das Warsteiner Amtsgericht beschäftigen. Bei einer Karnevalssitzung im Februar dieses Jahres war es in der dortigen Schützenhalle zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einem 50-Jährigen und einem 39-Jährigen gekommen - an deren Ende der jüngere Kontrahent eine volle Bierflasche an den Kopf bekommen hatte.

Bierflasche an den Kopf geworfen

Konkret hatte die Staatsanwaltschaft dem 50-jährigen Angeklagten eine schwere Körperverletzung vorgeworfen. Nach einem Streit mit dem Opfer habe er zunächst mit der Hand und dann mit der fast vollen Bierflasche zugeschlagen, wobei das Opfer eine Platzwunde und ein blaues Auge erlitt. Doch die Wahrheitsfindung gestaltete sich für alle Beteiligten schwierig: Vom Angeklagten, dem Opfer und sechs geladenen Zeugen bekamen die vorsitzende Richterin, der Staatsanwalt und der Verteidiger immer wieder andere Versionen der bis zur Schlägerei wohl durchaus feucht-fröhlich verlaufenen Nacht zu hören.

Zunächst erklärte sich der Angeklagte: Er hätte mit Freunden und seiner Lebensgefährtin die Feier besucht und sei dabei auch ab und zu durch die Gänge zwischen den Tischen gelaufen. Auf dem Rückweg von der Bühne hätte er dann mit zwei Frauen angestoßen - darunter auch die Freundin des späteren Opfers. Dem 39-Jährigen hätte das allerdings nicht gepasst, woraufhin es zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sei. „Ich habe mich irgendwann bedroht gefühlt“, so der Angeklagte. Der Flaschenwurf sei dann aus Notwehr geschehen. Anders stellte das Opfer die Situation dar: „Er hat mich an meinem Platz immer wieder bedrängt und nachgeäfft“, gab der 39-Jährige zu Protokoll.

Bierspritzer als Provokation

Nach einem Bierspritzer hätte er dann die Situation in einer persönlichen Ansprache klären wollen, woraufhin der Angeklagte sofort aggressiv geworden sei. Die neutralen Zeugen stützten zwar größtenteils die Version des Opfers, konnten aber nicht ausräumen, ob nicht doch ein Flirt Auslöser des Streits gewesen sein könnte - denn teilweise widersprachen sich die Zeugen selbst. Von bewussten Falschaussagen gingen die Vorsitzende Richterin Schmidt Wegener und auch die Anklage allerdings nicht aus: „Davon kann keine Rede sein“, so Schmidt Wegener. Vielmehr sei aufgrund der Veranstaltung, der wirren Lage und des Alkoholkonsums von gegenseitiger Provokation auszugehen.

Gericht sieht keine Notwehr

Eine Notwehrsituation als Anlass für die schwere Körperverletzung, konnten am Ende aber weder der Staatsanwalt noch das Gericht erkennen und sahen stattdessen ein Fehlverhalten des Angeklagten. Aufgrund der schwierigen Umstände wurde das Verfahren gegen eine Zahlung von 500 Euro sowie weitere 500 Euro Schmerzensgeld an das Opfer eingestellt.

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