Alkoholtherapie

Warsteiner LWL-Rehazentrum – Neubau bald fertig

Warstein.   Der Neubau des LWL-Rehazentrums steht kurz vor der Fertigstellung. Im Januar ziehen die Patienten ein. Das Gebäude verfügt sogar über „Entspannungsräume“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

2006 entstand das Pflegezentrum, es war der letzte LWL-Neubau in Warstein. Seitdem gab es einige Umbauten und Erweiterungen – alle paar Jahre verändert sich das Gelände an der Franz-Hegemann-Straße. Nun der nächste Neubau: Am Mittwoch in einer Woche wird der Landschaftsverband das „LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen“ eröffnen. Mit dem Gebäude nimmt die Klinik Rücksicht auf ganz spezielle Anforderungen.

Das lang gezogene, weiße Haus hebt sich optisch ab von den aus der Gründungszeit der Klinik stammenden Gebäuden 55 und 56, die mit dem Neubau verbunden sind. 84 Betten und Therapieplätze wird es geben, wenn die Patienten im Januar aus den bisher genutzten Gebäuden in den Trakt ziehen.

45 Menschen werden dort arbeiten. „Während der zweijährigen Bauzeit haben wir 9000 Kubikmeter Erde abgefahren, um das Haus in die Hanglage einzubetten“, sagt Hans-Theo Kellerhoff, der technische Leiter. Im Neubau werden Alkohol- und Medikamentenabhängige therapiert, nebenan im alten „Haus Schmidt“ Drogensüchtige.

Dr. Irene Faupel, stellvertretende Chefärztin des Rehazentrums, rechnet mit einem bundesweiten Einzugsgebiet. Das liege an russisch- und polnischsprachigen Therapeuten. „Manche Patienten leben seit Jahrzehnten in Deutschland, können sich aber kaum verständigen.“ Nicht alle Kranken werden ihre Sucht besiegen; Faupel geht von Rückfällen aus. „Wer mit Alkohol auf dem Zimmer erwischt wird, wird entlassen, da er auf diese Weise auch den Rückzugsraum der anderen Patienten verletzt.“

Entspannungsräume auf jeder Etage

Bei der Planung musste der LWL die besonderen Bedürfnisse der Patienten beachten. So gibt es Pavillons und Terrassen, wo das Rauchen erlaubt sein wird. „Die Leute rauchen zu annähernd 100 Prozent. Man kann ihnen das nicht verbieten. Viele regulieren dadurch ihre Psychosen“, so Faupel.

Auf jeder Etage gibt es einen Entspannungsraum mit großer Badewanne. „Wir bringen den Patienten das Genießen wieder bei.“ Sogar die Farbe des Fußbodens ist wohl überlegt. Orange, so die Überlegung, ist eine warme Farbe und mag stimmungsaufhellend wirken.

Sogar die Bepflanzung der Grünbereiche vor und hinter dem Gebäude ist genau durchdacht. „Darüber haben wir lange diskutiert“, sagt Faupel, denn: „Aus fast jeder zweiten Pflanze – zum Beispiel Eiben und Hortensien – kann man Suchtmittel herstellen.“ Und nicht wenige Patienten wüssten genau, wie das geht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben