Personalabbau

Warsteiner Brauerei setzt bei Personal-Abbau auf Freiwillige

Schwierige Zeiten: Die Warsteiner Brauerei will im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Aufhebungsverträge mit Mitarbeitern schließen.

Schwierige Zeiten: Die Warsteiner Brauerei will im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Aufhebungsverträge mit Mitarbeitern schließen.

Foto: Thorsten Streber

Warstein.   Die Warsteiner Brauerei hat ein Freiwilligenprogramm aufgelegt, um den geplanten Stellenabbau umzusetzen. Einen Sozialplan gibt es noch nicht.

Sieben Wochen nachdem die Warsteiner Brauerei ihr selbst ernanntes Zukunftsprogramm und damit auch einen deutlichen Stellenabbau angekündigt hat, sind jetzt die ersten Mitarbeiter darüber informiert worden, dass es für sie keine Zukunft im Unternehmen geben wird.

„Die Stimmung im Betrieb ist nicht gut, das ist doch normal in dieser Situation“, sagt Betriebsratsvorsitzender Thomas Gierhard im Gespräch mit der WESTFALENPOST. Allerdings seien noch keine Kündigungen ausgesprochen worden.

Aufhebungsverträge gegen finanzielle Entschädigung

Die Pressestelle der Brauerei spricht von einem „Ansprache- und Freiwilligenprogramm“, mit dem eine gewisse Anzahl von Mitarbeitern gegen eine finanzielle Entschädigung einen Aufhebungsvertrag schließen soll.

Zur Zahl der Gespräche macht die Brauerei keine Angaben – „mit Rücksicht auf unsere Mitarbeiter werden wir keine weitere Stellungnahme abgeben“, hieß es auf WP-Anfrage. Insgesamt sollen allein in Warstein mehr als 80 Stellen abgebaut werden, in der gesamten Unternehmensgruppe stehen bis zu 240 Arbeitsplätze auf der Kippe

Parallel zu den Mitarbeitergesprächen laufen die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat über einen Sozialplan weiter. Auch eine Transfergesellschaft sei denkbar, erklärt Thomas Gierhard. Wann der Plan vorliegen soll, steht allerdings noch nicht fest.

Verbleibende Arbeitsplätze für die Zukunft sichern

„Das ist ein riesiger Blumenstrauß“, sagt der Mitarbeitervertreter. Denn es gehe nicht nur um das Schicksal der Betroffenen. „Wir müssen auch gucken, dass das Unternehmen weiterleben kann.“ Die Arbeitsplätze der verbleibenden 550 bis 600 Mitarbeiter müssten dauerhaft gesichert werden.

Zugleich stehe der Betriebsrat mit dem Arbeitsamt, aber auch mit privaten Anbietern von Qualifizierungsmaßnahmen in Verbindung. „Die Lage am Arbeitsmarkt ist ja zurzeit nicht die Schlechteste, vielleicht können wir einigen Mitarbeitern damit Alternativen ermöglichen“, hofft Thomas Gierhard auf sozial verträgliche Lösungen.

Brauerei reagiert auf sinkende Absatzzahlen

Mit dem Personalabbau reagiert die Warsteiner Brauerei auf die sinkenden Absatzzahlen der vergangenen Jahre. Anfang Februar kündigte das Unternehmen an, sich auf das Kerngeschäft fokussieren zu wollen. Betroffen sind Mitarbeiter in fast allen Abteilungen.

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