Forstausschuss

Warsteiner Jagdkonflikt: Stadt und Jäger noch nicht einig

Die erste revierübergreifende Drückjagd

Foto: Edgar Rüther

Die erste revierübergreifende Drückjagd Foto: Edgar Rüther

Warstein.   Der Warsteiner Arbeitskreis Jagd stellt neue Kompromisse zur Diskussion. Stimmt die Stadt nicht zu, wollen die Jäger ihr Okay zurückziehen.

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Die Jägerschaft und die Stadt Warstein finden Kompromisse. Zum Forstausschuss, der am Dienstag, 21. November, im Sitzungssaal des Rathauses stattfinden wird, soll der Jagdpachtvertrag seine finale Fassung finden.

Der Konflikt

Wie die WESTFALENPOST berichtete, schwelt seit 2012 der Wald-Wild-Konflikt zwischen der Jägerschaft und der Stadt. Um diesen aufzulösen, hatte Bürgermeister Thomas Schöne schon zu Beginn seiner Amtszeit einen Drei-Stufen-Plan entwickelt:
1. Eine einheitliche Meinung von der gesamten Jägerschaft.
2. Die Position der Jäger mit der Position der Stadt in den Diskurs bringen.
3. Einen Kompromiss finden.
Der Arbeitskreis Jagd hat nun einen Entwurf für den Jagdpachtvertrag vorgelegt, an dem seit Mai dieses Jahres gearbeitet wurde. Zu einzelnen Detailfragen gibt es allerdings noch keinen Konsens, vielmehr muss darüber nun im Forstausschuss entschieden werden.

1. Der Pachtzweck.

Vorgeschrieben ist in der Fassung von 2014, dass die Verpächterin den Pächtern die Jagdnutzung ohne Gewähr für die Größe des Jagdbezirks und Ergiebigkeit der Jagd verpachtet. Der Arbeitskreis Jagd fordert, dass dies nach den Bestimmungen des Landesjagdgesetzes NRW geschehen soll. Dies solle verdeutlichen, „dass die übergeordnete Rechtsgrundlage für die Jagd das Landesjagdgesetz ist“, heißt es in dem Entwurf.

2. Die Wildzählung.

Die Stadt darf eine Wildzählung durchführen. Die Jäger sollen zudem an der Zählung teilnehmen.

3. Die Abschussregelung.

Zwischen den Jägern und der Stadt gibt es noch immer keinen Konsens was die Abschussregelung angeht. Die Wilddichte dürfe laut der Fassung von 2014 ein Rotwild, zwei Sikawild und sieben Rehwild pro 100 Hektar nicht überschreiten. Die Jäger wollen diese Vorgabe nur als Mindestwert verstehen. „Es ist, im Falle sich abzuzeichnender Wildschadensentwicklung, Aufgabe der Pächter, einen entsprechend höheren Abschuss zu gewährleisten.“ Die Jäger haben zudem folgende Werte vorgegeben, bei der das Wild nicht mehr tragfähig sei: Bei Überschreitung von 9,99 Prozent Neuverbiss bei gepflanzten Kulturen und 19,99 Prozent bei Naturverjüngungen. Bei Schälschäden gelte eine Obergrenze für Neuschäle von 0,5 Prozent jährlich. Für die Vertreter der Stadt im Arbeitskreis Jagd sind die Werte indes hoch. Selbst mit dem Entgegenkommen der Jäger, die die Werte noch einmal nach oben drehen würden, zeigt sich die Stadt nicht zufrieden. „Hier geht es um das zentrale Thema ‘Wildschäden’, so dass ein Kompromiss nicht akzeptabel ist“, so die Stellungnahme des Arbeitskreis Jagd. Die Höhe des abschussplanpflichtigen Wildes soll nun schlussendlich einvernehmlich entschieden werden, wobei das letzte Wort bei der Stadt liegt.

4. Die Drückjagden.

Wenn sich zehn Wochen vor Ende der gesetzlichen Jagdzeit zeige, dass weniger als 70 Prozent der Abschussvorgabe bei weiblichem Rot-, Sika- und Rehwild getätigt wurde, soll eine revierübergreifende Drückjagd stattfinden. Wie die WESTFALENPOST berichtete, wurde die erste schon erfolgreich durchgeführt. „Gemeinsame revierübergreifende Drückjagden sollen die Kooperation zwischen Pächter und Stadt unterstreichen, um das Ziel der ‘Vermeidung von Wildschäden’ zu erreichen“, heißt es in einer Erläuterung. Die Jäger wollen sogar später als drei Monate, also 10 Wochen vor Ende der Jagdzeit, eine Bestandsaufnahme über eine Drückjagd entscheiden lassen. Die Planung und Durchführung der Jagd obliegt dabei der Stadt.

Wie Jäger und Stadt sich einigen werden, wird im Forstausschuss entschieden. Die Jägerschaft betont zudem: Sollten die Punkte einseitig zugunsten der Stadt entschieden werden, „kann nicht damit gerechnet werden, dass die Arbeitsgruppe dem Pachtvertragsentwurf zustimmt.“

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