Naturschutz

Wie das Insektenhotel im Bilsteintal bedrohte Arten schützt

| Lesedauer: 3 Minuten
Der Förderverein des Hegerings Warstein stellt im Bilsteintal ein Insektenhotel auf.

Der Förderverein des Hegerings Warstein stellt im Bilsteintal ein Insektenhotel auf.

Foto: Sebastian Hahn

Warstein.   chutz für bedrohte Arten. Wie das Insektenhotel des Fördervereins des Warsteiner Hegerings funktioniert und woraus es besteht.

Ein Insektenhotel für bedrohte Arten hat der Förderverein des Hegerings Warstein am Mittwoch im Bilsteintal aufgestellt. „Der Landesjagdverband NRW fördert dieses Projekt, wir haben in Allagen bereits ein baugleiches Insektenhotel aufgestellt“, erklärt Kurt Mues vom Förderverein des Hegerings.

Dabei stellt der Landesjagdverband einen Bausatz zu Verfügung, den die einzelnen Hegeringe kaufen können. „Wir schenken das Hotel dem Bilsteintalverein, damit die Tiere hier sicher überwintern können“, ergänzt Mues. Das Insektenhotel besteht aus einer Holzkonstruktion mit einzelnen großen Steinen dazwischen, die Löcher für die Insekten haben. „Insekten ziehen sich dorthin zurück, weil es in den kalten Wintermonaten warm und trocken ist“, erklärt Ulrich Ising vom Hegering.

Vor allem Bienen und Wespen sollen in dem Holzgebilde mit Schrägdach Unterschlupf finden, bekannte Arten wie die Gemeine Wespe werden sich dort aber nicht niederlassen. Ising: „Die brauchen größere Hohlräume. Wir wollen mit dem Insektenhotel vor allem verhindern, dass seltene Arten wie die Rostrote Mauerbiene sterben.“

Info-Tafel für Besucher

Passend zum Bausatz gibt es auch eine Informationstafel, auf der verschiedene Bienen- und Wespenarten gezeigt werden und deren Lebensweise erläutert wird.

„Solche Insektenhotels sollen auch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man achtsam mit der Natur umgeht“, freut sich auch Bernd Belecke, Vorsitzender des Bilsteintalvereins, über die Neuanschaffung für den Wildpark, die direkt gegenüber von der Waldwirtschaft steht. „Es ist bereits das zweite Hotel im Bilsteintal, das andere wurde an der Hirschbrücke aufgestellt, allerdings nicht vom Hegering“, ergänzt Belecke.

Neben Holzbrettern und Steinen ist aber noch reichlich Freiraum im Hotel. Hierfür hat der Hegering extra interessierte Kinder eingeladen, die die Hohlräume mit Holzstücken, natürlicher Dämmwolle und Tannenzapfen ausschmücken. „Die Kinder sollen bei solchen Aktionen auch immer ein wenig über die Natur lernen. Uns freut es, wenn sich dafür jemand interessiert“. ergänzt Kurt Mues.

Mit Draht vor Zerstörung geschützt

Die Gegenstände aus der Natur sind nicht nur bloße Dekoration, sondern wurden zuvor extra mit Löchern durchbohrt. So entsteht weiterer Raum für die heimischen Insektenarten. „Natürlich vertragen die sich nicht alle, aber sie gehen sich friedlich aus dem Weg. Das Insektenhotel ist groß genug, damit dort alle Arten ihren Platz finden“, erklärt Ulrich Ising.

Damit niemand das sorgsam dekorierte Insektenhotel zerstört oder Bretter und Steine herausreißt, wird es noch mit einem Draht zum zusätzlichen Schutz umwickelt.

Der Hegering plant unterdessen bereits das nächste Insektenhotel: In Belecke will der Förderverein als nächstes seine Zelte aufschlagen – die Insekten werden es ihm in der kalten Jahreszeit danken.

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