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Warsteiner-Chef mit Auftritt bei „Undercover Boss“ zufrieden

Warsteiner Brauerei: Geschäftsführer Christian Gieselmann hat nach seinem Einsatz als "Undercover Boss" eine Galerie seiner Kostüme im Büro aufgehängt.

Warsteiner Brauerei: Geschäftsführer Christian Gieselmann hat nach seinem Einsatz als "Undercover Boss" eine Galerie seiner Kostüme im Büro aufgehängt.

Foto: Thorsten Streber

Warstein.   Warsteiner-Geschäftsführer Christian Gieselmann verrät nach der Ausstrahlung von „Undercover Boss“, was im Fernsehen nicht zu sehen war.

Allein 40 Anfragen im Karriere-Portal Linked-in, dazu zahllose Nachrichten sowohl auf dem geschäftlichen als auch auf dem privaten Handy – überwältigt von den überwiegend positiven Reaktionen auf seinen Auftritt als „Undercover Boss“ zeigt sich Warsteiner-Geschäftsführer Christian Gieselmann am Tag nach der Ausstrahlung.

Was er in seinem Einsatz gelernt hat, in welcher Situation er fast aufgeflogen wäre und was im Fernsehen nicht zu sehen war, erzählt er im WP-Interview.

Einsatz im Direktvertrieb körperlich anstrengend

Am Ende Ihres Einsatzes als „Undercover Boss“ haben die Mitarbeiter Ihre Arbeitsleistung – mitunter durchaus kritisch – bewertet. Welche Note würden Sie sich im Rückblick selber geben?

Christian Gieselmann: Das haben die Kollegen sehr differenziert gemacht. Von daher finde ich das total fair und fühlte meine Leistung sehr gut wiedergegeben. Mir selbst will ich keine Note geben, aber ich bin schon stolz und dankbar für die Erfahrungen, die ich an so vielen unterschiedlichen Stellen im Unternehmen sammeln konnte.

Welcher Einsatz war am schwierigsten?

Jede Station hatte ihre Herausforderungen. Der Direktvertrieb in Bayern war körperlich sehr anstrengend. Aber damit kam ich besser zurecht, als sofort zu erkennen, welcher Schraubenschlüssel gebraucht wird. Einen Einsatz hat man leider gar nicht gesehen: Als Zimmermädchen war ich einen Tag lang im Landhotel Cramer. Aber das hat RTL herausgeschnitten.

Fat-suit schränkt Beweglichkeit des Managers ein

In der Sendung haben Sie manche Schwierigkeit mit dem Fat-suit begründet, der Sie dicker wirken lassen sollte. Wie hinderlich war der Anzug wirklich?

Als ich auf das Erntefahrzeug klettern sollte, war das Kissen am Bauch zum Beispiel total im Weg. Der Anzug hat meine Beweglichkeit ganz schön eingeschränkt. Deswegen hatte ich auch so einen Watschelgang drauf. Andererseits hat mir das auch geholfen, in meine Rolle zu finden.

Zur Tarnung haben Sie sich auch die Haare blond färben lassen. Was dachten Sie, als Sie sich zum ersten Mal mit der neuen Frisur im Spiegel gesehen haben?

Nach dem ersten Färben waren die Haare leicht lila, das hat man im Fernsehen gar nicht gesehen. Bei dem Umstyling habe ich acht Stunden beim Frisör gesessen und all die Chemie brannte wie Feuer auf meiner Kopfhaut. Mit dem Thema Haarefärben bin ich für den Rest meines Lebens durch.

Junggesellenabschied lässt Chef fast auffliegen

Ihre Tochter war von der neuen Haarfarbe auch nicht begeistert.

Meine Familie war richtig erschrocken. Und das hat auch länger angehalten, als man das im Fernsehen gesehen hat. Ich finde auch jetzt noch einzelne blonde Spitzen, wenn ich genau hingucke.

Während der Dreharbeiten waren Sie nicht Christian Gieselmann, sondern Show-Kandidat Stefan. Gab es Situationen, in denen Sie sich fast „verplappert“ hätten?

Ich habe mir jeden Morgen gesagt: Ich bin Stefan, ich bin Stefan, ich bin Stefan... Dadurch ist bei der spontanen Begrüßung nichts schief gegangen. An der kniffligsten Situation hatte ich aber keine Schuld. Am ersten Drehtag in der Warsteiner Welt war dort ein Junggesellenabschied zu Gast. Die Jungs sahen das Kamerateam von RTL und skandierten: „Undercover Boss!“ Aber die Aufnahmeleitung nahm sie ins Gebet und die Kolleginnen bekamen zum Glück nichts mit.

Kein Drehbuch und nur echte Situationen

Also ist bei „Undercover Boss“ wirklich alles authentisch?

Es gibt kein Drehbuch und mir wurde nichts in den Mund gelegt. Alle Szenen sind tatsächlich so passiert.

Vom Sprecher mussten Sie sich die eine oder andere spitze Bemerkung gefallen lassen. Fühlen Sie sich richtig wiedergegeben?

In der Summe passt das schon. Mir war klar, dass ich mich da auch ein bisschen zum Horst machen würde. RTL ist eben auch auf lustige Szenen aus. Aber es wäre ja auch komisch, wenn ich die Aufgaben besser erledigen könnte als unsere gut ausgebildeten Mitarbeiter.

Größere Nähe zu Warsteiner-Mitarbeitern

Hat sich Ihre alltägliche Arbeit durch die Erfahrungen bei „Undercover Boss“ verändert?

Grundsätzlich brauchen wir natürlich kein Fernsehformat, um zu wissen, was im Unternehmen läuft. Aber durch die Sendung habe ich einen anderen Zugang zu den Mitarbeitern erhalten. Und da versichere ich: Ein bisschen „Undercover Boss“ wird bleiben. Ich möchte ansprechbar und nahbar sein. Denn diese positive Stimmung ist unbezahlbar.

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